Mönch 4107m


Publiziert von Bolivar , 15. Dezember 2009 um 12:37.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:31 August 2008
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Aufstieg: 650 m
Abstieg: 650 m

Richard Goedeke (Die Normalrouten auf alle Viertausender in den Alpen) meint:

Der Mönch liegt so dicht am Jungfraujoch, dass die Besteigung auf dem Normalweg ebenso wie die von Breithorn und Allalinhorn hochstaplerische Akzente erhalten hat; denn man lernt dabei lediglich die obersten paar hundert Höhenmeter des Berges kennen. Immerhin sollte das nicht übermütig machen. Nicht bloss, weil die Unterschätzung einer Aufgabe nur zu leicht Ursache für Überforderung und Misserfolg wird, sondern auch, weil die technischen Schwierigkeiten so gering gar nicht sind und durch Vereisung oft zusätzlich erhöht werden.

Gipfelaufstieg: Vom Oberen Mönchsjoch in südwestlicher Richtung 400m queren zum Fuss des Südsporns (P. 3651; hierher auch direkt vom Sphinxstollen der Jungfraubahn in Richtung NO ansteigend). Am Sporn über Schutt und Platten (Steigspuren), zuerst auf Kalk, weiter oben in steilerer Kletterei auf rötlichem Gneis, am Regenmesser vorbei, zum P. 3887. Hier schliesst der Südsporn an den Ostsüdostgrat an. Nun am Firngrat (Achtung auf Wechten) nach fast waagrechtem Grat (Fels oder Firn) zu einem steileren, felsigen Gratstück. An seiner Kante, bei Vereisung heikel, zu einem weiteren Firngrat. Über diesen, teils von Felsstufen unterbrochen, zu einer steileren Eispassage. Diese führt zum Vereinigungspunkt mit dem von Nordosten heraufkommenden Gratast (Vorgipfel). Am flachen Gipfelgrat südseitig, mit gebührender Vorsicht wegen der Wechten, zum höchsten Punkt.

Schwierigkeiten: WS. Felskletterei bis II, kombiniert, und Firn oder Eis bis 45 Grad.

Mühen:
Zum Gipfel ab Mönchsjochhütte 500 Höhenmeter (2-3 Stunden).

Gefahren:
In erster Linie die Gefahr, die Anforderungen des Berges zu unterschätzen und zu versuchen, ihn ohne Höhenanpassung, Übung und Erfahrung "mitnehmen" zu wollen. Bei Blankeis ist Sicherung über Eisschrauben anzuraten. Achtung auf Wechten am sehr schmalen Gipfelgrat! Nicht alle, die eine Spur legen, legen sie tief genug, aber alle, die eine zu hoch gelegte Spur benutzen, können damit Pech haben.

Freuden:
Ein Berg, für den eine kurze Wetterbesserung reicht.

Persönliche Anmerkungen:

- mein 2. Viertausender
- Tour mit Bergführer
- Tagestour ohne Hüttenübernachtung (kann ich nur bedingt empfehlen)
- gute Bedingungen angetroffen, leider nur etwas zu warm und teilweise bewölkt
- obwohl Alleingänger am Mönch unterwegs waren, eignet sich dieser Berg m.E. nicht für solche Spässe


Tourengänger: Bolivar


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

ZS III
ZS- III
ZS- II
17 Aug 14
Mönch über Normalroute · Albrist
ZS- II
WS+ II
26 Jul 09
Mönch, 4107 m · Sibille
WS+ II
20 Sep 06
Mönch 4107m · eldo
ZS+ III
20 Jul 05
Mönch - Überschreitung · Aendu
WS+ II
19 Nov 11
Mönch 4'107 m · barosarot

Kommentare (10)


Kommentar hinzufügen

Messner hat gesagt: Copyright
Gesendet am 15. Dezember 2009 um 14:00
Rein interessehalber: Geht dieser Bericht hier konform mit dem Urheberrecht?

Bolivar hat gesagt: RE:Copyright
Gesendet am 15. Dezember 2009 um 14:44
Gute Frage, ich hoffe und denke schon! Da ich nicht all zu gut im schreiben bin und auch nicht das Rad neu erfinden möchte, zitierte ich meist aus den Führern einfach mit dem entsprechenden Hinweis. Hmm... vielleicht weiss sonst jemand mehr darüber!?

felixbavaria hat gesagt: RE:Copyright
Gesendet am 15. Dezember 2009 um 15:11
Hier die ganze Rechtslage:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat#Zitate_und_Urheberrecht

Ich weiß nicht, wieviel Deines Berichtes zitiert ist. Ist es nur der erste Absatz? Dann geht das in jedem Fall in Ordnung.

