Üssere Fisistock


Publiziert von maendli , 1. September 2009 um 08:36.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:27 August 2009
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Kandersteg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Kandersteg
Unterkunftmöglichkeiten:Im Schlafsack, dann aber Wasser mittragen zumindest zum Zähneputzen.

Ich ging auf den Fisistock und traf vier Gemsen und einen stockbewehrten Wanderer. Der Weg hinauf ist bekannt, nicht zu verfehlen und ohne technische Probleme: steil, blumenreich und schattig im unteren, mittelsteil, geröllvoll und sonnenbeschienen im oberen Teil. Die Zeit hinauf spielt keine Rolle und hängt von der Geschwindigkeit des Gehenden ab. Bedenke  er oder sie nur, dass die Höhenmeter  wieder in Tiefenmeter zurückverzaubert werden müssen.

Eine Epoche geht vielleicht zu Ende. Auf der Fisialp erwartete mich das übliche, durch das Alter müde gewordene Bellen von Bäru, aber nicht die Grossmutter, bei der ich in all den Jahren Geisskäse gekauft  und einige Worte über das Wasser und das Wetter gewechselt habe. Sie musste krankheitshalber die Alp verlassen. Ob sie wiederkehren kann? Ich wünsche es Ihr und der Alp.

Bedenkenswert an den Fisistöcken ist auch die Tatsache, dass sich jeweils Hundertscharen von Wanderer auf das Perron von Kandersteg ausgiessen, von denen aber kein einziger den Weg hinauf gegen den Jegertossen oder die Fisistöcke unter die Vibramsohlen nimmt. Steilheit sei dank. Die Blumenmeere und die Steinwüsten bleiben den Unverzagten.

Einen Wunsch hinauf oder hinab, wer weiss, an die vielseitige Erschliesserschar der Alpen: Seit ein paar Wochen hilft ein langes Fixseil den klettergurt gewohnten Wanderern hinauf zum Bibergpass. Mögen die Erschliesser Einsicht haben und vor einer blau-weissen Markierungen auf den Berg hinauf absehen. Der Fisistock lässt danken, er möchte bleiben was er ist, ein mit Steinmändli (sic!) verzierter Aussichtshimmel.

Die Tiefe schaut in uns hinein.

Tourengänger: maendli

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (4)


Kommentar hinzufügen

Gelöschter Kommentar

Aendu hat gesagt: RE:Schöner Bericht
Gesendet am 1. September 2009 um 13:39
Sälü

Ich denke auch T2 ist da etwas wenig...ist natürlich immer eine persönliche Einschätzung! Für Steck ist ein "Siebner" auch sehr einfach.

Gruss und weiterhin schöne Touren!!!

Aendu

maendli hat gesagt: RE:Schöner Bericht
Gesendet am 1. September 2009 um 13:57
Hoi zäme
Jaja T2 ist ewas arg wenig, dann mal T3, aber bin halt ein Konservativer (die konservativen Anarchisten, sie giebts, ja, ja), kann und mag mich weder an die blau-weissen Striche in der Landschaft noch die Wanderskala gewöhnen. Letztere macht aus dem Wandern wieder so was sportlich vergleichendes und dem hab ich mehr oder minder abgeschworen.
Aber trotzdem: Euch weiterhin schöne Touren, das Herbstlicht kommt.
Herzlich maendli

