Vom Binntal nach Italien über dem Geisspfad


Publiziert von cicindela Pro , 5. April 2010 um 23:30.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:22 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Binn - Geisspfad - Alpe Devero
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto Fiesch - Binn
Unterkunftmöglichkeiten:Binn: hotel Ofenhorn, pension Albrun. Alpe Devero: Rif.Castiglioni, Albergo Alpino.
Kartennummer:1270, 1290

Viele Male war ich, auch als Kind schon, im Binntal. Höhenpunkt war öfters eine Pässetour nach Italien und zurück. In 1974 erstmals Albrun/Geisspfad, 1981 nochmal Geisspfad/Albrun, und 1993 sogar Geisspfad/Chriegalp. Über den Ritterpass, den höchsten der 4 Übergange, war ich aber noch nie. Hat wohl damit zu tun, das dieser Pass nicht wie die 3 andere nach Alpe Devero führt, sondern nach Alpe Veglia.  Beide Alpes sind aber mit weiterem Pass verbunden, und so ergibt sich eine geträumte 3-Pässetour:
1. Binn - Geisspfad (2474m) - Alpe Devero
2. Alpe Devero - Scatta d'Orogna (2461m) - Passo di Valtendra (2431m) - Alpe Veglia
3. Alpe Veglia - Ritterpass (2764m) - Binn

Kommt noch dazu die Chance um einmal (ehm, zweimal) im Hotel Ofenhorn zu übernachten. Das 19.Jh Hotel dominiert das Dorfsbild von Binn. In 1980er Jahre habe ich es verfallen sehen, jetzt ist es aber mit Rücksicht auf der Historie tatkräftig restoriert worden.

Die Wegweisern in Binn zeigen zuerst nach Giesse, abar warum nach Giesse gehen wenn man direkt bei Hof hoch kann? Nach 80 Höhenmeter erfahren wir warum: die Brücke über dem Talschlüecht ist gesperrt. Na also, gehen wir doch erstmal nach Giesse herunter, und verpassen auch noch was Zeit für entomologische, bzw Foto-arbeite.

Anderthalbe Stunde vom Anfang fängt die Tour jedoch richtig an, auf dem steilen Waldweg von Giesse zur Mässerchäller hoch. Das schöne Wetter des Vortages lässt etwas nach, und es fängt sogar an zu nieseln. Im Wald ist das kein Problem, im offenem Gelände beim Aufstieg zum Mässersee aber etwas unbequem.  Beim Mässersee, nach 2Std30 Aufstieg, lässt der Regen glücklicherweise auch wieder nach.

Der weitere Aufstieg verläuft auf einem Pfad durch eine ausgedehnte Geröllhalde. Wenn wir den scheinbar höchste Punkt erreichen, öffnet sich der Blick auf eine weitere, flachere und Schneegefüllte Kumme. Erst nach derer Durchquerung blicken wir hinunter auf den Geisspfadsee. Obwohl Ende Juli, ist die ganze Gegend verschneit, und liegt Eis im See. Nebel hängt gerade über dem See, abwechselnd laufen wir dann wieder im Nebel, dann wieder gerade oberhalb der Nebel in der Sonne. Die Umrundung der Nordecke vom See ist wegen des Schnees etwas mühsam, aber nach 5Std Gehzeit von Giesse erreichen wir den Scheitelpunkt vom Geisspfad (nicht "Geisspfadpass", die Übergang heisst einfach "Geisspfad").   Der Italienische Name der Übergang, "Passo della Rossa", lässt sich auch leicht verstehen: sämtliche Felsen sind rotfarbig. Die Grenze wird von eine idiote Menge Steinmännern markiert - da haben sich wohl jahrenlang Grenzwächter langweilt... Von der Italienische Seite steigt eine Wolkenmasse auf, die sich beim Pass auflöst. Beim Absteig wandern wir also zunächst noch in der Sonne, ist der Nebel aber unabwendbar. Glücklicherweie bleibt noch genügend Sicht um die nächste Markierung zu unterscheiden,  denn sonst wäre die Trasse über Felsboden und Schnee nicht immer deutlich.

Schlüsselstelle im Abstieg ist ein 21-stufiger Leiter die eine vertikale Felswand bezwingbar macht. Er kündigt sich schon an wenn das Pfad sich über ein Paar 1-meter höhe Absätze zum Felswand biegt. Nach dem Leiter geht es auf steilem Wanderweg noch 1Std30 weiter hinab, dem tösenden Torrente della Rossa entlang. Wir passieren den Rifugio Castiglioni bei der Anfang von Alpe Devero, und kehren im Dorfsteil Ai Ponti ein im Albergo Alpino.


Tourengänger: cicindela


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Geodaten
 2194.kmz

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