Val Grande - Die Wildnis im Hinterland des Lago Maggiore


Publiziert von lobojack , 6. September 2009 um 12:31.

Region: Welt » Italien » Piemont
Tour Datum: 3 September 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 1200 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der Centovallibahn nach Trontano, oberhalb von Domodossola
Unterkunftmöglichkeiten:Alpe Rina, enfache Selbstversorgerhütte

Schon der Einstieg zu dieser einsamen Tour ist ein Erlebnis, zumindest für Eisenbahnfreunde. Aus dem Tunnelbahnhof der Centovallibahn in Domodossola rattert der alte Zug über Serpentinen, durch kleine Weinberge und vorbei an schönen Palazzi hinauf nach Trontano (518 m) ins Valle Vigezzo, wie das Centovalli auf der italienischen Seite heißt. TrontanoVon diesem romantischen kleinen Dörfchen bietet sich ein herrlicher Blick über die Ossola in Richtung Simplon und Monte Rosa. Die Alten im Ort wissen schon wohin die Leute mit schweren Rucksäcken wollen und dirigieren den Wanderer durch das Granitlabyrinth der alten Häuser im Oberdorf. An der Casa Rosa, einem rosa gestrichenen Haus mit Brunnen davor, beginnt der 1200 Meter TrontanoAufstieg Richtung Alpe Rina.

Steil bergan durch den Wald folgen wir dem Weg Richtung Rifugio Parpinasca. Obwohl wir immer mal wieder den Fahrweg kreuzen genießen wir die Route, die herrliche Ausblicke bis zum Monte Rosa bietet.

Die Orientierung mit der Schweizer Landeskarte ist eher schwierig. So ist der eingezeichnete Idealweg kurz vor der Bachquerung unterhalb des Rifugio  nicht mehr sichtbar. Wir steigen also an der Hütte vorbei weiter auf. Das Rifugio ist oft am Wochenende bewirtschaftet, was konkret Sabato & Domenica heißt.

Der Wegweiser oberhalb der Hütte ist wörtlich zu nehmen. Richtung peilen und dann weglos den Hang hoch an mehreren schönen Almen vorbei und dann weiter auf einem Pfad steil im Wald hoch.  Der Sattel der Alpe di Nava ist eine Erlösung. Von hier kommt, mit bloßem Auge kaum erkennbar,  die Alpe Rina in Sicht. Sie liegt auf einem Felssporn, wie ein Adlernest Alpe-Rina fast 1500 Meter über Domodossola. Unglaublich, was Menschen bewog sich im Sommer an diesem Ort niederzulassen. Wir kommen schnell zum Schluß, dass es wohl die pure Not war. Vom Sattel schlendern wir auf einer Höhenlinie entlang zur Alm auf 1720 Meter. Alles in allem 4 anstrengende Stunden ab Trontano.Die Hütte wurde erst im Juli 2006 eröffnet und ein Blick ins Hüttenbuch mit seinen  wenigen Einträgen verrät den "Grad der Einsamkeit"! Sie bietet Holzofen, Gaskocher und eine Wasserstelle 20 Meter unterhalb. Der Blick ist genial, Simplon, Monte Rosa, Ossolatal…alles da! Dieses Granitfestung  zu heizen ist allerdings  eine echte Herausforderung. Alpe RinaDa ist es besser man hat Wetterglück und genießt vor der Hütte den Blick auf die 4000er und die am Abend funklenden Lichter von Domodossola.

Die Nacht auf der Isomatte wird auch dadurch erträglicher, dass wir genügend Rotwein im Rucksack haben und uns die Anstrengungen des steilen Aufstiegs sofort ins "Koma" fallen lassen….

Der Weiterweg im Val Grande und mehr Touren in den Südalpen auch auf:

Magic Mountainzones

Tourengänger: lobojack

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Kommentare (1)


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Seeger Pro hat gesagt: Unglaublich, was Menschen bewog...
Gesendet am 7. September 2009 um 12:43
...sich im Sommer an diesem Ort niederzulassen.
Ciao Michael
Mit diesem Satz spürt man die Empathie zu diesen Helden und ehemaligen Protagonisten dieser abgelegenen Orte. Du sprichst mir aus dem Herzen und allen, welche diese Gegenden lieben.
Hoffe, von Dir noch möglichst viele Berichte lesen zu dürfen. Danke!
Dein
Andreas


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