Gitschen - Rot Gitschen


Publiziert von ma90in94 , 26. August 2009 um 17:56.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:23 August 2009
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Aufstieg: 1500 m
Kartennummer:1191

Dienstschluß um 12 Uhr, 180 Km Fahrt, Kaffee und Kuchen und endlich der ersehnte geruhsame Start um 16 Uhr an der Gietisfluh Seilbahn via Gitschen. Es ist ein wunderbarer Aufstieg, der alles vereint. Start vor der Kulisse eines gewaltigen Talabschlußes, immer aussichtsreich nah und fern, spannend und die Höhenmeter fliegen einem nur so entgegen.
Eigentlich wollte ich ja immer auf der Alp Gitschen einschweben und die abschreckende Ostwand hinaufsteigen, nun habe ich aber doch gekniffen. Wie oft habe ich mir schon die Nase am Zug- oder Autofenster plattgedrückt um den Durchstieg zu erkunden. Es muß ein großartiger Aufstieg sein. Die Gemsen
fänden so einen Zweibeiner sicher sehr lustig
Der Gipfel wird, laut Gipfelbuch, doch recht häufig besucht, zurecht.

Ich folge nun dem Gratkamm nach Süden, P. 2540 umgehe ich guten Gewissens auf dem Weg und erreiche danach wieder den Gratverlauf.  Erst vor P. 2515  ist eine steile ca 18 m hohe brüchige Wandstufe (II-) zu erklettern. Die letzten Felstürme vor dem Gitschentor 2443 werden links leicht umgangen.

Ich kenne nichts vergleichbares als kurz vor Sonnenuntergang im T-shirt,  hoch oben, immer noch alpin unterwegs sein zu können. Das ist wie eine Droge und hat Suchtcharakter und wehe man bekommt seinen Stoff nicht wie gewünscht. Wie schrieb doch neulich einer bei hikr, “15 Tage ohne T6 Gelände, da ziehe ich die Seele wie einen schweren Sack hinter mir her “. Auch ein armer Betroffener.
Eigentlich sollte ich jetzt mit meiner Familie auf den Kanaren Strandurlaub machen, ich habe aber um Befreiung gebeten. So etwas bin ich nicht gewachsen. Zum Thema Berge, Sucht und Zwang würde mir noch einiges einfallen, aber das gehört hier wohl eher nicht hin.

Am Gitschentor beende ich meinen Tag, genieße  im Schlafsack den Sonnenuntergang bei einem Bierchen, Brot; Wurst und Käse mit Tomaten und Paprika aus dem eigenen Garten.

Die Nacht bleibt windschwach bei knapp 10 Grad.   Das füllt das Lebensfaß.

Nächster Tag.
Punkt 2572, ein fast eigenständiger Gipfel, überschreite ich leicht zum Sattel 2471 vor dem steilen Nordgrat des Rot Gitschen. Ein fast senkrechter, ca. 8  m hoher Aufschwung in gutem Fels, 2 rostige Haken, im oberen 3. Grad zeigt mir erbarmungslos die rote Karte. Der Weiterweg darüber ist weniger steil und sähe gut begehbar aus.

Unmittelbar unter den Abrüchen quert man über Schutt auf Pfadspuren etwa 80 m abwärts zur Westseite, sonst gibt es keine Abstiegsmöglichkeit, und erreicht über ein schönes Grasband den breiten Westrücken und einfach, fast ohne Kletterei den Gipfel. So war ich doch etwas entäuscht, so ohne Gegenwehr. Hier dann ausgiebiges Frühstück.

Ich quere dann noch zum Südgrat, der etwas mehr zu bieten hätte. Er macht einen sehr einladenden Eindruck und könnte im 2. Grad beheimatet sein. To late Baby.

Über den Urirotstockweg steige ich ab. Trotz Montag zähle ich 5 Pärchen im Aufstieg, der mir recht eintönig scheint.

Die Bachquerung unter dem Wasserfall ist wirklich nicht lustig. Hoch oben läuft das Wasser aus dem Chlitaler Firn. Die Wassermenge war heute gnädig und es war mit einem Dreisprung erledigt.
Um 13 Uhr wieder Kaffee und Kuchen und vor dem Feierabendverkehr die tollen Erlebnisse nach Hause
gebracht.


Tourengänger: ma90in94

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