Wandern im Naukluft NP


Publiziert von alpinos , 28. Oktober 2009 um 10:11.

Region: Welt » Namibia
Tour Datum:16 Dezember 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: NAM 
Zeitbedarf: 2 Tage

Östlich des großen Dünen-Meeres der Namib-Wüste erheben sich die Naukluft-Berge bis zu einer Höhe von 2000 m. Sie sind Teil des großen Naukluft Nationalparks.Die Landschaft ist geprägt von tief eingeschnittenen Schluchten und Tälern. Im Gegensatz zur nahen Sandwüste regnet es in den Bergen wesentlich öfter. Die großen Flussläufe führen daher nahezu das ganze Jahr über Wasser und ermöglichen eine zum Teil recht üppige und Vegetation. Wenn man Glück hat, kann man hier Berg-Zebras, Kudus und kleine Antilopen beobachten.

Namibian Wildlife Resorts unterhält in den Naukluft-Bergen einen - glücklicherweise recht kleinen - Zeltplatz. Die Unterkunft - auch den Zeltplatz - muss man allerdings im Hauptbüro in Windhoek buchen. Der Zeltplatz liegt in einem Tal am Ufer des Naukluft-Flusses; die Felsen und die großen Bäume bieten tagsüber Schutz vor der sengenden Sonne, der Fluss sorgt nachts für angenehme Kühle. Im Park sind drei Wanderwege angelegt: es gibt zwei Tageswanderungen, den Olive Trail und den Waterkloof Trail; wer gerne mehrere Tage unterwegs ist, der kann sich für eine 8-Tageswanderung anmelden. Eine hübsch gezeichnete Skizze mit den beiden Tagestouren bekommt man bei der Anmeldung im Parkbüro. Der freundliche Ranger klärt jeden über die Gefahren auf und beschreibt auf Nachfrage gerne die Wege und was man so alles im Park sehen kann. Ganz besonders stolz war er bei unserem Besuch auf eine Gruppe von Kudus die unterhalb des Büro bei einer Furt am Fluss gegrast haben und sich nicht durch unser Auto haben ablenken lassen.

Roberts Kommentar zur Fauna: ES GIBT FLUG-KAKERLAKEN! Die krabbeln bei Regen wenn es kalt wird ins Zelt. Echt fies. Sind auch recht pussierliche Tiere, ca 5 cm groß, und ziemlich wendig. Braucht etwas Zeit, bis man sie wieder aus dem Zelt geworfen hat. Anna hat das heldenhafterweise übernommen...

Wir besuchten den Park während unseres Urlaubs in Südafrika und Namibia. Von Sesreim bei den großen Dünen aus fuhren wir auf einer zum Teil abenteuerlichen Schotterpiste hinauf in die Berge. Wir wollten die beiden Tagswanderungen machen. Das Wetter war recht beständig und heiß; wir standen deshalb schon weit vor Sonnenaufgang auf und begannen die Wanderungen, als die Sonne gerade über die Berge stieg. Mittags wurde es ziemlich heiß und wir waren froh, dass wir vor der ganz großen Hitze wieder unter den Bäumen bei unseren Zelt im Schatten liegen konnten.



