Fribourg: An den Ufern der Saane


Published by ossi Pro , 7 September 2009, 13h50.

Region: World » Switzerland » Fribourg
Date of the hike:30 July 2009
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-FR 
Time: 1 days
Route:siehe Text
Access to start point:alles nur nicht PW, selbst Hubschrauber ist besser
Maps:Stadtplan Fribourg

Bisher dachte ich, spätestens westlich der Kletteranlage Magnet bei Niederwangen BE würde auch die letzte Strasse vor einem Maisfeld enden und es käme nichts anderes mehr als wilder Westen, Prärie, endolse sandige Weiten.....

Fribourg offenbart sich als wirklich herausragend schöne Stadt (knapp hinter Winterthur und St. Gallen natürlich): Ein wahres Kleinod, besonders hübsch das topografisch verwinkelte Gelände links und rechts der Saane, dazwischen steiler Wald, Sandsteinfelsen und immer wieder der Ausblick auf die Altstadt mit der grosszügigen Kathedrale. Die hier präsentierte Tour eignet sich gleichermassen als sightseeing- wie auch kids-and hike Tour, weil jede Etappe neue Attraktionen bietet, die Wege beliebig kombiniert und verkürzt werden können, die Wanderung mit einem Aufenthalt am Fluss oder noch besser in der Beiz bei einem Liter schwarzem Kaffee unterbrochen werden kann.

Chemin Ritter: Start bei der Bushaltestelle "Charmettes" (Bus ab Bhf.) am Boulevard des Pérolles. Hier folgt man dem gelben Wanderweg und wird auf den Chemin Ritter geleitet. Dieser nun führt hübsch angelegt durch den Wald hinunter an die Saane. Der Blick auf den gestauten Fluss wird frei, das leuchtende Auge erblickt die vielen schönen Auen, die Sandsteinfelsen, dazwischen manch lehrreiche Information zu Flora und Fauna der Region. Mal abgesehen von einem Tunnel durch den Sandstein ist der Weg bis hinunter zum Stauwehr kinderwagentauglich (im Tunnel T1+, kurze Tragestrecke oder A0) und dank des sanften Gefälles - ja, hier gehört ein Genitiv hin!- auch für Kleinkinder gut machbar.

Porte de Bourguillon: Nun denn, vom Stauwehr folgt man dem asphaltierten Strässchen bis zum Kloster und steigt auf einem Kopfstein gepflasterten Weg auf zur Porte de Bourguillon. Hier geniesst man fantastische Ausblicke auf die Altstadt am gegenüber liegenden Saaneufer. Besonders interessant ist der Kontrast zwischen den alten Gebäuden (z.b. dem Kloster) und den in den Himmel ragenden Hochhäusern im oberen Teil Fribourgs. Für Kleinkinder ist der Weg etwas steil, mit dem richtigen Motivationsprogramm aber bewältigbar. Die Porte de B. würde sich recht gut zum Bouldern eignen, was vermutlich nicht von allen goutiert würde.

Sentier des falaises: Für den Wiederabstieg ins Tal wählt man am besten den sentier des falaises, auf dem man allerdings den Kinderwagen auf einer längeren Strecke tragen müsste. Der Pfad führt dicht oberhalb einer Sandsteinfluh dem Abgrund entlang, windet sich dann den Wald hinab (Feuerstelle mit schattigem Picknickplatz) und endet kurz vor dem Pont de Berne, der einzigen gedeckten Holzbrücke über die Saane. Der ganze Platz rund um diese Brücke sieht sehr romantisch verspielt aus, ein Aufenthalt lohnt sich hier bestimmt. Dieser Abschnitt war für mich nochmals ein landschaftliches Highlight.

Aufstieg zur Kathedrale: Kaum den pont de Berne überquert, steigt die Kopfstein gepflasterte Strasse steil auf zur Kathedrale. Hier reiht sich eine alte Schönheit an die Nächste, kombiniert mit den einladenden Bistros und schönem Wetter ein entspanntes Erlebnis, solange der Kleine geht und nicht gestossen werden will. Kleine offene Nischen zwischen den Häuserzeilen erlauben immer mal wieder einen Blick auf die stark mäandrierende Saane. Im Anschluss an die Kathedrale -die durchaus auch besucht werden will- könnte lohnend weiter über die Rue de Lausanne aufgestiegen werden, bis man die Place Georges-Python erreicht. Wir geniessen hier die Aussicht und entscheiden uns für den Wiederabstieg bis zur Talstation der Funiculaire, um dem Kleinen mit einer Fahrt in der Standseilbahn einen weiteren Tourenhöhepunkt zu bieten.

Drive an hike: Fribourg ist für PW-Lenkende ein hartes Pflaster: Auf dem ganzen Stadtgebiet parkt man maximal zwei Stunden für drei Franken. Den vielen dezent gekleideten uniformierten Herren nach zu urteilen braucht man hier auch gar nicht erst länger als zwei Stunden zu bleiben, will man denn nicht mehr bezahlen. Überhaupt scheint man hier für diese Tätigkeit Personal einzusetzen, das anderswo höchstens am 1. Mai zur Rettung der Hamburger- und Finanzindustrie eingesetzt würde. Wie auch immer, glücklicherweise erreichen wir unsere Jugenherberge zu Fuss.


Hike partners: ossi

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