Gross Leckihorn 3068m/Witenwasserenstock Ost- und Westgipfel 3082m


Publiziert von tschiin76 , 27. August 2009 um 20:53.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:23 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS   Gruppo Pizzo Rotondo   CH-TI 
Zeitbedarf: 2 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Postauto auf den Furkapass
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem Postauto von Airolo
Unterkunftmöglichkeiten:Rotondohütte 2570m
Kartennummer:Val Bedretto 1251

Am Samstag starten wir - nach Nebel in Andermatt - bei Sonnenschein am Furkapass. Erst aber genehmigen wir uns noch eine heisse Schoggi im Reschti, 500m vor der eigentlichen Passhöhe.
Angenehme Temperaturen lassen uns schon bald im T-Shirt laufen.
Nach einer knappen Stunde machen wir die erste Trinkpause auf P. 2732m. Gegen Norden sieht man den Galenstock, gegen Süden ein heutiges Zwischenziel, den Leckipass mit dem Gross Leckihorn.

Danach tauchen wir in Nebel ab, es wird schwül-warm und wir schwitzen schon ganz ordentlich. Erst noch mit blau-weisser Markierung bald weglos steuern wir dem Muttengletscher zu.
Im untersten Teil ist dieser nicht als Gletscher zu erkennen, Steine, Schutt und Sand bedecken ihn fast vollständig, nur an einigen wenigen Stellen blinzelt Eis hindurch.
Dann kommen wir aufs blanke Eis, welches aber immer noch gut zu begehen ist, den vielen Steinen und der eher rauen Oberfläche sei Dank.

Etwa auf 2700m beginnt es dann erst zu tröpfeln, dann schüttet es herunter. Den Regen haben wir nicht kommen gehört und gesehen, schon eine ganze Weile sind wir im Nebel unterwegs.
Wie es sich gehört werden sofort die Regenschirme gezückt und weiter gehts durch eine mystische Landschaft. :-)

Kurz vor dem Pass seilen wir an, da hier noch Schnee liegt und nur wenig vom Gelände sichtbar ist.
Da wir immer noch kaum etwas sehen auf dem Pass, entschliessen wir uns, abzusteigen, dem Hüttenkafi entgegen.
Ende Gletscher  reisst es dann aber plötzlich auf. Sollen wir nun doch noch aufs Gross Leckihorn? Die Gruppe teilt sich, 5 Richtung Kafi, 5 Richtung Gipfel. Ziemlich genau eine Stunde später geniessen wir die Gipfelrast, allerdings wieder im Nebel.
Der Abstieg zur Rotondohütte  ist weiterhin mystisch. Wir orientieren uns an den zahlreichen Steinmännli und kommen gerade recht zum  Zvieri an.
Die Hütte dampft und nach einem lustigen Jassabend kriechen wir unter die Decken.

6:15 Tagwach, 7 Uhr Abmarsch bei genialstem Wetter. Endlich zeigen sich die Berge um uns herum, und das erst noch in schönstem Morgenlicht. Rasch gelangen wir zum Witenwasserengletscher.
Bald schon erweist sich die Auskunft "Steigeisen nicht nötig" als nicht wirklich tauglich, hat doch der samstägliche Regen den Gletscher glatt geschliffen. Mehr schlecht als recht rutschen wir Meter um Meter den Gletscher hoch und verlieren Zeit.
Gut ist das Gelände flach. Weiter oben, wos steiler wird gelangen wir schliesslich auf Schnee, was den Aufstieg erheblich erleichtert.  Schliesslich werden wir von zwei mit Steigeisen überholt. Überfallen oder nicht?
Es geht auch ohne überfallen, bald schon erreichen wir den Verbindungsgrat zwischen Hüenerstock und Witenwasserenstock. In herrlicher Blockkraxelei gehts auf den Ostgipfel, dann seilen wir an und  klettern den Rest Richtung Westgipfel (II-III). Teilweise gehts auf der Westseite einfach "s'Loch ab". Geniale Sicht auf den Gerengletscher.

Weiter gehts alles dem Grat entlang via Hüenerstock, Hüenersattel und Ronggergrat zum Cavannapass.
Ich in meinem Element, super Blockkraxelei.
Und dann einfach nur noch runter, fast 1300hm.
Angeschrieben sind 2h35, wir erreichen nach einem filmreifen Galopp Villa Bedretto in 1h30! Leider konnten wir in diesem Tempo den wunderschönen Lärchenwald nicht wirklich geniessen, aber das Postauto wäre sonst erst 2h später wieder gefahren und der Heimweg zieht sich dann auch jeweils etwas in die Länge. 

Tourengänger: tschiin76

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