Dürrenstein als Tagestour


Publiziert von Leopold , 1. September 2009 um 16:05.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ybbstaler Alpen
Tour Datum:31 Mai 2007
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Taverne Seehof - Mittersee - Obersee - Herrenalm - Dürrenstein - Legsteinalm - Ybbstaler Huette - Gruenloch - Lechnergraben - Lunzer Berg - Lunzer See - Taverne Seehof
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto zum Parkplatz bei der Taverne Seehof am hinteren Ende des Lunzer Sees.
Unterkunftmöglichkeiten:Diverse Fruehstueckspensionen in Lunz am See

Dieser Bericht beschreibt eine Wanderung, die ich am 31. Mai 2007 gemacht habe.
Das liegt zwar schon über zwei Jahre zurück, und ich möchte eigentlich nur von meinen aktuellen
Touren berichten. Aber über den Dürrenstein, in den Ybbstaler
Alpen oberhalb von Lunz am See, habe ich bei hikr.org noch keinen Eintrag gefunden.
Vielleicht kann meine Beschreibung als Anregung dienen.
Ich starte um 8 Uhr früh vom Parkplatz bei der Taverne Seehof am hinteren Ende des
Lunzersees. Gleich vorweg: Das ist für eine derart lange Tour viel zu spät!
Den Weg bis zum Mittersee kenne ich schon. Es geht gemächlich das Tal
einwärts, alles auf einer geschotterten Forststrasse, die man manchmal in ihren Kehren
über den Wanderweg abkürzt. Vom Mittersee bis zur Ybbstaler Hütte ist alles neu für mich. Der Weg – noch
immer eine Strasse – wird deutlich steiler. Man kommt an einem Wasserfall vorbei, und nach
ein paar Kehren ist der Obersee erreicht. Von hier geht es steil durch den Wald – im Frühjahr 2007
ging ein Frühjahrssturm über diesen Teil von Ostösterreich nieder – recht oft über umgestürzte
Bäume zur Herrenalm hinauf. Ziemlich schweisstreibend, wie ich zugebe.
Der Dürrenstein ist eine klassische 2 Tagestour. Der Berg ist von keiner Seite aus unter
4 bis 5 Stunden Anstiegszeit zu erreichen. Man übernachtet deshalb am Besten auf der
Ybbstaler Hütte, steigt am nächsten Morgen zum Dürrenstein auf, geniesst den Sonnenaufgang, und geht dann via das Seetal nach Lunz hinunter. Einmal habe ich mich bereits so am Dürrenstein versucht. Allerdings
war damals der 2. Tag derart in Nebel gehüllt, dass es keinen Sinn machte, auf den Gipfel zu gehen.
Nicht einmal der Noten, ein kleiner Gipfel knapp oberhalb der Ybbstaler Hütte, hätte sich gelohnt.
Deshalb musste ich wieder umkehren. Ich habe heute nur einen Tag zur Verfügung und beschliesse, mich auf dem Gipfel zu entscheiden, ob ich weiter oder zurückgehe. Beim Lehardikreuz stehen ein Tisch und eine
Bank. Darunter ist ein Getränkedepot. Kurze Pause. Das Wetter wird etwas nebelig, aber es reisst immer wieder kurz auf.
Man kann sehen, wie es weiter zum Gipfel geht. Das ist wichtig, denn hier sollte man nicht die Orientierung
verlieren. Links und rechts vom Weg sind Wälder, manchmal mit Felsabbrüchen durchsetzt, aber es gibt keinen Steig nach unten. Wenn man sich hier verirrt, kommt man im Nirgendwo heraus …
Ich steige zügig weiter. Immer wieder mit sehr schönen Tiefblicken zum Maiszinken hinunter. Es hat in den letzten Tagen geregnet, der Weg ist zunehmend von Schnee bedeckt. Manchmal zeigt der Pulsmesser über 170. „Schnell bist du, viel zu schnell! Schalte einen Gang zurück!“ Vor allem das nervenaufreibende Piepsen
des Geraetes stoert mich. Ich versuche, mich einzubremsen, aber irgendwann nehme ich das Brustband herunter, schaue, dass ich nicht zu sehr ins Keuchen komme, pfeife auf den optimalen Puls zum Fettverbrennen und weiter geht’s.
Wer Einsamkeit liebt, ist auf dem Dürrenstein richtig. Vom Lunzersee bis zur Ybbstaler Hütte, treffe ich nur zwei Wanderer in 6 Stunden, die jedoch auf der Hütte übernachtet haben. „Was, Du kommst jetzt von Lunz herauf?“ Sie können es nicht glauben …
Wir haben in Niederösterreich eine „Haute Route“, eine 3 tägige Alpinwanderung, die vom Hochkar ausgehend, immer auf Kämmen entlang, über den Dürrenstein bis zum Oetscher führt. Heute begehe ich einen Teil davon, kann vom Gipfel des Dürrensteins das Hochkar sehen und blicke während des Anstieges
immer wieder zum Oetscher zurück. Jetzt auf Gipfel kommt die Frage: Was machst Du weiter?
Es ist 12 Uhr mittags, ich war also eine Stunde schneller, als von Lunz aus angegeben ist. 4 statt 5.
„Sei nicht fad, geh’ weiter, sage ich mir. In zwei Stunden bist du auf der Ybbstaler Hütte, iss dort was, und
dann geh Richtung Grünloch und durch den Lechnergraben nach Lunz hinunter. Das dauert vielleicht
noch einmal 2 Stunden ab der Hütte. Vieles vom Weg kennst Du, und ausserdem geht’s jetzt nur mehr bergab.“ Ja, und so ging’s dann weiter. Auf dem Weg zur Hütte, manchmal
durch Schnee, passiert man immer wieder kleinere Dolinen. Eine sehr grosse ist knapp vor dem Gipfel des Dürrensteins. Hineinzufallen wäre fatal! An einer Quelle bei der Legsteinalm fülle ich meine Wasserflasche, auf der Hütte esse ich etwas. Allerdings habe ich den Gegenanstieg zum Grünloch nicht mehr in Erinnerung und bin froh, als ich in den Lechnergraben einsteige. Hier muss man aufpassen. Der Weg ist steil und abschüssig, quert immer wieder den Bach. Nach 7 Stunden Wandern ist die Gefahr, sich zu verknöcheln schon recht gross. Stöcke habe ich natürlich keine mit. Braucht man ja auch keine ... (Dummkopf!)
Einmal stolpere ich über eine Wurzel und fahre mit vollem Karacho in einen Busch hinein …
Endlich unten. Wie jetzt weiter? Auf der Bundesstrasse ist es öd, also am besten rauf über den Lunzer Berg,
dann runter zum See und das Seeufer entlang zurück zur Taverne Seehof.
Nach 9 Stunden reiner Wanderzeit komme ich wieder bei der Taverne an.
Eine Koditionstour. Aber grossartig und wie gesagt: Noch viel schöner ist sie als 2 Tageswanderung, mit dem Sonnenaufgang auf dem Gipfel.

Tourengänger: Leopold

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