Von einem der auszog 3 nie bestiegene Urner zu besteigen


Publiziert von ma90in94 , 2. September 2009 um 15:47.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:30 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 

1. Gipfelversuch Huetstöckli 2706

Sonntag 10:30 Bristen. Gigantischer Ansturm auf das kleine Golzeren Bähnli. Nun, es läd der See zum Bade. Dann lieber das Maderaner Tal hinauf und zwar mit Rad bis Guferen 1275. Weiter über Butzli bis Tritt. Bald zweigt rechts ein Weg nach Schwerzi ab, der auf den Querweg von der Gnofalp stößt. Dieser verliert sich bald im Gras. Am besten die Wiese hinauf  zur Höhenkurve 2000 unter den Wänden, wo man auf einen guten Pfad stößt, der unterhaltsam zu den Älpliplanggen führt. Anfangs etwas unübersichtlich rechtshaltend, z.T. steil hinauf  um den Fußpunkt des Chalchschijen Südpfeilers ca 2200 zu erreichen. Etwas absteigend um über Platten und Bänder, über steiler Wand den Ablauf des Bocktschingelferners zu erreichen. Eine klassische Passage die mich sehr beeindruckt hat.
Mehr Wasser, und die Überquerung des Baches würde nach einer Brücke verlangen. Die Hänge des Vdr. Tschingel hinauf zum Gletscher und im Bogen zum Einstieg nördl. des Huetstöckli auf ca 2600 m. Nur harmlose Spalten, Steigeisen wurden nicht ausgepackt. Man fährt quasi direkt vor den Einstieg. Eine etwa 8 m hohe fast senkrechte Wandstufe links über einen schwach ausgeprägten Riss mit guten Griffen und Tritten III- aufwärts, danach rechts queren in die leichte gutgestufte Westseite und recht nett hinauf zum Gipfel. Hat irgendwie was besonderes hier oben zu sitzen. Der Riss geht hinab ganz gut, weil er knapp überm Einstieg nicht besonders luftig ist.

2. Gipfelversuch. Chalchschijen  Südgipfel 2830 NE-Flanke.
Die rote Karte gibt es gleich schon beim Übergang auf die Schuttterasse. Zwischen Firn und Terasse liegt eine ca 15 m hohe senkrechte Stufe, die kaum kletterbar scheint. Die Randkluft wäre dann noch das 2. Problem. Wäre ich mal lieber vor der Klimaerwärmung mit schmelzenden Gletschern gekommen. Der weitere Aufstieg (II-III) sieht schon gewaltig aus, und ich war fast etwas erleichtert da nicht hinauf zu müssen. Die Wand lag auch schon im Schatten was sie noch viel ernster machte. Alles wieder retour und vor der Gnofer Alp noch über die gewaltigen Alpgnofer Plattenschüsse bis ca 2300 hinauf und ins Biwak.

3. Gipfelversuch Alpgnofer Stock  2767
Mit Hilfe von Gemsspuren unter den Südwänden entlang bis zum Ende und über einen noch schön geblümten sehr steilen Grashang nach Eggen 2435. Anfangs noch über Gras, dann zunehmend steiler über abwärtsgeschichtetes plattiges Gelände immer unangenehmer und abschüssiger bis zu einer Gratscharte mit grausligem Tiefblick. Hier gabs die nächste rote Karte. Das was ich da aufwärts klettern sollte, würde mir abwärts ganz anders serviert werden. Das nämlich habe ich doch irgendwann begriffen. Weit bin ich nicht gekommen, war vielleicht auch besser so. Laut Führer „ über eine Rinne auf den Grat “ es gibt keine Rinne zum Grat, „ und leicht zum Ostgipfel“, hm, hatte ich mir anders vorgestellt 
Und immer die Zweifel, bin ich nicht mehr der alte? Ich glaube, bemerken zu dürfen, daß in der Beschreibung Ungereimtheiten bestehen. Also wieder retour, und da ich es nicht akzeptieren konnte, noch einen Versuch am Westgipfel. Querung unter dem ganzen Gnoferzeug bis zum Einstieg zur Alpgnofer Lücke. Wo am besten die unterste Steilwand überwinden? Ich entschied mich für einen ca 30 m langen Riss, eine Stelle III-. Schöne Kletterei. Etwas rechts davon könnte es auch gehen. Hatte ich mir auch leichter vorgestellt. Noch etwas hinauf und bald nach rechts in die Hauptrinne. Immer steil und abschüssig hinauf bis sich die Rinne stark verengt, ca 2600 m. Ein Haken mit Abseilschlinge bedeutete hier nichts gutes. Hier wurde die schon erhaltene rote Karte nochmals bestätigt. Ohne mich, keinen Schritt weiter, schon garnicht für so einen dämlichen Alpgnofer Stock, den eh fast keiner wahrnimmt.
Wenn ich mal Langeweile habe versuche ich es nochmal über den Ruchenfirn und den Westgrat zum Westgipfel.

Auch wenn ich nur einen Berg erklommen habe, landschatflich war war die Umgebung ein Leckerbissen und ich hätte ohne die Versuche keine Ruhe gehabt.

Nun sind es schon 3 Urner Gipfel die ich nie erreichen werde. Der erste war der Hinter Feldschijen
3021 m. Immerhin 204 (nach Urner Führer West u. Ost) habe ich erreicht. Die restlichen sind nur eine Frage der Gelegenheit.


Tourengänger: ma90in94

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