Paternkofel – im Angesicht der Drei Zinnen


Publiziert von Delta Pro , 11. September 2009 um 13:44.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:28 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 620 m

Ein lohnender, einfacher Klettersteig in einer eindrücklichen Landschaft
 
Die Drei Zinnen – Tre Cime di Laveredo – sind eines der Wahrzeichen der Dolomiten. Entsprechend viel wird ihre Umgebung besucht, und entsprechend viel Geld kann damit generiert werden. Eine Privatstrasse führt zum Rif. Auronzo, bis 50m unter den Fuss der Zinnen-Südwände. Für die 6km Strecke darf man geschlagene 20 Euro hinblättern. Nun, immerhin ist man dann gleich voll drin, im Gemüse.
 
Wanderungen in der Nähe der Drei Zinnen gibt es einige, und alle bieten beste Ausblicke auf die Felszacken. Die Region ist jedoch in einem Mass von Touristen überlaufen, das wir aus der Schweiz nicht kennen. Es lohnt sich daher, sich so schnell wie möglich irgendwo in die Felsen zu verdrücken. Der Klettersteig am Paternkofel ist eine gute Möglichkeit dazu. Hier war es erstaunlich ruhig und auf der anschliessenden Via delle Forcelle waren wir sogar weitgehend alleine unterwegs. Die beiden Steige sind einfach und stellen eher gesicherte Bergwege dar, bieten aber Einblick in die wilde und eindrückliche Landschaft der Dolomiten. Ich kann diese Route deshalb durchaus empfehlen, falls man einmal die Zinnen in greifbarer Nähe haben möchte.
 
Vom Parkplatz beim Rif. Auronzo auf dem Fahrsträsschen horizontal zum Rif. Laveredo und leicht ansteigend zum breiten Pass am Ostfuss der Zinnen. Auf dem oberen Höhenweg durch Schutthalden am Fuss des Paternkofels gegen das Rif. Locatelli und kurz vor diesem durch Schrofen auf den Nordgrat. Durch eine eindrückliche Abfolge von Felstürmen und Scharten gelangt man schon bald zu einem Tunnel. Hier beginnt der Klettersteig. Der Tunnel folgt ziemlich genau dem Grat. Durch Schiessscharten auf beide Seiten erhält man immer wieder Ausblicke. Schliesslich geht es ansteigend durch einen längeren Stollen (Taschenlampe), der in der NW-Wand des Paternkofels endet. An Stahlseilen durch eine Rinne hinauf zur Gamsscharte und von dieser 30m steil auf die Gipfelabdachung. Von dort weg gibt es keine Sicherungen mehr. Gerade zu Beginn erfordert das Gelände aber noch Aufmerksamkeit und etwas Kraxelei (T4+, I). Vom Gipfel ideale Ausblicke auf die Drei Zinnen. Auf dem gleichen Weg zurück zur Gamsscharte.
 
Anschliessend weiter auf der Via delle Forcelle, eine Verbindungslinie aus dem Krieg, die dem Kamm, aus bizarren Türmen und scharfen Graten nach Westen folgt. Der Steig ist spannend, aber einfach zu begehen. Er führt über viele Scharten und durch bröckelige Steilflanken und erfordert nur stellenweise Sicherung. Am Ende des Steiges kann man direkt durch eine lange Geröllhalde zum Wanderweg nach rechts absteigen, und damit einige Zeit einsparen. Leicht aufsteigend zurück zum Rif. Laveredo und auf dem jetzt vollkommen überlaufenen Weg zum Rif. Auronzo.

Tourengänger: Delta, sglider

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