Mönch, 4107m und Jungfrau, 4158m


Publiziert von Montanara , 5. September 2009 um 23:20.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum: 3 September 2005
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Auto oder Zug bis Grindelwald Grund, von da auf die Kleine Scheidegg und zum Jungfraujoch
Unterkunftmöglichkeiten:Mönchsjochhütte 3657m
Kartennummer:1249 Finsteraarhorn

Die zwei letzten Urlaubstage wollte ich bei prächtigem Wetter nochmals nutzen. Nur was machen und wo? Ich war gerade aus dem Wallis zurückgekehrt (von der Tourenwoche mit Alphubel, Allalinhorn, Polluix und Dom) und dementsprechend noch akklimatisiert. Meinem Tourenpartner für diese beiden Tage ging das auch so, er war den Sommer über auch immer wieder auf Hochtouren gewesen. Daher entschieden wir uns für Mönch und Jungfrau im Berner Oberland.

 Am 1. Tag also Anreise nach Grindelwald und mit der ersten Bahn (und halb Japan) rauf aufs Jungfraujoch. Vom Jungfraujoch hält man sich zunächst mal Richtung Mönchsjochhütte. Kurz vor dieser geht es dann links ab zum Südostgrat des Mönch. Man folgt Steigspuren, oft findet man auch Steigeisenkratzer, aufwärts. Dabei ist es sinnvoll sich meist auf dem Grat zu halten. Die Orientierung empfanden wir als recht einfach (ein Regenmesser, den man schon von recht weit unten sieht, dient ebenfalls als Orientierung). Am Grat wechselten sich bei und Fels- und Firnpassagen ab (bei sehr aperen Verhältnissen gibt es im unteren Teil fast ausschliesslich Felspassagen). Zum Schluss gelangt man über das Gipfelschneefeld (ca. 35 Grad) hoch zum Gipfelgrat. Dieser hatte bei uns eine Top - Spur und wir erreichten ohne Probleme den Gipfel in knapp 2,5h. Nach ausgiebiger Rast bei Prachtswetter stiegen wir ab zur Mönchsjochhütte um am nächsten Tag die Jungfrau in Angriff zu nehmen.

Nach einer recht ruhigen Nacht in der (nur mit ca. 20 Bergsteigern gefüllten) Mönchsjochhütte ging es um 4:30 Uhr los Richtung Jungfrau. Es war nach kalter Nacht tip top gefroren und so gelangten wir schnell bis kurz vor den Stollenausgang der Jungfraubahn. Von da ein Stück in südl. Richtung den Jungfraufirn hinab, bald aber in westl. Richtung (Vorsicht oft grosse Spalten!) zum Fuss des Rottalsporns. Über dessen Felsen hinauf zu einem Regenmesser und einer Steilstufe. Dort führt ein 20m Riss hinauf zu einem schmalen Band. Auf diesem Band nach links und dann über einen Firnhang hinauf auf den Bergrücken (Firnrücken, Kranzbergeck). Dieser Firngrat ist stellenweise recht breit und gut zu gehen. Hier hat es auch einige schöne Rastplätze von denen wir auch einen nutzten. Am Ende diese Firngrates beginnt dann die Querung in steilerem Gelände unterhalb des Rottalhorns welche schliesslich zum Bergschrund unterhalb des Rottalsattels führt (Vorsicht auf evtl. Wächten vom Rottalhorn). Dieser Bergschrund war bei uns relativ leicht zu überwinden, da er recht gut zu war. Ein großer Schritt war aber dennoch von Nöten und die ersten Meter nach dem Bergschrund wiesen bei uns eine Steilheit von ca. 55 Grad auf. Dank gutem Trittfirn kamen wir aber ohne Probleme hoch zum Rottalsattel (3969m)
Vom Rottalsattel quert man nun in steilem Gelände nach Nordwesten zu den Felsen, die den Gipfelhang westl. begrenzen. An dieser Querung sind Sicherungsstangen angebracht. Über die Felsen schliesslich hinauf und über den Gratrücken zum Gipfel. Auf dem Gipfel genossen wir das gigantische Panorama bei allerbestem Wetter. Da es mittlerweile aber auch recht warm war, entschlossen wir uns nach ca. 30min für den Abstieg, auch wenn wir das Panorama natürlich noch gerne länger genossen hätten. Da der Abstieg aber fast ausschliesslich im Firn verläuft und es auf den Gletschern oft heikle Spalten hat, ist es sinnvoll möglichst früh den Abstieg zu beginnen. 
Das diese Entscheidung richtig war merkten wir als wir wieder beim Bergschrund des Rottalsattels ankamen. Der Firn war hier schon ziemlich weich. Trotzdem ging die Überquerung des Bergschrundes mit der nötigen Vorsicht ganz gut. Nun gibt es zwei Möglichkeiten des weiteren Abstiegs: entweder wieder genau auf der Aufstiegsroute zurück, oder man quert nur noch ein kurzes Stück unterhalb dem Rottalhorn um dann direkt über den steilen Firnhang (unterhalb dem Rottalhorn) zum Jungfraufirn hinunter zu gelangen. Dieser Direktabstieg (quasi vom Bergschrund des Rottalhorns zum Jungfraufirn), ist aber NUR bei ausserordentlich guten Firnverhältnissen möglich und empfehlenswert.  Da wir das Glück dieser sensationell guten Firnverhältnisse hatten und auch die meisten anderen Seilschaften diesen Abstieg wählten, entschieden wir uns für diesen Direktabstieg, der natürlich einiges an Zeit und Weg spart. Auf halbem Abstiegsweg versperrte uns aber schliesslich ein Bergschrund zunächst einmal den Weg. Die einzige Möglichkeit darüber zu kommen war schlicht und einfach ein großer Sprung aus ca. 2,5 m Höhe. Der Schrund selbst war ca. 1m breit. Dadurch, dass hier schon mehrere Bergsteiger drübergesprungen sind, war die Aufsprungfläche schon recht eben und festgedrückt. Also Augen zu und durch! Vom Warten und Überlegen wirds schliesslich auch nicht besser.... Alles ging gut und wir standen dann doch einigermassen erleichtert unterhalb dieses Bergschrundes. Von hier ging es dann ohne Probleme weiter runter zum Jungfraufirn und über diesen (mittlerweile natürlich recht aufgeweicht) leicht ansteigend zum Jungfraujoch. Hier wurde dann erst mal auf die beiden herrlichen Tage angestossen bevor es schliesslich endgültig wieder Richtung Heimat ging.

Schwierigkeit Mönch Südostgrat (Normalweg):   WS+  II
Schwierigkeit Jungfrau Rottalsporn, Südostgrat (Normalweg):   ZS-   II

Anmerkung: Da die Bilder dieser Tour noch mit einem herkömmlichen Fotoapparat (also keine Digitalkamera, die war leider kaputt...) gemacht wurden, habe ich sie eingescannt. Dies führte aber zu einer etwas schlechteren Bildqualität, sorry..... Die Fotos sollten aber trotzdem noch gut zu sehen sein :-)


Tourengänger: Montanara

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