Parrotspitze / Punta Parrot 4432m, Ludwigshöhe 4341m und 2 weitere Gipfel.


Publiziert von Sputnik Pro , 5. September 2009 um 14:58.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:30 August 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 3450 m
Abstieg: 3450 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Brig oder Visp mit der Bahn nach Zermatt. Von Zermatt mit der Gornergratbahn bis zur Station Rotenboden.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Monte Rosahütte SAC (150 Plätze; Winterraum immer offen); Telefon 027 967 21 15. Capanna Giovanni Gnifetti CAI (143 Plätze; Winterraum immer offen); Telefon 0039 0163 78015; Reservierung auf Homepage www.rifugimonterosa.it .
Kartennummer:LKS 1:25000 Zermatt (Nr.1348) und 1:50000 Gressoney (Nr.294)

MONTE ROSA TAG 1 UND 2:  EIN LANGER MARSCH FÜR EINFACHE 4000er!

Meine CH-4000er Nummer 27 und 28.

Mein Ziel für 2009 war es meine Schweizer 4000er Sammlung auf 30 zu erhöhen was mir mit der Monte Rosa Tour auch gelang. Die Liskammüberschreitung wäre auch noch möglich gewesen, ich hätte dafür aber noch einen Tag länger Urlaub gebraucht - nun steht das Projekt Liskamm schon für nächstes Jahr. Die Vorbereitungen für die Monte Rosa Tour waren recht chaotisch, zuletzt waren wir nur noch zwei die unterwegs waren. Mit Freddy fand ich aber einen tollen Bergkamerad und wir erlebten vier schöne Tage zusammen bei einem absoluten Prachtswetter. Da die Gipfel eher einfach zu besteigen sind und oft besucht werden, möchte ich diese hier nur kurz beschreiben und dafür mehr Bildmaterial zum Bericht geben.

Parrotspitze / Punta Parrot (CH/I; 4432m):

Die Parrotspitze wurde erstmals am 16.8.1863 durch Melchior Anderegg, Florence Crauford Grove, William Edward Hall, Reginald Somerled Macdonald, Montagu Woodmass und Peter Perren bestiegen. Mit einer Schartenhöhe von 136m ist sie auch eine der selbstständigeren 4000er im Monte Rosa Gebiet. Von Westen (Piodejoch; 4283m) und Osten (Seserjoch; 4296m) erscheint sie als schnittige Firnpyramide, von Norden als (Grenzgletscher) als breiter Firnbuckel und von Süden als Felsberg mir einer steilen kombinierten Wand. Von der Schweizer Seite muss man von der Monte Rosa Hütte (2795m) den sehr langen Weg über den Grenzgletscher auf sich nehmen um ins Piodejoch zu gelangen; die Verhältnisse des Gletschers varieren von Jahr zu Jahr stark und können im Allgemeinen mit der Schwierigkeit WS angegeben werden.  Der Aufstieg zum Gipfel aus den Piodejoch führt zuerst über einen Schnee- oder Eishang (40°) auf den Firngrat den man oberhalb den Felsen von P.4340m erreicht, danach über die teilweise luftige Firnschneide auf den Gipfel. Aufstieg vom Piodejoch zum Gipfel: WS-.

Ludwigshöhe (CH/I; 4341m):

Der südlichste 4000er der Schweiz wurde erstmals am 25.8.1822 vom Ludwig Freiherr vom Welden zusammen mit Gefährten für wissenschftliche Vermessungszwecken bestiegen. Aber erst später wurde die nicht sehr selbstständige Firnkuppe (Schartenhöhe 57m) nach ihm benannt. Von Nordosten (Piodejoch; 4283m), Norden (P.4246m und Lisjoch 4151m) und Westen (Zurbriggenjoch; 4271m) ist der Berg einach über Firn zu besteigen (Schwierigkeit L). Gegen Südosten bricht die Ludwigshöhe mit steilen Wänden zum Ghiaccaio delle Piode ab. Auf dem Gipfel treffen sich die schweizer Grenze und die Grenzen der italienischen Regionen Valle d'Aosta und Piemonte.

