Dejenstock (2021m) und Mättlistock (1910m)


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 4. September 2009 um 18:04.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:27 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe 
Aufstieg: 1400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Klöntal Rhodannenberg
Unterkunftmöglichkeiten:Auf der Alp Dejen soll es Übernachtungsgelegenheiten geben, sonst im Klöntal unten

Postauto fahren macht glücklich - zumindest im Klöntal! Erwischt man den richtigen Kurs, hat der Chauffeur für alle ein gutes Wort übrig, sei es über die geplante Bergtour, Verwandschaften unter den Fahrgästen oder die Gesundheit der Hauskatze... und lässt einen vielleicht am Ausgangspunkt der Tour aussteigen, mit dem Angebot, nach der Tour wieder aufgepickt zu werden - c'est du service public!
Zur Tour selbst: An sich eine gewöhnliche Voralpenwanderung, wenn da nicht die grandiose Kulisse der Glärnisch Nordabstürze gegenüber und der schillernde Klöntalersee in der Tiefe wäre. Die Route zum Dejenstock führt durch naturnahe Wälder, später steile Alpweiden und zuletzt im Gipfelbereicht kommt etwas alpine Laune auf. Hängt man den Mättlistock an und steigt über die Alp Rueggis ab, ist für grossartige  landschaftliche Eindrücke gesorgt.


Hübsche, steile Rundwanderung garniert mit einem kleinen Abstecher ins T6-Gelände

Mittags direkt an der Klöntalstrasse unterhalb "Unter Herberig" gestartet. Ganze Arbeit wurde am Alpweg zum "Ober Herberig" geleistet, schön zu gehen, weiss-rot markiert, T2. Weiter bis zur Einsattelung der Schiterböden zwischen Mättlistock und Dejenstock. Anfangs sind die Wegspuren im Zwerggebüsch schwer zu erkennen, nach einigen Metern beginnen blasse Markierungen und einige Steinmännchen. Auf ausgetretener Wegspur unter den felsigen Vorgipfel; die Normalroute zieht hier nach rechts zum Grat hoch und führt auf einem Grassband in der Südflanke zum Gipfel (T4, Band kurz etwas ausgesetzt).
Mich reizt der silbergraue Kalk am Westgrat des Vorgipfelchens; über Schrofen auf der Nordseite ist dieser leicht erreicht. Ein netter, leichter Kraxelgrat? An den schwierigen, ausgesetzten Stellen ist der Fels fest, losere Passagen sind auch anzutreffen. In einer Einsattelung vor einem Türmchen bremst mich eine schuttige, brüchig anmutende Passage aus. Die Umgehung nordseitig versucht, dem losen Material wegen umgekehrt. Da ich nicht weiss, ob die wenigen Meter zum Vorgipfel auch wieder abkletterbar sind und wie der Abstieg vom Vorgipfel aussieht, blase ich zum Rückzug. Von Zeit zu Zeit eine gute Erfahrung: was seilfrei hinauf geht, ist im Rückwärtsgang obligatorisch zu klettern... anspruchsvoller ist der Abstieg auf alle Fälle.
Statt auf dem Normalweg in der Südflanke quere ich den Vorgipfel nordseits; dies ist kaum schwieriger, dennoch ausgesetzt und bei Nässe heikel.
Der Dejenstock Hauptgipfel ist denn auch ein harmloser Rasenkamm, da macht der Vorgipfel eine keckere Figur! Dieser ist von Osten in einer Rinne und kurzem Grätchen ohne Kletterkünste erreichbar (T5) - hätte ich das gewusst, wär der Weiterweg über den Gipfel wohl leichter gewesen, als 20m davor umzudrehen und den ganzen Grat zurückzuklettern...
Sei dem wie es will, für eine nette kleine Kraxelei im T6-Bereich (und als Training fürs Nervenkostüm) empfehle ich den Westgrat durchaus ;-) Kombiniert mit einer der schwierigen Routen am Berg ergibt sich eine einsame gehobene Alpinwanderung.
Abstieg über die Normalroute zurück zu den Schiterböden und nahe dem Ostgrätchen auf den Mättlistock. Je näher am Grat, desto anspruchsvoller, oben einige mühsame Tännchen, T5. Weiter nördlich ists einfacher, es führt alternativ ein Pfad durch die Nordflanke. Diesmal klappt eine Überschreitung: das Gelände am Westrücken ist reizvoll coupiert, wo das es flacher wird, trifft man auf den Pfad von Rueggis. Die Alp ist mitten in einer Märchenlandschaft gelegen, bei Nebel trifft man hier sicher die Vreni und Melk... problemlos auf dem Alppfad direkt in den See. Ein kurzes Bad später biegt schon das Postauto um die Kurve und bringt mich mitsamt anderen müden, aufgeräumten Wanderer zurück nach Downtown Glarus.

Tourengänger: Alpin_Rise

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»