Federispitz


Publiziert von phono , 3. Dezember 2006 um 18:14.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 2 Dezember 2006
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Speerkette   CH-SG   Speer-Mattstock   Zürcher Hausberge   CH-GL 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Ziegelbrücke
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Ziegelbrücke

Wir schreiben das Jahr 2006. Es ist Samstag, 2. Dezember 0930. Über dem ganzen Mittelland liegt eine hartnäckig graue Suppe. Überm ganzen Mittelland? Nein! Irgendwo muss das schöne Wetter Widerstand leisten.
In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit und der Randbedingung, um 1800 wieder zuhause zu sein entscheide ich mich für den Federispitz - die nächste Erhebung neben dem Bahnhof Ziegelbrücke.

Um 1100 gehts von Ziegelbrücke aus los. Der Wegweiser irritiert mich leicht mit seiner Zeitangabe von mehr als 5 Stunden auf den Spitz. Ich entscheide mich darum für die Fallinie und steige geradeaus hoch. Nach 300 Höhenmetern bin ich bereits in der Sonne. Auf der Alp Grüt kreuze ich den regulären Wanderpfad und folge den Markierungen Richtung Federispitz. Über Schwanten und Obernätenalp nähere ich mich dem Ziel, welches auf der ganzen Tour nie wirklich sichtbar ist. Man hat immer das Gefühl, gleich anzukommenn und steht nach jeder Kuppe wieder erneut vor einem Berg.

Endlich auf dem Federigrat angelangt, gehts locker über den Grat Richtung Federispitz. Die Aussicht ist umwerfend. Das Glarnerland liegt offen vor mit, der Säntis grüsst im Nordosten, Der Üetliberg schaut in der Ferne leicht aus der Suppe empor. Insgesamt treffe ich am ganzen Tag ca 5 Personen.

Nach der wohlverdienten Gipfelrast steige ich über den Vorgipfel auf dem Grat zur Unternätenalp und Tutenalp. Dort quere ich in knöcheltiefem Laub auf einem kaum erkennbaren Wanderpfad wieder Richtung Grüt, damit ich in Ziegelbrücke anstatt Weesen ankomme. Als ich in den Nebel tauche, riecht es als ob in der Nähe eine Verbrennung stattfindet. Ich kann nichts derartiges erspähen und erkenne, dass es sich um den gefangenen Zivilisationsdreck handelt, welcher der Suppe nicht entweichen kann. Zuletzt stolpere ich im tiefen Laub und Nebel geradeaus abwärts nach Ziegelbrücke, wo mir ein Zug vor der Nase abfährt. Die Uhr zeigt 1620 - ich war innert 5.5 Stunden auf dem Spitz und wieder retour und komme sogar locker rechtzeitig wieder zuhause an.

Ein unglaublich schöner Tag vor dem ersten Advent. Das Warten auf den Schnee geht weiter.

Alleingang.

Tourengänger: phono

Galerie


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