Monte Leone (3553m)


Published by Lukas71 Pro , 20 September 2009, 22h37.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike: 6 September 2009
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Time: 11:00
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 2400 m 7872 ft.
Route:Monte Leone-Hütte (2848m) - Chaltwassertälli - Pt. 2603m - Hohmattugletscher - Breithornpass (3360m) - W-Grat - Monte Leone (3553m) - S-Grat - Alpjergletscher - Breithornpass (3360m) - Homattugletscher - Pt. 263m - Simplonpass (2003m)
Access to end point:ÖV Simplonpass Kulm cff logo Simplon Kulm
Maps:1289 Brig / 1309 Simplon

Nach der klaren Nacht folgt ein klarer Tag. Die Stirnlampen brauchten wir für den Abstieg zur Abzweigung westlich von Pt. 2516 nicht, denn in der Nacht zuvor war Vollmond. Der Mond schien genügend hell, so dass wir den Weg ohne Problemen sahen und fanden. Die Monte Leone-Hütte steht eigentlich an einem komplett falschen Ort. Denn für die Normalroute ist eben dieser Abstieg mit einem riesigen Umweg verbunden. So sahen wir denn auch sich bewegende Lichter vom Simplonpass herkommen. Es waren Alpinisten die diese Tour in einem Tag machten. Wenn man den Hüttenstandort betrachtet kommt es tatsächlich nicht drauf an ob man in der Hütte schläft oder auf dem Simplonpass.
Der Aufstieg führt über Pfadspuren zu einer kleinen Ebene bei Pt. 2603m. Man sollte keinesfalls der Moräne weiter folgen, auch wenns verlockend aussieht. Doch am Ende der Moräne steht man am Abgrund und muss ebenfalls wieder zur Ebene absteigen. Von unten sieht es aus als könnte man direkt auf den Homattugletscher gelangen, doch da ist ein tiefes Tal dazwischen. Diese Erfahrung musste zwei Tourengänger machen, die uns im Schnellzugstempo angehängt haben...
Der Aufstieg von dieser Ebene auf den Homattugletscher ist mit grünen Punkten markiert und führt z.T. durch riesige Geröllbrocken, z.T. über Felsbänder. Auch hier ist der Gletscherschwund gut sichtbar und man muss bereits weit nach oben gehen, ehe man auf Gletschereis trifft. Erst auf ca. 3000m betritt man heute den Gletscher. Hier montierten wir die Steigeisen und den Klettergurt. Da der Gletscher bis in den Breithornpass aper war verzichteten wir aufs Seil.
Der Breithornpass wirkt näher als er tatsächlich ist. Diese Erkenntnis mussten wir an diesem Tag mehrmals machen, denn man legt grosse Distanzen auf dieser Tour zurück. Kurz vor dem Breithornpass konnten wir erstmals in die Sonne blicken. Eine grosse Weite eröffnet sich einem beim betreten des Alpjergletschers und zuhinterst lockt der Monte Leone.
Hier gabs die erste richtige Pause. Aber auch heute gab uns die Bise zu verstehen, dass sie den Tag beherrschte. Es war kalt und unangenehm um einfach so da zu sitzen. Auch hier oben auf 3260m werden die Gletscher nicht grösser. Die Felsinsel reicht nun bis zum Gratausläufer des Monte Leone. Also hiess es wieder Steigeisen abnehmen. Einige hundert Meter auf lockerem Geröll und Schutt abwärtsgehen und dann wieder Steigeisen anziehen.
Wenig später konnten wir dann unser Seil doch noch gebrauchen, denn der Gletscher war ab hier schneebedeckt. Und es waren auch einige Spalten auszumachen, ebenso wie der Bergschrund, welcher man aber Problemlos überqueren konnte. Wir wollten uns nicht mit der Normalroute zufrieden geben sondern peilten den W-Grat an. Nach einem steilen Aufschwung und einer kurzen Passage im Geröll standen wir auf dem W-Grat. Hier begann dann unsere Kletterei.
Man tut gut daran ein Set Klemmkeile und ein paar kleine bis mittlere Friends mitzunehmen. Zu dritt kletterten wir den W-Grat, während die zwei anderen Mitglieder den Aufstieg über die Normalroute in Angriff nahmen.
Um zügig voranzukommen sicherten wir nicht, sondern kletterten alle miteinander im Abstand von jeweils ca. 10m. Wir achteten darauf, dass jeweils immer zwei Zwischensicherungen angebracht waren. Es gab auch immer die Gelegenheit den Seilersten wieder mit dem ausgehängten Material zu versorgen. Wir waren drei geübte Kletterer und kamen sehr gut voran und so standen wir dann nach 6h Aufstieg auf dem Gipfel. Nach einer Viertelstunde kam dann auch das S-Grat-Team auf dem Gipfel an. Die Bise bliess nun nicht mehr so heftig und es wurde richtig gemütlich auf dem Gipfel, mit einer Aussicht die man nur an wenigen Tagen im Sommer hat.
Ich schätzte den Abstieg bis zum Simplonpass auf 5h. Und ich behielt recht. Wie schon erwähnt, macht man auf dieser Tour unglaubliche Distanzen und die Summieren sich...Den Abstieg traten wir wieder zu fünft über den S-Grat an. Am Anfang ist man auf der E-Seite des Grates oder leicht in der E-Flanke. Teilweise hat es sogar einen Pfad. Etwa ab der Hälfte wechselt man in die W-Flanke. Der Abstieg ist von verschiedener Qualität. Oben ist es brüchig und lose. In der Mitte wird es fest und es hat grössere Blöcke und gegen unten wirds dann wieder fein und brüchig.
Über den Bergschrund fanden wir dann auch eine geeignete Brücke und so marschierten wir über den gleichen Weg zurück bis zum Breithornpass. Hier legte die Bise wieder einen Zahn zu und zwang uns wieder in die Jacken. Dann gings steil hinunter bis zum unteren Ende des Homattugletschers. Erst jetzt, mit dieser Perspektive, sah man wie steil wir am Morgen aufgestiegen waren. Nun konnten wir uns vom Seil, Klettergurt und Steigeisen befreien und suchten uns für den Abstieg die noch zahlreich vorhandenen Schneefelder. Diese waren aber bereits schon wieder hart geworden, weil sie nur ganz kurz am Tag die Sonne zu sehen bekamen.
Der Abstieg führte uns über die gleiche Route wie im Aufstieg bis zur Wegverzweigung westlich von Pt. 2516m. Dort bogen wir links ab und marschierten auf dem gut ersichtlichen Wanderweg bis zum Simplonpass. Unser Timing war perfekt, denn kurz nach unserer Ankuft fuhr auch schon das Postauto vor und brachte uns nach Brig.

SAC Sektionstour: René (TL), Martin, bulbiferum, Raphael und ich


Hike partners: bulbiferum, Lukas71

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