Gamsgrat 2201 m - leicht unterschätzt...


Publiziert von Ivo66 Pro , 13. September 2009 um 18:55.

Region: Welt » Liechtenstein
Tour Datum:13 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: FL 
Zeitbedarf: 2:45
Aufstieg: 670 m
Abstieg: 260 m
Strecke:Malbun - Sareis - Gamsgrat P. 2201 - P. 2046 - P. 2042 - Sareis
Kartennummer:1:25000 - Drei Schwestern

Auf der Rückreise von Graubünden Richtung Winterthur sollte noch Zeit für eine gemütlicht Tour sein. Also verliessen wir uns auf einen Bericht auf hikr.org, wo die Besteigung des Ochsenkopfs von Malbun aus mit T3 bewertet wurde.

Von Malbun gelangt man rasch auf breitem Weg zum Berggasthaus Sareis. Man geht weiter zur Bergstation des Sessellifts, wo nach rechts ein zunächst guter Weg (keine Ausschilderungen, keine Markierungen) abzweigt. Diesem folgt man - zunächst absteigend - dann wieder hinauf durch Legföhren und gelangt in steiniges Gelände. Wegspuren und bald auch gelbe Markierungen weisen die Route hinauf zum Gamsgrat. Zwischendurch führt die Route auch über grasigeres, aber sehr gut gestuftes Gelände. Es wird immer steiler... und steiler; und bald kommen die Gedanken: Wie sollen wir hier wieder herunterkommen? Es liegt sehr viel loses Material in diesem steilen Couloir und so übertrieben es klingen mag: Das Tragen eines Helmes ist zu empfehlen, sobald sich mehrere Berggänger in diesem Gelände befinden. Kurz vor dem Erreichen der Grathöhe scheint ein Weiterkommen ausgeschlossen: Die gelben Markierungen führen in ausgesetztes Felsgelände. Doch wie so oft erweist sich dann die Begehung selbst als nicht so problematisch wie noch aus 10 m Distanz zu beurteilen war. Diese Stelle ist zwar sehr sehr schmal und ein Sturz nicht erlaubt - es ist wirklich ausgesetzt, doch ist sie auch schnell hinter sich gebracht und das Gelände wird wieder etwas freundlicher.

Nun zog leider immer mehr Nebel auf - wir schafften es noch etwa bis P. 2242 auf dem Grat zum Ochsenkopf. Die Fortsetzung zum Ochsenkopf scheint eine spannende Gratkletterei zu sein. Wir wollten aber unbedingt wieder hinunter, bevor etwa noch Regen einsetzt, denn bei Nässe ist diese Tour nicht zu verantworten.

Jetzt gilt es, besseres Wetter abzuwarten und dann bei einem prächtigen Herbsttag die gesamte Tour bis zum Ochsenkopf in Angriff zu nehmen. Ganz bestimmt ein unvergessliches Bergabendteuer und dann sind wir mental auch nicht auf ein T3 sondern auf eine veritable T5 eingestellt. Den Aufstieg zum Gamsgrat kann man sich stellenweise etwa so vorstellen: Man nehme den klettersteigähnlichen Aufstieg zum Piz Julier und entferne sämtliche Ketten, Drahtseile und Geländer und - voilà!

@Alpstein: Das wäre doch eine hübsche gemeinsame Tour. Für Euch Chammhalden- und Hundsteinschluchtbezwinger kein Problem!

Tourengänger: Ivo66

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Kommentare (4)


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alpstein Pro hat gesagt: Warum nicht ?
Gesendet am 13. September 2009 um 19:49
Hallo Ivo und Lena !

wenn die luftige Querung an der Chammhalden für Esther58 auch an der Grenze des Machbaren lag, können wir den Ochsenkopf im Oktober ja mal in Angriff nehmen.

Wir bleiben in Verbindung. Einen schönen Sonntag noch.

Herzl. Grüße
Hanspeter und Esther

kramiro hat gesagt: Definately not a T3!
Gesendet am 25. September 2009 um 12:49
I tried this last year with a friend who lives in Liechtenstein, and had heard it was an "unusual" tour. The first time we tried, we didn't know about the yellow spots which"mark" the way, and got completely lost. However, we tried about a week later after talking telefonisch to a Hikr who had done it, and to the Ski Lift Bediener at Sareis Bergstation. He said it was "not too bad" and sort of pointed out where we should start in the Couloir. We got to the point near the Grat where it is ausgesetzt but didn't want to go any further because we didn't know what would come next. We then had to come down the same way which was a bit hairy! If an experienced Hikr would accompany me, I would try again (any offers?). But no, this definately not a T3, it's a bloody T5!

SCM Pro hat gesagt: RE:Definately not a T3!
Gesendet am 11. Juli 2010 um 13:57
Ich würde empfehlen nicht wieder Richtung Sareis abzusteigen sondern nach Sass Fürkle. Dann kann man einfach die grossen Geröllhalden runtergehen und muss nicht mehr durch das Culoir steigen. Dazu auch mein Bericht.

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:Definately not a T3!
Gesendet am 19. Juli 2010 um 22:04
Vielen Dank für diesen Tipp, den ich mir beherzigen will. Wir haben damals die Tour vor allem wegen der sehr schlechten Sicht abgebrochen, haben aber vor, ev. dieses Jahr die Tour bis zum Ochsenkopf zu vollenden. Scheint wirklich eine tolle Gratkletterei zu sein.

Viele Grüsse, Ivo


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