Hintere Eggenspitze (3443m), Ortler Alpen


Publiziert von Tef Pro , 4. September 2009 um 21:20.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:30 August 2009
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Weißbrunnsee (1870m) - Höchster Hütte (2560m) - Hintere Eggenspitze (3443m)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Hinein ins Ultental bis zum Ende! In Sankt Gertraud rechts ab Richtung Weißenbrunn auf guer aber sehr schmaler Straße hinauf zum Weißenbrunner See. Dort zahllose Parkplätze
Unterkunftmöglichkeiten:Höchster Hütte, CAI Milano
Kartennummer:Kompass Nr. 72

Die Hintere Eggenspitze ist die höchste Erhebung aus dem Ultental und über die Höchster Hütte am Grünsee zu erreichen.
Die Tour ist wunderschön, nur stimmen die Verhältnisse nicht mehr mit den Angaben der Literatur überein. Mal steht was da von Firnsockel, mal (bei Richie´s 3000er Buch) sogar von einem Firngrat.
Tatsächlich ist es mittlerweile ein reiner, teilweise bröckliger Felsgrat, der über einen nahezu spaltenlosen, im Sommer aperen Gletscher, dem Weißbrunnferner, erreicht wird. Wegen des fehlenden Firnsockels ist der Aufstieg vom Gletscher zum Grat sehr mühevoll.
Für den Gletscher sind Steigeisen oder Grödel angenehm, ein Seil braucht man nicht. Oben am Grat sind die heikelsten Stellen mit nagelneuen Ketten entschärft.
Neben der Vielfältigkeit der Landschaft (man startet beim blauen Weißbrunnsee, geht durch lichten, grünen Lärchenwald hinaus in eine rötlich schimmernde Felswelt, erreicht bei der Höhster Hütte den grünen Grünsee und kommt oben auf einen schwindenden Gletscher) begeistert vor allem die Aussicht auf die großen Gipfel der Ortler Alpen: Ortler, Zebru, Königsspitze, Cevedale, und und, und…man kommt aus dem Staunen und Schauen ab dem Grat gar nicht mehr raus.

Vom Start beim Weißbrunnsee folgt man dem Wegweiser Richtung Höchster Hütte auf breitem, viel begangenem Weg empor. Schöne Lärchenbäume und rötliche Felsen am Wegesrand bilden einen tollen Kontrast zum blauem Himmel. Später bleiben die Bäume zurück und über eine steile Stufe, vorbei an einem kleinem Wasserfall, erreicht man die Höchster Hütte über dem Grünsee. Von der Terasse hat man einen wundervollen Blick über den See hoch zur Hinteren Eggenspitze.
Unser Weg, ein aufwändiger Plattenweg, führt rechts am Haus vorbei oberhalb des Sees ins Tal hinein. Bald kommen wir zu einer Verzweigung. Rechts geht es zur Zufrittspitze (und hinüber ins Marteller Tal), wir wenden uns links Richtung "Hintere Eggenspitze". Zunächst geht es an Steinblöcken vorbei fast eben in ein weites Talbecken hinein, ehe wir zu einer Steilstufe gelangen. Diese wird ziemlich direkt in Serpentinen angegangen, Fels und Schotter sind angenehm fest.
Oben gelangen wir rechts von der Gletscherzunge auf eine Felsrippe und folgen ihr eine Weile bergan (gut markiert), ehe ein Pfeil uns hinab zum Gletscher weist. Man könnte auch ohne Gletscherberührung der Felsrippe bis hoch zum Grat folgen, was jedoch viel mehr Zeit und Mühe kosten Würde.
Wir legen unsere Steigeisen an und steigen schräg nach links empor. Zwei Stangen erleichtern etwas die Orientierung. Generell sollte man auf eine Felszunge zusteuern und links davon auf steiler werdenden Firn zu einer Gratsenke (ab hier wieder rote Punkte) aufsteigen. Mühsam geht es nach dem Firnende über losen Schotter (ehemaliger Permafrost) hoch zum Grat.
Genial ist von hier der Blick auf Ortler und co. Wir wenden uns nun am Grat nach Süden. Der ist mal breiter, mal schmäler. Meist geht es direkt auf dem Grat, manchmal jedoch auch etwas in die Flanke. Wegen des fehlenden Firnes ist die Wegführung teilweise neu und mit Ketten gesichert (eine Stelle wäre nun ohne Kette locker eine III, bei einer zweiten Stelle, die recht ausgesetzt ist, gibt die Kette mehr Sicherheit), immer wieder poltern Steine aus dem Grat hinab auf den Gletscher.
So geht es länger als es aussah im Auf und Ab am Grat entlang, ehe man zur letzten Senke vorm Gipfelkopf kommt. Hier verlieren sich die Markierungen. Einen Felsblock umgeht man am besten rechts, danach weicht man ziemlich weit nach links in die Flanke aus (schwache Pfadspuren) und steigt dann schräg rechts zum Gipfelkreuz hoch.
Hier erwartet uns ein unglaubliches Panorama. Im Westen schauen hinter der Ortlergruppe die Piz Palü und Bernina hervor, rechts davon die Eiskuppe des Tödi, im Norden die markannten Fluchthörner der Silvretta, daneben die Ötztaler mit der markannten Weißkugel, und und…
Leider konnten wir nicht allzulange verweilen, da wir nicht nur auf gleichem Weg wieder absteigen mußten, sondern uns auch noch eine längere Rückfahrt bevor stand.

Die Tour auf die Hintere Eggenspitze ist wirklich unglaublich abwechslungsreich mit einer grandiosen Aussicht aus einem ungewohnten Blickwinkel.

Tourengänger: Tef

Galerie


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