Wichtig ist, dass Du neben dem Zitat noch eine "eigene schöpferische Leistung" vollbringst, was auf Grund Deiner persönlichen Anmerkungen und der Fotos wohl der Fall ist.

Bolivar hat gesagt: RE:Copyright
Gesendet am 15. Dezember 2009 um 15:31
Danke für den Link. Abgesehen von den pers. Anmerkungen habe ich alles zitiert. Da ich aber nicht den ganzen Beschrieb über den Mönch abgeschrieben habe, geht das wohl noch unter Kleinzitat! ;-)

Gelöschter Kommentar

Alpenorni hat gesagt: RE:Nun ja...
Gesendet am 16. Dezember 2009 um 11:57
Hallo Mark & Marc,
weil`s grad so gut passt:
Ich habe Richard Goedeke in der letzten Woche "live" erlebt - wie ihr vielleicht wisst, ist G. in Braunschweig zuhause, das liegt nicht weit entfernt von meinem Wohnort Hannover. ( Ein Portrait von RG ist letztlich übrigens an prominenter Stelle, in den DAV-Mitteilungen nämlich, erschienen )
Er hielt hier einen bebilderten Vortrag über die "TOP 20" der Alpen. Dabei meint er nicht die 20 absolut höchsten Gipfel, sondern die 20 höchsten Berge, gemessen an der Schartenhöhe zu dem nächstgelegenen höheren Berg.
- eine von ihm entwickelte Berechnung, um zu ermitteln, wie "prominent" ein Berg denn nun wirklich ist, gemessen an seiner Position im Raum...
So sind unter diesen Topbergen tatsächlich einige, die selbst RG bei seinen Recherchen zum erstenmal kennengelernt hat. Keine Sorge: Der Montblanc bleibt selbstredend an 1 gesetzt, für den muss man die Schartenhöhe dann ins Verhältnis zum Kaukasus setzen...! Aber z.B. das Matterhorn fällt dabei raus.
RG hat diese Rechnerei auch zur Grundlage seines Buches "3000er in den Westalpen" ( nämlich die mit mind. 400m Prominenz) gemacht - da kann man auch im Anhang seine Listen prominenter Gipfel in den Alpen anschauen.
Im Gegensatz zu seinen mathematisch-nüchternen Gipfelberechnungen ist RG "live" ein etwas schrullig-kauziger Referent, der aus seinem unendlichen Erfahrungsschatz auch die ein oder andere Anekdote einflicht...wir fanden ihn sympathisch, klarer Fall ! ( Er hat u.a. 16 Jahre lang Jugendgruppen an die Berge herangeführt - das kann man sich gut vorstellen !)
Es schien ihm auch weniger um die körperliche Leistung von x-Höhenmetern zu gehen, sondern vielmehr um das Erlebnis, auf einem wirklich HOHEN Berg zu stehen, der halt rundherum der wesentlichste, markanteste etc. ist - der "prominenteste" halt.
RG ist auch sehr engagiert, was Umwelt und Zukunft der Alpen angeht ( "mountain wilderness" ) - deswegen finde ich den Begriff "Warmduschen" nicht ganz treffend - Goedeke redet halt dem ursprünglichen Ansatz des Bergsteigens das Wort: Einen Berg von seinem Fuß aus, aus dem tiefen Tal, anzugehen und zu besteigen - ohne Seilbahn u.ä...
Naja - was den Mönch angeht, so müsste man ihn dann wohl wie annodazumal von Grindelwald aus über die Berglihütte besteigen . ( 3100 Höhenmeter ) Oder gleich in den uralten Eigerhöhlen biwakieren, wo schon etliches an "Prominenz" gelagert hat, wobei diesmal allerdings die großen Erschließer des 19. Jhd.s gemeint sind !...
( Die Route existiert allerdings praktisch nicht mehr - Bergstürze, Gletscherveränderungen..)
Mönch und Allalin waren vor 30 Jahren auch für mich mal die ersten Viertausender - damals war z.B. der Ausgangspunkt fürs Allalin noch Längfluh und die Tour um einiges länger als heutzutage, wo die Kollision mit Sommerpistlern wohl schon zu den "objektiven Gefahren" zu zählen scheint. Seufz, die alten Zeiten...
Der Mönch ist technisch in der Tat anspruchsvoller als Allalin oder gar Breithorn, allein schon durch das kombinierte Gelände mit Felspassagen. Gilt ja auch als ZS- derzeit !
An Axi: Du schreibst, der Goedeke sei für dich mal die "Bibel" gewesen - ist ja lustig: RG ist Autor zweier Kletter- und Wanderführer durch Norddeutschlands Klippengebiete - und seine Bücher über Okertal und Weser-Leine-Bergland lagen bei mir jahrelang quasi unterm Kopfkissen... tja, die Welt ist irgendwie doch klein.. wen`s interessiert: Ich habe hier auf hikrorg einen kleinen Bericht über das Okertal veröffentlicht - das ist sozusagen Goedekes Kinderstube gewesen !
Und noch ein Tipp:
Karl Blodig - Die Viertausender der Alpen
KB hat sie als erster alle bestiegen, und in diesem Buch ( wohl nur noch antiquarisch erhältlich ? Wer weiß mehr? ) findet man teils hartgesottene, teils sonnige Beschreibungen aller seiner Besteigungen unter den Bedingungen von vor 100 Jahren. Ein großartiges Dokument und gut zu lesen !
Ach so - unser aller Eugen hat ja mittlerweile 137 Gipfel vom tiefsten Tal ( Brig ) aus bestiegen - das ist im Prinzip auch so einer :-) !
Gruß aus Norddeutschland
Martin