Corno Nero / Schwarzhorn (I; 4321m):

Trotz seiner eher geringen Schartenhöhe von 50m ist der Corno Nero ein markannter Felskopf in schöner Lage südlich der Ludwigshöhe durch der er mit dem Zurbriggenjoch (4271m) getrennt ist. Der Corno Nero wurde erstmals am 18. 8.1873 durch Marco Maglionini und Albert de Rothschild zusammen mit den Bergführer Eduard Cupelin, Peter Knubel und Nikolaus Knubel bestiegen. Der einfachste Aufstieg beginnt im Zurbriggenjoch und führt über einen bis 50° steilen Firnhang zu dem Gipfelfelsen der luftig erklettert (I+) wird; die Schwierigkeit der kurzen Route auf den Corno Nero ist WS. Wie die Ludwigshöhe bricht der Corno Nero gegen Osten steil zum Ghiaccaio delle Piode ab.

Balmenhorn (I; 4167m):

Das Balmenhorn gilt zu Recht nach UIAA-Liste nicht als eigenständiger 4000er in den Alpen da seine Schartenhöhe nur lächerliche 12m beträgt! Der Felsblock liegt auf dem Lysgletscher südwestlich vom Corno Nero. Auf dem Gipfel befindet sich seit 1955 die riesige Bronzestatue "Christo delle Vette" und seit 1985 das Bivaccio Felice Giordano. Den Gipfelfelsen vom Balmenhorn erreicht man am einfachsten über den spaltenreichen Lysgletscher von der Capanna Giovanni Gnifetti (3625m). Den Gipfel selbst lässt sich am einfachsten von Nordosten über eine Leiter besteigen; die Schwierigkeit der Tour ist L.

TAG 3 + 4: Für die besuchten Gipfel Vincentpiramid (4215m), Zumsteinspitze / Punta Zumstein (4563m) und Signalkuppe / Punta Gnifetti (4554m) siehe www.hikr.org/tour/post16408.html .

Genaue Route: TAG 1: Rotenboden - P.2775m - Murischloch - P.2805m - Usser Gornerli - Stiermur - P.2695m - P.2658m - P.2649m - Überquerung Gornergletscher - Monte Rosahütte. TAG 2: Monte Rosahütte - Untere Plattje - P.3109m - Grenzgletscher - Piodejoch - P.4340m - Parrotspitze / Punta Parrot - P.4340m - Piodejoch - Ludwigshöhe - Piodejoch - P.4246m - Zurbriggenjoch - Corno Nero / Schwarzhorn - Zurbriggenjoch - Balmenhorn - Lysgletscher - Capanna Giovanni Gnifetti. TAG 3: Capanna Giovanni Gnifetti - Lysgletscher - Colle Vincent - Vincentpiramid - Colle Vincent - Lysgletscher - P.4246m - Grenzgletscher - Colle Gnifetti - Zumsteinspitze / Punta Zumstein - Colle Gnifetti - Signalkuppe / Punta Gnifetti mit Refugio Regina Margherita. TAG 4: Refugio Regina Margherita - Colle Gnifetti - Grenzgletscher - P.3109m - Untere Plattje - Monte Rosahütte - Überquerung Gornergletscher - P.2649m - P.2658m - P.2695m - Stiermur - Usser Gornerli - P.2805m - Murischloch - P.2775m - Rotenboden.

Anmerkung: Die oben angegebenen Höhenmeter beziehen sich auf die gesammten 4 Tage.

Tourengänger: Sputnik, Freddy

Galerie


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T4 WS-
29 Aug 09
Signalkuppe und Co. · Freddy

Kommentare (2)


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MunggaLoch hat gesagt: Ausgangsort
Gesendet am 5. September 2009 um 15:24
Also doch von Zermatt aus gegangen?
Wie war die Gnifettihütte?
Gruass,
Martin

Sputnik Pro hat gesagt: Capanna Gnifetti
Gesendet am 5. September 2009 um 15:32
Salü Martin,

Die Hütte und das Essen war zu meiner Überrschung echt gut und gemütlich - nur war, wie üblicherweise auf italienischen Hütten, das Frühstück mit dem harten Brot eher spärlich.

Wir hatten ein Zimmer für uns und lagen knapp über der Wolkengrenze. Ebenfalls mussten wir in Zermatt starten da unser Fahrer ausfiel. Hoffentlich findet sich nächstes Jahr ein Fahrer nach Gressoney fürs Liskammprojekt und wir können uns dann Höhenmeter sparen.

Gruss, Andrej


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