Bütlasse 3193m über westliches Couloir


Publiziert von Baden63 , 1. September 2009 um 03:24.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:19 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Griesalp - Sefinenfurgge - Bütlasse und zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW oder Postauto auf die Griesalp Mautstraße 13,- FR
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit PW oder Postauto auf die Griesalp Mautstraße 13,- FR
Unterkunftmöglichkeiten:Gspaltenhornhütte, Griesalp
Kartennummer:1:25000 Mürren 1248

Durch diese Internet-Seite auf diese tolle Tour Aufmerksam geworden, wollte ich in meinem Urlaub unbedingt hier hinauf. Ich hatte vor zur Bütlasse über das westliche Couloir aufzusteigen.

Da hier immer von einem Firnfeld die Rede war packte ich zur Sicherheit Steigeisen und Pickel in den Rucksack.

Start mit dem PW vom Urlaubsort am Thunersee Richtung Kiental...

Anfahrt über Kiental zur Griesalp mit 13,- Fr Mautstrasse. Da ich sehr früh war, ca. 5.45 Uhr in Dunkelheit, habe ich den Mautautomaten in Kiental nicht gesehen und das Mauthäuschen war noch unbesetzt. Aber laut Hinweistafel kann man auch bei der Ausfahrt bezahlen. Also weiter zur Griesalp und das letzte Stück von Tschingel zur Griesalp, zum Teil im 1. Gang auf 28% Steiler Straße, mit mehreren Steinbrocken auf der Fahrbahn.
 

Rucksack auf den Rücken und Abmarsch gegen 6 Uhr. Zuerst (Knappe Stunde) alles über Fahrstraße via Golderli, Steineberg, Bürgli bis Uf de Hüble. Hier hörte bisher die Alpstraße auf. Diese wird aber gerade verlängert bis zum „Obere Dürrenberg“ und daher gibt es hier eine Wanderumleitung über sehr schlechten Weg.
 

Nach dieser Baustelle beginnt der schöne Teil dieser Tour auf gutem Bergweg Richtung Sefinafurgga. Der Anstieg ist mäßig Steil über Alpwiesen bis zum Geröll und zu den Gämsen. So wie das Gras aufhört, wird es steiler über Schutt und endet in einer Treppe bis zum Himmel (Sefinafurgga).
 

Von hier aus erster Blick auf die drei Großen im Berner Oberland. Vom Sefinental hinauf kommend,  kann ich weiter unten mehrere Wandergruppen erkennen, aber ich bin noch allein. Kurze Rast und die Morgensonne ein wenig genießen, dann geht’s weiter Richtung Gspaltenhornhütte zum Punkt 2628 (Schild mit blauer Schrift "Bütlasse").
 

Hier wird nun der Bergweg verlassen und die Hochtour kann beginnen. Es geht auf guter Spur hinauf Richtung „Vorderi Bütlasse“. Aber nur ca. 200 Hm. Dann kommt eine Verzweigung mit Steinmännchen links und rechts.
 

Ich wollte ja nicht über die „Vorderi Bütlasse“ aufsteigen und hätte den rechten Weg nehmen sollen. Habe Ihn aber im Aufstieg nicht erkannt  und bin daher zu weit aufgestiegen. Nach 50 Hm bemerkte ich meinen Fehler und bin dann über Geröll Richtung Süden gequert und habe nach einigen beschwerlichen Minuten die Trittspuren zum „westlichen Couloir“ wieder gefunden.
 

Die Querung ist nicht ohne und sehr anstrengend, da alles sehr lockeres Geröll. Zwischendurch aber mit Trittspuren. Nach ca. 400 m kommt man ins eigentliche Aufstiegscouloir. Zu Beginn sehr steil und rutschig, anstrengend da der Untergrund dauernd Richtung Tal rutscht, nach 50 Hm kommt endlich festeres Material und Fels.
 

Hier beginnt die Schlüsselstelle mit Klettern (für mich einfach, aber für eine Bewertung fehlt mir die Erfahrung) (ca. 20 Hm), danach wieder etwas flacher, aber wieder wegrutschendes loses Material mit Trittspuren bis zu einem Firnfeld.
 

Also zog ich die Steigeisen an, da ich der Meinung war dieses zöge sich nun den Grad hinauf. 5 Minuten Eisen anziehen und Pickel richten. Los geht’s zum ersten Mal mit Steigeisen an den Füßen. Geht ganz gut und was ist das nach wenigen Metern (1-2 Minuten)? Ich bin oben am Grad. Das Firnfeld hört auf und zu allem hätte ich mit wenigen mehr Meter das Firnfeld links umgehen können.
 

Na gut, auch recht. Alles wieder ausziehen. Weiter geht’s  über den Grad, immer wieder Steilstücke rechts umgehend, Richtung Gipfel. Ich bin quasi platt, aber das Ziel ist oben. Also weiter immer wieder Pausen und immer wieder kurze Kletterstellen weils Spaß macht. Manchmal lässt sich recht tief ins Sefinental blicken. Wenn dann geht’s frei abwärts.


Und dann endlich irgendwann nach 4 H 30 min gegen 10.30 Uhr oben auf dem Gipfel. Herrlicher Rundblick über alles was von hier aus zu sehen ist. Ausgedehnter Genuss auf dem Gipfel mit über einer Stunde Sonnenbaden mit Stärkung von Körper und Seele.
 

Dann geht’s auf gleichem Weg wieder runter und mir kommt alles viel einfacher vor wie im Aufstieg. Von oben ist der Weg leichter zu finden und alle Kletterstellen im Gipfelaufschwung können einfach auf der Westseite umgangen werden.
 

Diesmal umgehe ich „Mein Firnfeld“ auf der Nordseite und gehe (rutsche) hinunter zur Schlüsselstelle. Kurzes runterklettern und wieder ist die Spur deutlich zu erkennen. Unterwegs noch ein paar Fotos und auf der Alp „Obere Dürrenberg“ gibt’s was gegen den Durst.
 

Weiter Richtung Griesalp, vorbei an der nun besetzten Baustelle mit lautem Hämmern am Berg. Nun macht die Umleitung auch Sinn, denn man erkennt, dass ab und zu ein Brocken Richtung Tal flüchtet.

Bei der Ausfahrt aus dem Tal bezahlte ich am nun besetzten Mauthäuschen noch meinen Obolus.

 
Eine herrliche Tour bei bestem Wetter. Danke für die Vorberichter mit Ihren tollen Bildern und Beschreibungen, sonst wäre ich nicht hier hoch gegangen.

Ich habe die Tour mal mit T5 bewertet weil dies auf dieser Seite so schon bewertet wurde. Wenn es jemand besser weiß kann ich es ja noch ändern.

Für die Fotos hatte ich ja diesmal eine leichte Digicam bei der man auf dem Display kaum etwas erkennen konnte. Ich bitte die Qualität der Bilder zu entschuldigen.  Leider war auch Datum und Uhrzeit der Kamera falsch eingestellt.
 

Wenn mein Monatsupload es zulässt kommen noch ein paar Bilder hinzu.

 


Tourengänger: Baden63

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