Alpenorni Pro hat gesagt: RE:Schöner Bericht
Gesendet am 9. September 2009 um 10:55
Hallo maendli,
bei der Wanderskala geht es doch nicht um "sportliche Vergleiche", sondern darum, dass einer, der die Tour nicht kennt, anhand der T-Bewertung ( die Kriterien sind vom SAC genau definiert - bitte mal nachlesen !) und der Zeit-Höhenmeter-Angaben einschätzen können sollte, was ihn erwartet. Und wer seine persönliche Leistungsgrenze, vielleicht limitiert durch "nicht ganz schwindelfrei/trittsicher", irgendwo bei T2 / T3 / T4 hat, für den sind diese Angaben von allerhöchster, entscheidender Bedeutung !
Der Äussere Fisistock durchs Brünnlital ist, wie z.B. bei snowplow treffend beschrieben, großteils T 3 - die kurze Felspassage T4/ I auf ca.15m ( und je nach Schneelage und -zustand kanns auch am Eingang ins und beim Ausstieg aus dem Brünnlital noch ein paar T4-Stellen haben ! )
Zudem : bei Nebel oder Wolken ist die Orientierung ganz oben gar nicht so ohne! 2004 war ich solo auf dem Äussern Fisi, und habe mir im Aufstieg extra ein paar Steindauben aufgestellt - die waren äußerst nützlich beim wolkenverhangenen Abstieg mit kurzen Sichtweiten. Dieses Jahr war ich ganz erstaunt, dass die Steinmanndlis an den strategischen Punkten schon zu stattlicher Größe angewachsen sind ! Also: T4, damit liegt man hier richtig.
Liest nun ein hikr org-Begeisterter nur deine T2/T3 - Bewertung, so kann er, nach stundenlangem Aufstieg über 1600 Höhenmeter, da oben in arge Nöte geraten, wenns halt ne Nummer zu groß für ihn wird ! Und muss womöglich, ne halbe Stunde unterm Gipfel, und ohne die gigantische Aussicht gesehen zu haben, die ganze Tour abbrechen ! ( oder er begibt sich, weil er ja schon soviel Power investiert hat und nun kurz vor Erreichen des Ziels nicht mehr umkehren will, in Gelände, das ihn eigentlich überfordert...mit allen möglichen unschönen eventuellen Folgen! )
Ich finde, als Veröffentlichender eines Berichts auf hikr org trägt man auch eine gewisse Verantwortung anderen gegenüber - denn eine der großen Stärken von hikr org ist es doch gerade, dass man hier nach lohnenden, passenden Touren stöbern kann, die in den eigenen Leistungsbereich passen, und da ist die T-Bewertung ja wohl mit das Hauptkriterium - ich finde, dass die Rahmenbedingungen einer Tour ( Schneelage, Wetterverhältnisse u.v.a.) selbige durchaus schwerer oder leichter machen können - das wäre dann z.T. auch das persönliche Empfinden, und genau dafür besteht ja genügend Platz, um sich textlich dazu zu äußern und vielleicht ist, in Gegenrichtung gedacht, der Fisi bei totaler Vereisung der Hartschneefelder an manchen Tagen sogar T5 - das kann man dann ja auch so schreiben oder für sich persönlich so verbuchen.
Mir selber sind übrigens die Zeitangaben oft ein Greuel, weil ich mir in den Bergen endlich mal Zeit nehmen kann, um an schönen Locations die Landschaft zu geniessen. Da will ich nicht irgendwelchen Geschwindigkeitsrekorden hinterherhecheln ( auch wenn ich durchaus auch mal stundenlang Gas geben kann, und einige Touren natürlich das Einhalten von Zeitfenstern und Etappen erfordern, sonst gibts Probleme ).
Um beim Beispiel zu bleiben: Fisi über Halpi ( vgl. meinen Bericht, astreine T5-Tour) - gut 8 Stunden haben wir für den Aufstieg gebraucht, aber inklusive Vogelbeobachtung ( ich bin Ornithologe), und unvergesslichen herrlichen Rasten zum Schauen und Staunen plus 1 Stde. Gipfelrast. Die Netto-Marschzeit war wohl eher so bei 5-6 Std. gewesen.
Sowas verbuchen wir dann schlicht als Ganztagstour und gut ist.
Soviel der umfangreichen Worte - dir weiterhin schöne Touren, und: unsere Ziele sind doch identisch gewesen: den Äusseren Fisi besteigen, unfallfrei und als Erlebnis und sicher nicht, um sich hinterher mit ner T4-T5-sonstewas-Wertung zu brüsten ! Darum geht es doch nun wahrlich nicht.
Herzlichen Gruß aus dem flachen Norden von Alpenorni





Kommentar hinzufügen»