Gelöschter Kommentar

Bolivar hat gesagt: RE:PS
Gesendet am 15. Dezember 2009 um 21:37
Salut Mark,

Danke für Deine ehrliche Meinung, ich möchte in Zukunft schon mehr persönliche Eindrücke in mein Berichte einfliessen lassen, eigentlich ein guter Vorsatz für 2010! ;-)
Leider habe ich den Beschrieb (mal abgesehen von den pers. Anmerkungen) vom Goggeien auch aus der SAC-Führerliteratur zitiert. Aber wie gesagt, werde daran arbeiten...
Übrigens bin ich ganz Deiner Meinung, der Mönch ist schon noch ein anderes Kaliber als das Allalinhorn, das ich 1 Jahr zuvor bestiegen habe.

Gruess
Marc ;-)

Sputnik Pro hat gesagt: Mönch & Gödeke
Gesendet am 16. Dezember 2009 um 15:46
Zum Ersten Gratulation zum dritten 4000er, und bei den ersten 4000er-Bersteigungen ist die Spannung ja auch am grössten – danach gewöhnt man sich schon fast daran wenn man jedes Jahr einige der grossen Berge sammeln geht. Sammeln ist genau auch der zweite Punkt, womit ich zu R. Gödeke komme. Ich habe ebenfalls zwei Bücher von ihm. Eines sind die 4000er, das andere Buch sind die 3000er der Nordalpen. Dieses 3000er-Buch finde ich genial, da es alle selbstständigen Gipfel enthält mit einer Schartenhöhe grösser 400mPr sowie eine Auswahl besonders hoher und bekannter Berge. Dies mach die 3000er besonders abwechslungsreich und ich habe mir vorgenommen all diese 3000er die in der Schweiz und rund um den Arlberg liegen zu besteigen, viele sind’s ja nicht mehr. Punkt Drei sind die 4000er, von denen ich ebenfalls alle 48-Schweizergipfel nach UIAA-Liste besteigen möchte. Doch hier geht es ja um den Mönch. Meines erachten ist der Mönch einer der wenigen 4000er, den man mit einiger Erfahrung und sicherem Steigeisengehen im Alleingang besteigen kann. Denn es drohen auf dem Normalweg keine Gletscherspalten, denn es handelt sich um die gesicherte Route zur Mönchsjochroute. Etwas gefährlich wird’s nur bei Vereisung zum Vorgipfel, mit einem 50m-Seil kann man sich dort aber an den Stangen sichern, besonders im Abstieg.

Viele Grüsse und weiterhin tolle Touren!

Sputnik

Bolivar hat gesagt: RE:Mönch & Gödeke
Gesendet am 16. Dezember 2009 um 18:25
Sali Sputnik,

Danke für die Gratulation, genau gesagt waren es jedoch nur 2 (zumindest in der CH). Weitere 4-er und der erste 5-er sind jedoch bereits geplant und mehr oder weniger organisiert, Mitte 2010 geht's nach Ecuador. ;-)
Ich habe lediglich das eine Buch von Gödeke und lese ab und zu sehr amüsiert darin. Auch ich finde, dass das Buch besonders wegen den bereits erwähnten Zusatzinformationen (Schartenhöhe, Historische Infos, etc.) sehr lohnenswert ist.
Bzgl. Mönch möchte ich noch anmerken, dass ich vorallem am Schlussgrat froh war, am Seil eines erfahrenen Bergführers gehen zu können. Für einen Unerfahrenen wie mich war es doch ziemlich luftig! ;-)
Auch Dir viel Glück bei Deinen weiteren Projekten, die ich natürlich hier auf hikr.org mit Interesse mitverfolge.

Gruess


Kommentar hinzufügen»