STEINERWEG durch die Dachsteinsüdwand


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 28. August 2009 um 13:49.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Dachsteingebirge
Tour Datum:27 August 2009
Klettern Schwierigkeit: V (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-OÖ   A-ST 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 310 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von der Ennstalbundesstraße nach Ramsau und über die Dachsteinstraße zur Talstation der Südwandbahn.
Unterkunftmöglichkeiten:Dachsteinsüdwandhütte (privat): Reservieren notwendig: 0043 368 781509 Evtl. auch Biwak im Dom möglich.

Die "Himmelsleiter der Steirerbuam" gilt bis heute als einer der ganz großen alpinen Klassiker Österreichs! Am 22.September jährt sich die Erstbesteigung von Georg und Franz Steiner zum 100. Mal, daher können wir sogar behaupten eine Jubiläumsbesteigung geschafft zu haben. Zu diesem Ereignis gibt es heuer noch einige tolle Veranstaltungen, siehe: http://www.ramsau.com/s-event-highlights.html

Die Route folgt logischen Linien durch die 850m hohe Südwand. Die Kletterstrecke beträgt etwa 1000m. Im unteren Teil ist die Route noch nicht so steil, danach steigt man 150HM durchs Plattendach hinauf. Danach erreicht man nach 2Sl das Salzburgerband. Ab hier ändert sich die Kletteri schlagartig. Man klettert ab hier praktisch immer in senkrechten Gelände, die Route ist ab hier sehr ausgesetzt. An Steilheit und Exponiertheit durchaus mit dem Johann-Klettersteig zu vergleichen. Auch die "4er"-Längen im unteren Teil sind nicht mit den "4er"-Längen im oberen Teil vergleichbar, sie sind deutlich steiler und kraftraubender.

Viel mehr braucht man zu dieser Route nicht sagen, ihr Ruf eilt ihr voraus! Eine Tour der Superlative!

ZUSTIEG: Von der Südwandhütte (hierher von der Talstation Dachsteinsüdwandbahn in 30min) um 04.30 Uhr Start. Wir folgten im Stockdunklen dem Weg zu Johann, bis zur Felsstufe ist dies auch gelungen. Der weitere Aufstieg in die Scharte hinterm Mitterstein war kaum zu sehen und daher mussten wir weglos durch Geröll hinaufsteigen. Wir folgten dem Weg weiter durch die Geröllfelder und stiegen am gerade weiter (Steigspuren) direkt Richtung Dom (ovale Höhle). Hier erkennt man schon gut die 6ßm-Verschneidung und das darunter liegende Band. Dieses erreicht man in kurzer Kletterei (II). Am Band geht man dann ganz nach links (an BH-Ständen vorbei) bis es endet. Hier Einstieg an Fixe BH mit zwei Ringen. (1h 45min)

ROUTE: Vom linken Ende des Bandes auf schmalem Band nach rechts in die Verschneidung. Diese kurz hianuf zu Stand (BH). Weiterer Anstieg siehe Topo!
Hinweise und korrekturen zum Topo (siehe Topo unter Bilder):
- 4.SL: Vorsicht dass man den richtigen Zacken erwischt, 5m höher gibt es noch einen, knapp darunter auch (erst spät sichtbarer Orientierungsbohrhaken)
- 5.SL: Vom Stand bei Platte 6m nach links und durch den Anfangs sehr steilen Riss hinauf (gute Griffe)
- Salzuburgerband: Bei der großen Nische (am Nischengrund guter Biwakplatz) BH an Nischendecke in der Mitte; am Ende des Bandes dann 3m hinauf auf oberes Band (am unteren Band auch Hangelstelle, allerdings Verhauer) zu BH und dann rechts zur richtigen Hangelstelle
- SL mit Pfeil: nicht in den Münchnerkamin hinauf sondern Richtung Pfeil klettern; in Mitte der SL frei liegender Block, diesen Überklettern und nicht unten herum
- 14.SL: Dort wo der Steinerkamin am engsten ist auf die linke Rippe ausweichen
- 15.SL: Am Ende des gestuften Geländes Klebebohrhaken, dei diesem gerade hinauf (steile Stufe) und 5m weiter oben Stand
- 17.SL: evtl auf Band Zwischenstand, sonst wirds anstregend
- 19.SL: Nach der sehr abdrängenden 5- Stelle hianuf zu großem Köpfel und 1m darüber links ein BH (schwer zu sehen), danach weiter nach rechts und nach 4m zurück nach links. Am Ende sind 2 BH innerhalb von 2m, am linken Stand (BH ohne Ringe).
- 20.SL: Der Stand unterm Schluchtüberhang an einem  Klebebohrhaken
- 22.SL: Nicht zu früh nach links, die markante Platte ist sehr glatt und steil
- 23.SL: Stand am Ende schwer zu sehen
- 24.SL: Eher rechts halten, Stand an Torstahlbügel am rechten unteren Ende des Riesenpfeilers
- 25.SL: Der Kamin ist eher mit viel Geröll gefüllt, in der Mitte den rechten Ast nehmen.

KLETTERZEITEN: Einstieg-Dachgiebel 1h 20min; Dachgiebel- Schluchtüberhang 4h; Schluchtüberhang-Ausstieg 1h 30 min; Gesamt: 6h 50min, davon 50min Pause

ABSTIEG: Vom Gipfel über den Randkluftsteig (jetzt ein Klettersteig, ca. B-C) hinuter zum Gletscher. Über diesen (viele Spalten) hinuter zum präparierten Weg und auf diesem zur Bergstation. (1h) Mit dieser ins Tal (letzte Fahrt 17.10h)

SCHWIERIGKEIT: 5- A0, in freier Kletterei am Schluchüberhang vermutlich 6, meist 4 und 4+, kaum leichter

ABSICHERUNG: An allen Standplätzen bis zur 19.SL ein Fixe BH mit zwei Ringen (abseilfähig), dazwischen auch manchmal solche Haken um einen Rückzug zu erleichtern. Danach an den Ständen ein Fixe BH (nicht abseilfähig), unterm Schluchtüberhang ein Klebehaken.
Zwischensicherungen, einige (meist ganz gute) NH, an manchen Stellen auch BH (siehe Topo)

AUSRÜSTUNG: 60m ES (es geht auch 50m, oder Halbseile), 7 Expressschlingen, 3 lange Bandschlingen, kleines KK-Sortiment, 6 Friends (Camalots 0.4-3), Steigeisen

MIT WAR: Bernhard

WETTER: bis zum Dachgiebel im Schatten, danach sonnig, ab dem Steinerkamin nebelig und nur manchmal freie Sicht

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz, Bernhard

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Geodaten
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Kommentare (3)


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Saxifraga hat gesagt: Gratuliere
Gesendet am 28. August 2009 um 18:22
zu dieser großen Tour! Tolle Leistung!
LG
Philipp

mali hat gesagt: Glückwunsch ...
Gesendet am 28. August 2009 um 21:00
... auch von mir zu dieser Traum-Tour!

Grüße
Alex
(die wohl auch noch länger von träumen müssen wird ;-))

orome hat gesagt:
Gesendet am 29. August 2009 um 21:36
hier gibt noch eine super Beschreibung der Tour, die uns vor paar Jahren sehr geholfen hat. http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=394

glückwunsch zur tour! wir sind damals nach einer kalten nacht am parkplatz so gegen 9 eingestiegen. paar stunden später und ein zahn weniger hatten wir nen schönen sonnenuntergang am gipfel, bevor wir dann ohne steigeisen über den gefrorenen schnee absteigen durften.
die tourenplanung ließ doch irgendwie zu wünschen übrig ;)


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