Lukmanier - Cadlimo - Maighels - Oberalp


Publiziert von tschiin76 , 24. September 2009 um 22:31.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:12 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   Gruppo Piz Blas   Gruppo Pizzo del Sole   CH-UR   Gruppo Scopi 
Zeitbedarf: 2 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto Lumanierpass
Zufahrt zum Ankunftspunkt:RhB Oberalppass
Unterkunftmöglichkeiten:Lukmanierpass, Cap. Cadlimo, Cap. Cadagno, Maighelshütte, Oberalppass

Eine wunderschöne Hüttentour in einer abwechslungsreichen Landschaft - das ist der 2-Täger Lukmanier - Oberalp via Cadlimohütte.

Bequem mit dem Postauto fahren wir von Disentis in einer halben Stunde auf die Lumanier Passhöhe. Das Postauto fährt nicht nach Olivone, sondern zurück und dies nur in den Sommermonaten.
Wer weiter Richtung Süden will, muss in den grünen Regiobus des Bleniotales umsteigen.

Nochmals alles ordnen und dann gehts los.Wir aber nehmen den Fahrweg entlang des Stausees und gelangen zur Abzweigung Passo dell'Uomo oder eben ins Val Cadlimo. Der Weg, oder besser die Autobahn Richtung Passo kann mit dem Bike gemacht werden. Von dort kann zur Cap. Cadagno oder gleich nach Airolo gefahren werden.
Wir haben ein anderes Ziel und biegen rechts ab. Gleich nach einer kleinen Brücke über einen wilden Bergbach steigt der Weg an, gut markiert ist er, jedoch muss man sich mehr als einmal durch das wuchernde Unterholz kämpfen. Obwohl der Pfad sicher mindestens einmal im Jahr wieder sichtbar gehauen wird, hängt schon im August wieder einiges an Ästen in den Weg.
Auch ist es viel nasser, als ich es in Erinnerung hatte. Einbisschen kraxeln muss man auch, bevor man schliesslich ins Val abbiegt.
Auf einer Anhöhe genehmigen wir uns aber erst mal ein zweites Frühstück, mehr als eine in der Gruppe ist froh, dass sie den mitgebrachten Proviant etwas verkleinern kann...Gesund wie wir sind (oder tun.. .-) )gibts auch jede Menge Rüebli...
Dann folgen wir dem Bach, langsam ansteigend, in Val Cadlimo hinein. Auch im August hält sich hier noch hartnäckiger Schnee. Bald schon stehen wir aber auf einer grünen Wiese mit Wollgras, und zwei sind von diesem schönen Fleckchen Erde kaum mehr weg zu bringen...
Weiter gehts mal etwas steiler, dann wieder flacher Richtung Hütte. Nun kommen wir auch zu den riesigen Stangen, die den Skitürelern wohl im Winter den Weg weisen.
Auf einem auffälligen Felsen bietet sich ein grandioser Blick auf die diversen Seen, Zeit für eine nächste kleinere Pause. Dann gehts nochmals etwas steiler, die Hütte sieht man fast bis zum Schluss nicht, dafür taucht dann irgendwann einmal die Schweizerfahne am Horizont auf.
Nun teilen wir uns, vier gehen zum See, die heissgelaufenen Füsse baden, die anderen vier wollen noch einen Gipfel stürmen.
Erst aber stürmen wir unser Zimmer, nachdem wir herzlich vom Hüttenwart empfangen worden sind.
Wie schön, wir teilen das Zimmer mit niemandem! So breiten wir uns natürlich gleich ausgiebig aus, lassen allen unnötigen Ballast da und nehmen den Anstieg zum Piz Curnera in Angriff.
Der Schlussaufstieg ist etwas ausgesetzt, man kann aber problemlos hinaufkraxeln. Oben wartet ein grosses Steinmännli und ein grossartiges Panorama vom Tödi bis zum Basódino. 40min haben wir gebraucht, es ist warm und nun geniessen wir den mitgebrachten Amaretto.
Gerade rechtzeitig erscheinen wir zum Znacht und verbringen einen gemütlichen Abend.

Am nächsten Tag stehen alle mit Sack und Pack schon zehn Minuten vor Abmarschzeit bereit, ich staune und freue mich!
Nachdem alle ihre Stöcke montiert haben gehts los. Der Weg geht über zerfurchenen Stein (so a la Karrenfels) erst etwas mehr als 100hm hinunter und folgt dann dem Kessel bis hinauf zum Passo Bornengo. Das Schneefeld direkt unter der Passhöhe ist auch diesen Sommer  nicht ganz weg, problemlos und schwatzend meistern wir die letzen Höhenmeter. Oben gibts einen feinen Tröpfel, schliesslich muss noch was gefeiert werden!
Vor uns öffnet sich das weite Val Maighels und der Kaffeehalt (Maighelshütte) ist auch schon auszumachen.
Der Abstieg wird und etwas von ausgedehnten Schneefeldern erleichtert, für einige eine Premiere. Und Spass hat es allen gemacht!
Der Weg führt mitten durch Werken von anderen Berggängern (Steinmännli und -bögen in allen Varianten), ein mystischer Ort, auch bei Sonnenschein. 
Nach etwa zwei einhalb Stunden erreichen wir die Hütte. Drei gehen gleich weiter zum Laj da Tuma, zwei weitere folgen nach einer halben Stunde und einem Kaffee, drei geniessen noch die Sonne auf dem Bänkli vor der Hütte.
Um halb vier treffen wir uns wieder dort, wo die Wege zusammenkommen und wieder komplett nehmen wir die letzen paar Meter zum Oberalppass unter die Füsse. Der Weg bleibt etwa auf gleicher Höhe und quert einen etwas steilen Hang, welchen wir im Winter mit den Skis gemieden haben.
Nun blüht was blühen kann, in allen Farben und vor allem gross.
Der letze Abschnitt wurde etwas geändert, der Weg, der mal mitten durch das Sumpfgebiet geführt hat, ist geschlossen worden, neu folgt man der Passstrasse. Von den Autos bekommt man glücklicherweise nicht viel mit, der Weg ist etwas unterhalb.
Inzwischen hat es rasant zugezogen, ein kalter Wind hindert uns daran, noch was zu trinken, direkt gehen wir zur Bahnstation, wo wir wenig später im Zug Richtung Andermatt und nach Hause sitzen. Zum Glück sind wir trocken geblieben!

Tourengänger: tschiin76

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