Schönheiten des Alpsteins


Publiziert von Delta Pro , 30. Oktober 2009 um 09:06.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum: 3 Oktober 2009
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG   CH-AR 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1940 m
Abstieg: 1940 m

Ein weiterer Wander-Höhepunkt in diesem Jahr – eine strenge Alpstein-Rundtour, welche die Top-Highlights verbindet
 
„Die Schönheiten des Alpsteins“ – so heiss der „denkwürdige“ Film, der es im Sommer 2008 bis in die Schweizer Kinosäle schaffte. Damals versprach der Titel zu viel, auf die hier beschriebene Tour trifft er zu! sglider wünschte sich eine Tour im Alpstein, auf der man was von der Region zu sehen bekommt. Schnell war der Entschluss gefasst, eine grosse Rundtour anzugehen, die über weite Strecken meiner letztjährigen Aktion  Die vergessenen Gipfel des Alpsteins... folgt. „Die Schönheiten des Alpsteins“ kombiniert noch pointierter die absoluten Highlights des Alpsteins. Wer diese Tour gemacht hat, kann von sich sagen einen beträchtlichen Teil des nordwestlichsten Gebirges der Schweiz gesehen zu haben.
 
Die Tour ist anstrengend und lange. Das Faktum, dass sich ca. 1400 Meter des Aufstieges auf die zweite Hälfte der Tour konzentrieren, erfordert Durchhaltewillen. Ausserdem ist man zeitlich durch die erste und letzte Fahrt der Säntisbahn eingeschränkt, weshalb man sich nicht zu viele Ruhephasen gönnen kann. Die Tour weist diverse fakultative Ausbaumöglichkeiten auf, die ich bei meiner letzten Runde alle nutzte. Die obligatorischen Schwierigkeiten übersteigen T6- nirgends. Die Tour ist für den erfahrenen Bergwanderer machbar, erfordert aber Trittsicherheit und gute Orientierungsfähigkeit in weglosem Gelände. Bei Nässe ist vom Abstieg durch die Borsthalden abzuraten. Der umgehbare Schlusspunkt wird durch den Girenspitz NE-Grat gesetzt (WS, III). Für diesen hatte ich das Seil im Rucksack; Sicherung ist hier sinnvoll, jedoch bei entsprechender Erfahrung ist der Grat auch ohne zu verantworten.
 
Säntis – Altmann (T4+)
Start um 8.30 auf dem Säntis und in eisigem Wind über den Lisengrat. Um diese Tageszeit hat man den aussichtsreichen Wanderweg noch ganz für sich alleine. Gegenaufstieg vom Rotsteinpass zum Altmannsattel (T4-, viele Stahlseile) und schliesslich über die Normalroute auf den Altmann (T4+, I).
 
Altmann – Löchlibretter – Fälenschafberg (T5)
Abstieg auf der Normalroute und zum Einstieg in die Löchlibretter. Man folgt alles unmittelbar dem nordseitigen Wandfuss der Fälentürm. Etwas nach der Gedenktafel steigt man rund 30m in die Flanke ab und quert etwas weiter unten auf Gämspfaden, um schliesslich in den Sattel vor dem Schafbergturm aufzusteigen. Abstecher auf den selten begangenen, aber sehr schönen Schafbergturm durch die Rinne (T5, I). Weiter in wunderschöner Höhenwanderung auf den Fälenschafberg (T4-T5), wo wir zwei andere Alpstein-Wander-Cracks antreffen, die später unsere Routenwahl durch die Borsthalden von oben mit Argusaugen begutachten.
 
Borsthalden (T6-)
Die Ideal-Route durch die Borsthalden ist jetzt definitiv gefunden und hier eingezeichnet. Die technischen Schwierigkeiten sind in der Tat nicht hoch. Das T6- erachte ich aber besonders wegen der nicht einfachen Wegfindung und Orientierung als gerechtfertigt.
 
Meglisalp – Ageteplatte – Höch Nideri (T3)
Hier glaubt man schon eine rechte Leistung vollbracht zu haben. Es beginnt aber erst… Schöner Aufstieg zur Ageteplatte und steil durch den Felsenweg zum Messmer (T3). Anschliessend in einem langen Kräfte raubenden Aufstieg zur Höch Nideri, die wir in der wunderbaren Herbst-Spätnachmittagssonne erreichen. Ein weiterer Höhepunkt der Tour folgt jetzt. Überschreitung des Hüenerbergkammes (Stellen T5) – wohl eine der schönsten Gratwanderungen im Alpstein.
 
Girenspitz NE-Grat (WS, III)
Abwechslungsreiche Kletterei an drei Aufschwüngen. Stellenweise bis III. Es kann gut gesichert werden (Schlaghaken, Zackenschlingen). Zur detaillierten Routenführung hier und in allen Abschnitten der Tour siehe andere Hikr-Berichte, z.B. diesen. In den letzten Sonnenstrahlen und wiederum eisigen Temperaturen kraxeln wir die Himmelleiter hinauf zum Säntis-Gipfel, dem lang ersehnten Ziel, wo wir knapp 10 Stunden nach dem Start eintreffen.
 
Eine wunderschöne Alpstein-Rundtour!

Tourengänger: Delta, sglider

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Kommentare (3)


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ossi hat gesagt: Aha....
Gesendet am 30. Oktober 2009 um 09:48
dann gibt's jetzt eine offizielle Borsthaldenroute und eine "hikr-Borsthaldenvariante", toll.

Urs hat gesagt: Tolle Tour
Gesendet am 30. Oktober 2009 um 10:18
Super Bericht und noch bessere Fotos. Beim Lesen solcher Touren freue ich mich schon auf den nächsten Sommer.
Gruss Urs

Alpin_Rise Pro hat gesagt: Verlängerung
Gesendet am 30. Oktober 2009 um 12:12
Wahrhaft, eine schöne Kombination.
Wirkliche Cracks könnten solch Tour in Wildhaus über den Moor/Nädliger beginnen - und noch die Altenalptürme und/oder Hängeten anhängen. Bon App!
Tolle Fotos, wie immer.
G, Rise


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