ÖHRLI 2194m (Nasenlöcher), SÄNTIS 2502m


Publiziert von Wolfenstein Pro , 19. September 2009 um 15:13.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:12 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AR   CH-SG   CH-AI 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1330 m
Abstieg: 1330 m
Strecke:Schwägalp - Chammhaldenhütte - Nasenlöcher - Öhrlisattel - Öhrli - Öhrlisattel - Blauschnee - Säntis - Girenspitz - Tierwis - Schwägalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:via Urnäsch bzw. Neu-St.-Johann über die Passstraße zur Schwägalp, unzählige (noch) kostenlose Parkplätze
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito

     
 

Aller guten Dinge sind drei; und so zog es uns innert weniger Wochen zum dritten Mal in den Alpstein. Nachdem ich den Säntis auf dem Normalweg heuer bereits begangen hatte, wollten wir diesmal - wie kürzlich am Altmann - einer Alternativroute den Vorzug geben. Eines gleich vorweg: das Wetter präsentierte sich mal wieder äußerst besch...eiden. Bei der Vorhersage einer Hochnebelgrenze von 1500-1700m haben die Wetterfrösche nebenher wohl grad Lottoscheine ausgefüllt. Bis auf über 2500m war jedenfalls den gesamten Tag kein einziger Sonnenstrahl auszumachen.
Nichtsdestotrotz stiefelten wir gut gelaunt gegen 10 Uhr an der Schwägalp (1352m) los, umgingen die Chammhalde unspektakulär auf Fahrwegen via Chammhaldenhütte (1396m) und durchquerten Potersalp, bis kurz hinter Dreihütten (1341m) ein Wegweiser auf den Kletterpfad zum Öhrli hinweist. In der (vergeblichen) Hoffnung, das Wetter würde sich mit der Zeit bessern, legten wir hier erst einmal einen ausgiebigen Brunch ein, was die hiesige Kuhherde sehr zu schätzen wusste und zum Abholen von Streicheleinheiten auf Tuchfühlung ging.

Eine Stunde später machten wir uns wieder auf die Socken, immer den weiß-blau-weißen Markierungen folgend. Die ersten 100 Höhenmeter noch gemäßigt, geht es danach doch recht steil über Grasschroffen, Pt. 1622 passierend, im ewigen Zick-Zack bis auf ca. 1505m, wo sich dann plötzlich die felsige Nordostflanke des Alpsteins zeigt. Es folgt die eigentliche Kletterei, welche leicht im I. Grad an den Nasenlöchern vorbeiführt und auch ohne Benutzung der vereinzelten stählernen Aufstiegshilfen gut machbar ist. Ab Pt. 1879 ändert sich der nun weniger steile Wegcharakter zugunsten etwas gerölligen Untergrundes, worauf man wenig später in der Hinter Öhrligrueb den Wanderweg Schäfler-Säntis trifft. Diesem folgt man ein kurzes Stück Richtung Schäfler bis zum Öhrlisattel (2119m), wo der unmarkierte, aber leicht zu findende Weg zum Öhrli abzweigt. Über eine kurze Schutthalde gelangten wir in wenigen Minuten an die Südwand, welche in einer weiteren unschweren Kletterei - unterbrochen von einer kleinen Gratüberschreitung - durchstiegen wurde. So erreichten wir kurz nach 1 Uhr den ersten Gipfel des heutigen Tages, das relativ selten begangene  Öhrli (2194m).

Nach erneut ausgiebiger Pause bei recht kühlen Temperaturen ohne jegliche Aussicht ging es zügigen Schrittes via Höchniderisattel (2121m) zurück auf die "Autobahn" in Richtung Blauschnee, dessen letzte Tage endgültig gezählt scheinen, so klein ist das ehemals ausladende Schneefeld geworden. Ohne den Schnee auch nur einmal berühren zu müssen, erklettert man wahlweise auf dem gesichterten Weg oder "nature" einige Meter daneben den Girensattel. Von hier gleich weiter zum Blauschneesattel (2397m), wo dann die obligatorische Stauung am Himmelsleiterli eintrat. Wenig später durch den Stollen gestapft und die vielen Treppenstufen erklommen, standen wir gegen 15:00 Uhr auf dem Gipfel des Säntis (2502m).
Im Anschluss machten wir es uns in der Wartehalle der Seilbahn bequem und bestaunten bei Vesper und Bierchen lange Zeit die allerlei exotischen Gestalten, welche die Bahn hier hoch befördert... bis uns klar wurde, dass die eigentlichen Exoten wir waren, in unseren verschwitzen Leibchen und den schmutzigen Bergschuhen ;-). Da die Mehrzahl der vorhin überholten Gipfelaspiranten für den Rückweg wohl die Bahn wählte, waren wir beim Abstieg auf der Himmelsleiter fast alleine. Zurück im Girensattel, machten wir uns an den letzten Aufstieg für heute und waren wenig später auf dem ebenfalls meist links liegengelassenen Girenspitz (2448m). Diesmal keine Pause, sondern direkt hinunter zur Tierwis (2085m). Hier genehmigten wir uns nochmals einen ausgedehnten Höck, bis wir dann nach einem 50minütigen Abstieg die heutige Tour am Parkplatz der Schwägalp (1352m) zum Abschluss brachten.

Wie schon Thomas im Kommentar zur letzten Säntistour aufgezeigt hatte, bieten die Nasenlöcher eine wirklich empfehlenswerte Abwechslung. Nicht zuletzt deshalb mögen wir den Alpstein so; er hat für jeden Geschmack einiges zu bieten!

 
 
     
 
reine Aufstiegszeit: 3:40
Entfernung ungefähr (ebenenprojiziert): 14 km
Wetterverhältnisse: Nebel, Nebel, Nebel
Wegmarkierung: Potersalp bis Öhrlisattel als Kletterweg weiß-blau-weiß,
Öhli unmarkiert (Wegspuren sichtbar),
alle anderen Wege der Tour durchgehend weiß-rot-weiß
Gipfelbuch: nur auf dem Öhrli
Hilfsmittel: keine
Sonstiges: interessante Alternative zum sehr viel begangenen Säntis-Normalweg
Tour komplett im Nebel :(
 
 

Tourengänger: Wolfenstein, Imseng

Galerie


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