Auf den Spuren des Nationalpark Bike Marathon...


Publiziert von Runner Pro , 26. August 2009 um 21:18.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:20 August 2009
Mountainbike Schwierigkeit: ZS - Fahrtechnisch anspruchsvoll
Zeitbedarf: 3 Tage
Strecke:Chinuos-chel - Ardez - Livigno - Chinuos-chel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem PKW; das Fahrzeug kann bei gebuchter Tour vor dem ersten / letzten Hotel "deponiert" werden.
Unterkunftmöglichkeiten:je nach Modell "budget", "medium" oder "luxury"

In drei Etappen haben wir den Nationalpark Bike Marathon unter die Räder genommen. 1 Etappe: Chinuso-chel nach Ardez, 52km, 900HM. Ausgangspunkt sollte Chinuos-chel sein, da wir dort unsere Fahrzeuge vor dem Hotel „Veduta“ deponieren konnten. Nach einem anständigen Frühstück mit einem 20minuten Ei (ich vergass das Ding im Selbstbedienungskocher!) gings los in Richtung Zernez und weiter bis Guarda zum ersten Kaffeehalt. Da tauchte doch tatsächlich ein Biker-Pärchen auf, welches mal locker-flockig die Strasse hochkam und dies erst noch mit je einem vollbepackten Einachsanhänger (noch nie gesehen!) – und ich war bisher schon ohne Zusatzlast tüchtig am Schwitzen… Nach kurzer Rast stiegen wir hoch bis Ftan und von dort zügig runter nach Scuol, wo wir den Rest (retour) nach Ardez auf der stark befahrenen Hauptstrasse absolvierten. Dafür verbrachten wir den Nachmittag nach einem kühlen Bierchen in der Wellnessoase in Scuol, was ich nur weiterempfehlen kann…
2 Etappe: Ardez nach Livigno, 90km, 2700HM. Die zweite Etappe begann schon frühstücksmässig hervorragend (was sollte an diesem Hotelarrengement „budget“ sein?) und führte uns zuerst nach Scuol, wo wir am offiziellen Startplatz zum Nationalpark Bike Marathon vorbei ins Val S-charl fuhren. Der erste Teil ist recht öde, wenn auch schattig (viel Wald) und führt durchwegs entlang der „Clemgia“. In S-charl empfiehlt sich ein kurzer Halt im „Crusch Alba“ bei Kaffee, Nusstorte und flotter bayuwarischer Bedienung. Bis zur „Alp Astras“ geht’s auf einer breiten gekiesten Alpstrasse weiter, der Rest zum „Pass da Costainas“ 2251m.ü.m wird auf einem schönen Biketrail bewältigt. Runter dann wird’s anfänglich wild, sodass technisch weniger versierte Biker (wie ich) besser eine kurze Schiebepassage einlegen. Ansonsten kann man es bis Tschierv an der Ofenpassstrasse richtig schön brettern lassen. Nach kurzer Mittagsrast bei Rösti, Ei und Bier, wo wir auch den ersten Regenguss des Tages geschützt über uns ergehen lassen – gutes Timing dachten wir uns – führte der Weg relativ flach Richtung Döss Radond. Allerdings täuscht sich, wer glaubt es ginge so weiter! Immerhin liegt der nächste Pass auf 2234m.ü.m und will erst bezwungen werden. Auf guten Alpsträsschen und Trails zwar aber in schweisstreibender Arbeit – und das bei schwülem Wetter. Der nächste Regenguss liess denn auch nicht lange auf sich warten und so bleibt unklar, was nässer macht; der Regen oder der Schweiss! Die Abfahrt war dafür absolut geil!!! In strömendem Regen und herrlichem Gewitter über eine stetig aber nicht allzu steil abfallende Piste. Seltsamerweise teilen die entgegenkommenden Biker meine Begeisterung nicht… Was danach folgte ist für Hardcore-Biker der helle Wahn, mich zwingt es zeitweise zum ausklicken und schieben; ein cooler Trail ins Val Mora mit engen coupierten Passagen und einem kleinen Holzsteg – vom Feinsten! Wesentlich unspektakulärer erfolgt der Grenzübertritt nach Italien. Was auffällt: die Italiener haben offenbar im 2. Weltkrieg aus taktischen Gründen ihre Pässe bis zur Grenze jeweils Fahrzeugtauglich ausgebaut, was die Eidgenossen tunlichst unterlassen haben. Am Lago di SanGiacomo geht’s dann zügig aber gut fahrbar auf die Alpisella und von dort steil aber ungefährlich (meine beiden Begleiter - echte Bike-Psychos! – habens‘ ordentlich krachen lassen) runter nach Livigno, DEM zollfreien Ort in Italien. Wer Trubel und Touristennester nicht mag ist hier definitiv falsch, wir haben erst mal die Hotelbar belagert und uns mit Bier und Nüsschen versorgen lassen, danach wurde im Wellnessbereich abgekühlt, bevor’s eine supergeile Pizza gab!
3 Etappe: Livigno nach Chinuos-chel, 33km, 1000HM. Die letzte Etappe führt zügig aus Livigno raus und direkt in Richtung Pass Chaschauna auf 2694m.ü.m. Der Pass ist gottverdammt steil und weist einen zwar breiten aber mit nicht sehr griffigem Belag ausgestatteten Weg aus. Wer’s in den Beinen hat kommt relativ weit, wer wie ich früh in die kleinste Scheibe schaltet hat keine Chance und dreht im wahrsten Sinn des Wortes durch – da bleibt nur noch absteigen und schieben. Immerhin ein gutes Berglauftraining – ich nenne die Sportart Mountainbikerunning J. In der Berghütte auf italienischem Boden gibt’s erst mal ne Erfrischung, danach fahren wir die letzten 50HM auf den Pass rauf. Die CH-Seite ist dann nur noch für Vollprofis, Spinner oder Lebensmüde fahrbar, ich meinerseits muss die ersten 300HM passen und tragen, stelle aber fest, dass ich nicht der Einzige bin… Der Rest bis Chinuos-chel ist geprägt von schönen Biketrails und Alpstrassen, meist im kühlen Wald, was sehr angenehm ist, denn wir geniessen schon den ganzen Tag Kaiserwetter!
Alles in Allem eine coole Tour, besonders Angenehm: die Tour kann bei Engadin-Tourismus gebucht werden, dann wird das Gepäck jeweils durch die Hotels transportiert und man nimmt nur das Nötigste "on the road".

Tourengänger: Runner

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Kommentare (2)


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artishokka hat gesagt:
Gesendet am 27. August 2009 um 10:01
*applaudiert*
schöni bilder, wow!
interessanter, unterhaltsamer bericht, wow!
*applaudiert weiter*

Runner Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 27. August 2009 um 22:44
ja,ja, ist im Prinzip nur was für Biker, nicht für RUNNER :-(((


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