Tourenbeschreibung Olive-Trail

  • Der Olive-Trail ist ca. 10 km lang, 300 Höhenmeter sind zu überwinden; Startpunkt ist der Parkpatz ca. 4 km vor dem Parkbüro. Höhepunkt der Wanderung ist eine kleine, mit einem Stahlseil gesichterte Kletterpassage kurz vor dem Ausgang der Schlucht, die man hinabsteigt. Die Gehzeit wird mit 4 Stunden angeben, die man bei gemütlichem Tempo auch gut einhalten kann. Man sollte die Hitze nicht unterschätzen, auf dem Plateau und beim Abstieg zum Naukluft gibt es keine Bäume und man läuft in der prallen Sonne. Der Weg ist durchweg gut mit weißen Fußspuren markiert.
  • Vom Parkplatz stiegen wir auf gutem Weg eine Bergflanke hinauf. Kurz vor dem Plateau sahen wir auf der anderen Talseite eine Gruppe von fünf Berg-Zebras in der Morgensonne grasen. Einen Moment lang waren sie alle entlang des Grates aufgereiht; ein toller Anblick und ein tolles Gefühl, diese scheuen Tiere so nahe zu sehen. Von dem kleinen Plateau stiegen wir teils recht steil hinab in die Schlucht. Der Fluss war ausgetrocknet, das Gehen auf Schotter und über große Blöcke im Flussbett kein Problem. Die Steilwände der Schlucht boten einen grandiosen Anblick.
  • Gegen Ende der Schlucht wurden die vom Wasser geformten Stufen etwas höher und teilweilse musste wir etwas Kraxeln. Am Ausgang der Schlucht hangelten wir uns an in der Wand eingelassenen Stahlseilen entlang über zwei tiefe Pools. Die Schlucht öffnete sich. Nach weiteren Felsstufen erreichten wir einen Flusslauf und folgten diesem zurück zum Parkplatz.



Tourenbeschreibung Waterkloof-Trail

  • Der Waterkloof-Trail ist ca. 17 km lang und führt zunächst entlang des Naukluft-Fluss, dann hinauf auf ein Plateau, um anschließend wieder zum Naukluft-Fluss hinabzusteigen. Bei überwindet man 500 Höhenmeter. Die Gehzeit wird mit 6-7 Stunden angeben; bei gemütlichem Tempo und heißen Temperaturen ist das auch realistisch. Man sollte die Hitze nicht unterschätzen, auf dem Plateau und beim Abstieg zum Naukluft gibt es keine Bäume und man läuft in der prallen Sonne. Der Weg ist durchweg gut mit gelben Fußspuren markiert.
  • Direkt bei der Brücke am Zeltplatz markiert ein Wegweiser den Beginn des "Waterkloof Trails". Zunächst folgt man der gut ausgetreten Trittspur (und den gelben Fußspuren) entlang des rechten Flussufers. Stellenweise wächst dichtes Schilf und man geht durch einen beeindruckenden Schilftunnel. Bei einem kleinen Wehr überquert man den Fluss und steigt etwas den Hang hinauf. Bei den "Pools" gelangt man wieder an den Fluss. Hier kann man ein kleines Bad nehmen. Wieder auf der rechten Seite geht man entlang eine steilen, teils bizarr ausgehöhlten Felswand. Zwischendruch verloren wir ab und zu den Weg, aber fanden immer wieder zurück. Die Schlucht lässt auch keine Alternativen zu. Man überquert den Fluss ein letztes Mal und steigt dann, zunächst dem Gororo folgend, hinauf auf das Plateau. Ein Highlight ist hier ein großen Nest von Webervögeln an einem schon abgestorbenen Baum. Sehr lustig, diese Vögel.
  • Auf dem Plateau ist ein großer Steinhaufen, der die Hälfte des Weges markiert. Anschließend steigt man in einigen Serpentinen eine Bergflanke hinauf und errecht den höchsten Punkt der Wanderung bei 1910 m. Von hier aus hat man eine tolle Rundumsicht; wenn die Luft klar ist, sollte man in der Fern im Westen sogar die Dünen erkennen können.
  • Obwohl es noch mitten am Vormittag war, brannte uns die Sonne gehörig auf den Kopf und wir beschlossen nach kurzer Pause weiter zu gehen. Der Abstieg ist durchaus eine anspruchsvolle Bergwanderung, teilsweise muss man die Hände benützen und es ist leicht ausgesetzt. Am Gororosib-flluss entlang gelangten wir wieder zum Naukluft-Fluss und zurück zum Zeltplatz.

Tourengänger: alpinos

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Geodaten
 1437.gpx Waterkloof-Trail
 1440.gpx Ollive-Trail

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