Hangendgletscherhorn


Publiziert von darkthrone , 14. September 2009 um 20:54.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:13 September 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz Mürvorsess
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Parkplatz Mürvorsees
Unterkunftmöglichkeiten:SAC Gauli Hütte

Samstagnachmittag vom Parkplatz Mürvorsess Pkt. 880 im Ürbental über den Gauli-Hüttenweg in 4.5 Stunden (T3) in die Hütte aufgestiegen. Leider waren wir während des gesamten Aufstieges in der Nebelsuppe gefangen, sodass uns der Blick auf die schönen Engelhörner verwehrt wurde.
 
Sonntag 05.45 Frühstück, 06.30 Abmarsch. Leider verpassten wir die Abzweigung zum Zustieg der Tour gleich hinter der Hütte. So steigen wir weglos westlich der Hütte dem Chammibach entlang Pkt. 2462 über alten Morenenschutt und Geröllhalde (T4)  hoch zum Fuss des Hangend Gletschers wo wir uns für die Gletscherbegehung vorbereiteten.  
Über den Gletscher und durch zwei Spaltenzonen (grosse Spalten) zum steilen Gletschersteilaufschwung. Zuerst musste eine breite grosse Randspalte überquert werden, was dank einer stabilen Schneebrücke ohne Probleme machbar war. Danach in Frontalzackensteigeisentechnik über den blankeisigen Steilaufschwung ein paar Spalten ausweichend auf das Joch.  Laut Plaisir Alpin könnte man über Firn fast bis kurz unterhalb des Gipfels aufsteigen. Bei uns war jedoch wegen fehlenden Schnees beim Joch Schluss.
Ab dem Joch fing der Kletterspass an. Zuerst rutschig über Feinschutt, danach im brüchigen Fels hinauf in leichter Kletterei (II) in Richtung Gipfel. Das Gestein ist sehr brüchig, sodass jeder Griff-Fusstritt zuerst auf seine Festigkeit getestet werden sollte um keine bösen Überraschungen zu erleben. Da sich die Hochnebelgrenze rasch anhob und schon den Tälligrat auf 2700 Meter einhüllte, entschlossen wir uns kurz vor dem Gipfel abzubrechen, denn wir wollten den steilen Eishang und die Spaltenzone nicht unbedingt bei schlechter Sicht begehen.
So sind wir wieder zurückgeklettert bis zum Joch Pkt. 3177. Nun hüllte uns jedoch der Nebel schon ein und so stiegen wir den eisigen Steilhang rückwärts hinunter, die Spalten umgehend bis über die Randspalte. Während des Abstiegs wurden wir ständig von heftigem Steinschlag bombardiert. Zum Teil sind sehr grosse Steinbrocken das Eiscouloir hinuntergestürzt, ein kleinerer Gesteinsbrocken traf mich mit voller Wucht an meiner Hand. Zum Glück hatte ich Handschuhe an welche den Schlag etwas abdämpften und so trug ich nur eine Prellung davon.  Im immer dicker werdenden Nebel nun zurück über den Gletscher zur  Gletscherzunge Pkt. 2724. Nun über den offiziellen Zuststiegsweg (T4) den vielen Steinmandli folgen zurück zur Hütte und gleich weiter abgestiegen zurück zum Parkplatz
 
Anmerkung zur Tour:
Die Tour sollte lieber anfangs Saison unternommen werden, dann ist der Steilaufschwung nicht eisig und daher ohne grosse Probleme bequem zu begehen. Man kann laut Alpin Plaisir bis kurz unterhalb des Gipfels auf Firn aufsteigen und hat so nur eine kurze Kraxelstelle. Der gefährliche Steinschlag im Steilaufschwung muss man dann ebenfalls nicht fürchten.

Ich würde die Tour am Ende Saison nicht mehr begehen, ist diese bei den jetzigen Verhältnissen doch um einiges anspruchsvoller und der ständige Steinschlag sehr gefährlich.

Tour mit Elisabeth und Isschrube

Tourengänger: darkthrone, Isschrube

Galerie


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