Bocchetta di Monte Nero (3162m), Adamello-Presanella Gruppe


Publiziert von Tef Pro , 27. Oktober 2009 um 21:04.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:19 Oktober 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1250 m
Strecke:Rifugio Comisello - Lago Nero - Bocchetta dell'Om - Bocchetta di Monte Nero
Zufahrt zum Ausgangspunkt:aus dem Valle Rendena unterhalb des Ortes Sant' Antonio in einer Kehre nach Westen Richtung "Val Nambrone" auf kurvenreicher Straße bis zum P des Rifugio Cornisello (2120m)
Kartennummer:f+b WKS 17

Eigentlich war unser Ziel ja die Cima Presanella, doch hatten wir den falschen Weg gewählt und sind dann auch zeitlich arg in Verzug geraten.
Wir sind dem in der Literatur als Normalweg bezeichneten Weg über die Bocchetta di Monte Nero gegangen, doch ist der Weg NICHT mehr zu empfehlen. In der bröseligen Rinne ist man ständig von Steinschlag bedroht.
Hätten wir vorher die Internetseite des Rifugio Segantini besucht (eine sehr hilfreiche Seite), hätten wir dies auch lesen können.
Ferner steht dort, daß der Normalweg nun besser über den Passo Quattro Cantoni führt.
So muß (oder darf) die Cima Presanella von uns nochmal als ExtraTour vom Ausgangspunkt Malga Vallina d'Amola über den Passo Quattro Cantoni begangen werden. Diese Gegand hier ist so schön, daß wir darüber nicht traurig sind.
Zudem ist die heutige Tour trotz fehlenden Gipfelzieles als 5*-Tour zu bewerten, da die landschaftlichen Eindrücke und die Ausblicke so sagenhaft schön waren, daß sie noch lange nachwirken werden.
Wir starteten bei Traumwetter, aber Eiseskälte beim Rifugio Comisello. Es sind übrigens alle Rifugios schon geschlossen und wir waren hier den ganzen Tag ganz alleine. Man folgt noch ein Stückchen dem Feldweg und steigt dann über einen Treppenweg die Felsen empor.
Bald schon wird es wieder flacher und wir queren nach links zum wunderschönen Lago Nero. Wie ein Spiegel liegt die Wasserfläche zwischen den Felsen. Jetzt im Morgenlicht spiegelt sich die Cima Presanella darin. Wir passieren den See auf der rechten Seite. Dahinter geht es dann nach links hoch zur Bocchetta dell'Om.
Ein weites Tal breitet sich vor uns aus. Schräg links unten das Rifugio Segantini, hinten die Cima Presanella und links davon der markannte Monte Nero mit der Bocchetta daneben.
Quer zum Hang geht es taleinwärts. Nach einem unmerklichem Anstieg geht es gut 70Hm bergab in einen kleinen Graben.
Man muß nun nicht bis zum Rifugio nach links queren, sondern kann die Moränenrippe auch direkt ansteuern. Über zwei blockige Gländeschwellen erreichen wir die langgezogene Rippe, der wir nun stetig folgen (NW). Von links kommt auch die Pfadspur vom Rifugio hinzu.
Schließlich endet die Moränenerippe und über eine Felsstufe kommen wir zu einem Blockhaufen. Vereinzelt stehen hier nun Steinmanndl (verschiedene Routen). Wir suchen uns einen gut gangbaren Weg zwischen den Felsen hindurch, die wegen Schnee und Eis teilweise sehr rutschig sind.
So erreichen wir den mäßig schrägen Gletscherhang, den man nun schräg ansteigend traversieren muß. Beinhart gefroren mit nur einer dünnen Schneeauflage empfiehlt es sich, die Steigeisen anzulegen, Spaltengefahr besteht keine (lediglich am Rand zur Bocchetta gibt es einige kleinere Löcher).
Eisiger Wind pfiff uns nun um die Ohren als wir uns dem schattigen Bocchetta die Monte Nero näherten.
Da die Rinne sehr bröselig ausschaute, suchten wir uns erstmal gleich links davon durch die schneebedeckten Felsen einen Weg nachoben, doch kamen wir hier nicht weit.
Also querten wir doch zur Rinne. Nachdem jedoch in der Rinne innerhalb einer Minute 3 Steine an mir vorbei sausten, verließ ich sie schleunigst wieder.
Also ein dritter Versuch noch weiter links der Rinne. Da der Hang komplett im Schatten lag, waren unserer Glieder bereits gut eingefroren. Und hier kraxelten wir hoch bis zum schmalen Blockgrat. Auf der anderen Seite geht es erstmal senkrecht runter, im Süden  sehen wir die Gletschwerwelt des Adamello.
Von der Bocchetta gibt es eine 40 Meter hohe Leiter, die einen nach unten bringt. Nur zu dieser Leiter kommen wir nicht, da ein senkrechter Felsen fingergleich den Weg versperrt. Aber wir hatten eh schon zu viel Zeit verloren, als daß sich der Gipfel noch ausgegangen wäre. So rasteten wir kurz auf dem Grat, doch die Eiseskälte ließ uns bald wieder abklettern.
Danach querten wir wieder den Gletscher und legten danach in der Sonne auf einem flachen Felsen eine längere Pause ein.
Gigantisch war die Sicht am heutigen Tag: vis-a-vis die Felstürme der Brenta, dahinter die Dolomiten und im Norden der verschneite Hauptkamm.
Im weiteren Abstieg auf gleichem Weg wurde uns wieder warm und beim Lago Nero legten wir eine weitere Pause ein. In unvergleichlicher Lage saßen wir direkt am dunklen See und sahen quasi direkt aus dem Wasser die Felstürme der Brenta steigen.
Wirklich ein traumhafter Pausenplatz!
Doch irgendwann mußten wir weiter, da noch eine lange Autofahrt auf uns wartete

Tourengänger: Tef

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