Piz Mandra 3091 m - fürchterliche Gerölltour


Publiziert von Ivo66 Pro , 1. September 2009 um 21:49.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:27 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Bernina-Gruppe   Piz Bernina 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Morteratsch - Chünetta Sur - Puoz Ot - Piz Mandra
Kartennummer:1:25'000 - Piz Bernina und St. Moritz

Der Piz Mandra ist ein eher unbedeutender Berg. Die einmalige Schau auf Piz Palü, Piz Bernina und Piz Morteratsch lohnen aber die Aufstiegsmühen, zumal man in dieser Berggegend in der Regel in völliger Einsamkeit unterwegs ist.

Im Clubführer Bündner Alpen 6 ist die Tour als T5 klassifiziert. Alle Routen, die ich schon selbst begangen habe, sind in diesem aus dem Jahre 2007 stammenden Führer um 2 Schwierigkeitsgrade zu hoch bewertet (z B. T6 statt T4; T4 statt T2). Also erwarteten wir heute eine gemütliche T3-Wanderung. Doch hier hielt sich der Autor nicht ganz an seine Linie. Die von uns gewählte Route kann beinahe als T4 eingestuft werden...

Wir starteten auf dem grossen Parkplatz Morteratsch und folgten zunächst dem markierten Weg Richtung Bovalhütte. Diesen verlässt man bei einem Wegweiser Richtung "Aussichtspunkt 5 Minuten" auf 2050 m Höhe nach rechts. Kurz vor diesem Aussichtspunkt gilt es, den Beginn des nicht markierten Pfades zu findet (man findet ihn!). Dieser führt bald steiler hinauf durch eine Waldschneise und wird - je höher man steigt - desto deutlicher.

Auf ca. 2440 m verliert sich der Pfad und man steigt nun weglos (einige Steinmänner) in westlicher Richtung über steinige Alpweiden hoch. Vom ersten Seelein Puoz Bass geht es steiler hoch zum zweiten Seelein Puoz Ot. Ab dort beginnt allmählich die Geröllschinderei. Bis hierhin gelangt man übrigens auch, wenn man den Piz Chalchagn besteigen will, was weit empfehlenswerter ist.

Der Aufstieg über Geröll wird nun immer mühsamer und ist zeitweise an Ungemütlichkeit kaum mehr zu überbieten: In einem Bogen nach links gelangt man in ein Tälchen, welches zu 100 % nur aus Schutt und Geröll besteht (Talboden, Flanken, Grate...). Man arbeitet sich, wie wir feststellten, am besten eher rechts haltend am Ende unter einer Felswand zum Grat hoch und erblick nun zum ersten Mal den Gipfel des Piz Mandra - ein veritabler Geröllhaufen. Der Schlussaufstieg ist dann verhältnismässig "bequem" und nicht mehr weit.

Eigentlich wollten wir noch den Piz Misaun besteigen, doch hatten wir heute schon genügend Geröllkletterei hinter uns, und hinunter muss man ja auch wieder...

Die Tour auf den Piz Mandra ist wirklich sehr mühsam. Aber wie schon erwähnt: Man erntet dafür die Früchte in Form des wunderschönen Bernina-Panoramas, das man ganz alleine für sich hat. Vermutlich wäre die Besteigung des Piz Misaun via Bovalhütte angenehmer.

Tourengänger: Ivo66, Lena

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Kommentare (2)


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KraxelDani hat gesagt: fürchterlich schöne Gerölltouren...
Gesendet am 10. September 2009 um 23:03
Immer wieder, wenn ich mir Deine Touren ansehe, denke ich, ja, genauso möchte ich unterwegs sein! Meine Tourenpartner graust es jeweils vor dem Geröll, wenn ich kaum genug davon haben kann.
Muss den Piz Mandra wohl auch mal ausprobieren!
Meine letzten 3 Berichte vom Jenatschgebiet (1, 2, 3), das wäre sicher auch ein Gelände für Euch! Sogar die Fotos wurden ähnlich: Deins, meins (hast Du ja schon gesehen...)
Würd mich freuen, wenns mal zusammen ein "Geröll- und Schutt"-Abenteuer gäbe, aber lieber nicht so!
Leider benötige ich eine langfristige Planung. Evtl. 10./11. Okt.
Gruss, Dani.

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:fürchterlich schöne Gerölltouren...
Gesendet am 11. September 2009 um 19:04
Hoi Dani

Danke für die Nachricht. Tatsächlich kennen wir das Jenatschgebiet auch schon ein bisschen - tolle Gegend, die Steinwüsten dort oben.

Der. 10./11. Oktober wäre für uns passend für eine Tour. Wir haben das Datum mal reserviert.

Beste Grüsse

Ivo und Lena


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