Traumtour auf den Gridone 2188,1 m


Publiziert von Ivo66 Pro , 20. Oktober 2009 um 21:23.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:18 Oktober 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo Gridone 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1420 m
Abstieg: 1420 m
Strecke:Cortaccio - Alpe Voièe - Avaiscia - Btta di Valle - Nordostflanke - Gridone - Cruit - Btta die Valle - Fumadiga - Rif. Al Legn - Margozzone - Cortaccio
Kartennummer:1:25'000 - Brissago

Eine herrliche Herbsttour auf einen phantastischen Aussichtspunkt, von welchem sowohl der höchste Punkt der Schweiz (Dufourspitze 4634 m) als auch der tiefstgelegene (Lago Maggiore 193 m) bestens zu sehen sind. Es bestehen verschiedene markierte Routen auf den Gridone. Aufgrund der zur Zeit herrschenden Sonnen- und Schattenverhältnisse empfehle ich wärmstens, die nachfolgend beschriebene Variante zu wählen: Es ist nun Ende Oktober auch in den Tessiner Bergen trotz schönstem Wetter empfindlich kalt und man ist froh um jeden Sonnenstrahl. Ich meine, mit meiner Routenwahl die maximal erhältliche Anzahl Sonnenstunden bekommen zu haben - zugegebenerweise aber reiner Zufall...

Mit dem Auto gelangt man von Brissago zum Weiler Cortaccio. Etwas unterhalb davon befindet sich ein Parkplatz (nicht zu übersehen) auf etwa 950 m.ü.M. Weiter oben sind kaum noch Parkmöglichkeiten vorhanden. Die Strasse ist übrigens nicht ausgeschildert - wir fanden sie anhand der 1:25'000er Karte: Bei der südlichen Kirche in Brissago beginnt dieses Fahrsträsschen - mit einem Minimum an Gespür findet man gut nach oben.

Aufstieg zum Gridone

Von Cortaccio aus wählten wir den Aufstieg via Alpe Voièe und Avaiscia. Ab Cortaccio ist der Aufstieg bis 1233 m (Penzevrone) identisch mit jenem zum Rifugio Al Legn (via Rifugio Al Legn stiegen wir ab - diese Route ist länger in der Sonne...). Übrigens: Nicht erschrecken; Die Angabe auf dem alten Wegweiser in Cortaccio, der einen Aufstieg von 5 1/4 Stunden verspricht, stimmt definitiv nicht und bezieht sich wohl auf eine ältere, aufgegebene Route.

Von den Alphütten bei Avaiscia könnte man auf dem Wanderweg zum Rigugio Al Legn traversieren. Wir entschieden uns für den etwas direkteren Aufstieg; unmittelbar vor dem einen Hüttchen weist eine Aufschrift auf einem Felsblock "Gridone" die Richtung - der Pfad ist gut markiert.

Von der Btta die Valle (P.1948) führt die Route zunächst in Richtung Grat. Wir wählten die Route, welche nach kurzer Zeit in die Nordostflanke abbiegt und auf der man zuweilen steil ebenfalls den Grat erreicht. Der Schlussaufstieg zum Gipfel des Gridone ist dann sowohl schweizerisch (weiss-rot-weiss) wie auch italienisch (rot-weiss) markiert, wobei man die letzten Höhenmeter auf der italienischen Seite bewältigt (steile, ev. ganz einfache Kletterei, aber nirgendwo ausgesetzt).

Das Gipfelpanorama ist atemberaubend, phantastisch, unglaublich schön und wahnsinnig weitläufig - ich gebe es auf: Es ist in Worten nicht zu beschreiben - etwas vom Schönsten, was ich auf all meinen Touren erlebt habe! Die Welt scheint einem zu Füssen zu liegen. Deshalb ist es nicht zu verantworten, diese Tour bei schlechter Sicht zu begehen. Nein, nicht dass es gefährlich wäre (wäre es nicht...), man würde einfach zu viel verpassen.

Weiter zum Cruit 2085 m

Wir bereuten es nicht, nach dem Gridone noch den Cruit mitzunehmen: Man hat von diesem unbedeutenden Punkt (ab heute hat er wenigstens einen Steinmann :-)) die noch freiere Sicht auf den Lago Maggiore.

Zu erreichen ist er bequem mehr oder weniger dem Grat entlang auf Wegspuren (rot-weisse Markierungen). Der letzte Teil des Aufstiegs - wenige Höhenmeter - sind weglos zu bewältigen.

Weiter zu P. 2010 (Fumadiga)

Man braucht nicht dem ganzen Grat zurückzufolgen, sondern kann bereits vor P. 2138 m an geeigneter Stelle weglos vom Grat absteigen und erreicht wieder den Wanderweg, den man vom Aufstieg her schon kennt. Von P. 1948 führt ein Weglein zur Fumadiga - einem kleinen, hübschen Gipfelchen. Auch dieser kurze Ausflug ist lohnenswert: Zum wieder eindrücklichen Panorama kommt nun der von hier aus besonders beeindruckende Gridone mit seiner steil abfallenden Ostwand sehr schön zur Geltung.

Abstieg nach Cortaccio

Via Rifugio Al Legn stiegen wir recht steil hinab zum Ausgangspunkt durch herrliche Birkenwälder - der Herbst kommt hier voll zur Geltung; es ist unbeschreiblich. Und immer mit dem Lago Maggiore im Hinter- bzw. Untergrund.

Schade, dass der Tag schon zu Ende geht. Wegen der Schönheiten der Natur vergisst man beinahe, dass man aufgrund der von uns gewählten Gegensteigungen über 1400 Höhenmeter zurücklegen muss (oder darf). Diese Tour wird man nicht nur einmal unternehmen.

Tourengänger: Ivo66, Lena

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Kommentare (4)


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Bergstiger hat gesagt:
Gesendet am 20. Oktober 2009 um 23:07
Traumtour mit Traumbilder, Gratulation zu beidem!

Gruess Bergstiger

Ivo66 Pro hat gesagt: RE: Danke!
Gesendet am 21. Oktober 2009 um 19:51
Vielen Dank. Da musst Du unbedingt auch mal hinauf, wenn Du im Tessin bist.

Gruss Ivo

ossi hat gesagt: Da...
Gesendet am 22. Oktober 2009 um 09:07
schliess ich mich an: Könnte was für meine Frau Gemahlin und mich sein, sehr hübsch.

Geissbock Pro hat gesagt:
Gesendet am 5. August 2010 um 23:34
Wer es sich einfacher machen und nicht so viel kraxeln will, sollte vom Botta di Valle nicht den Weg rechtsrum über die Flanke des Gridone nehmen, sondern den, der grade aus direkt auf den Grat führt. Der Weg geht ziemlich parallel rechts vom Geröllfeld hoch, nur aufpassen, dass man nicht wie wir ins Geröllfeld gerät, was zwar nicht gefährlich aber sehr nervig ist. Vor dem Grat muss man nur die letzten paar Meter die Hände zu Hilfe nehmen, was auch für Leute ohne Klettererfahrung kein Problem sein dürfte.


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