Pilatustour als Geburtstagsgeschenk bei herrlichem „Herbstwetter“


Publiziert von Tobi , 26. August 2009 um 23:06.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:23 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-NW   CH-OW   CH-LU 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Gantersei - Ober Lauelen - Chastelendossen - Tomlishorn - Gemsmättli - Widderfeld - Gemsmättli - Stränzenlock - Bründlen - Unter Lauelen - Gantersei
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto bis Parkplatz Gantersei (letzter Parkplatz vor Fahrverbot)

Just heute feiert mein Kollege seinen Dreissigsten. Vor etwa fünf Jahren wurde ihm bewusst, dass er noch nie auf den Pilatus gewandert ist, obwohl er diesen tagtäglich von zu Hause aus sehen kann. Aus diesem Grund habe ich für Kollegen bereits zwei Pilatustouren organisiert, aber bei jeder von denen musste er dann aber passen, da er schon was anderes los hatte. Kurz bevor er nun in den Club der 30er kam, hat es nun doch noch endlich geklappt!

Gestartet sind wir beim Parkplatz Gantersei (984m), knapp noch im Nebel. Zunächst Richtung der Alpwirtschaft „Unterlauelen“ (http://www.unterlauelen.ch), kurz davor sind wir auf den Heitertannliweg abgebogen. Bei der Alp „Ober Lauelen“ (1332m) hatten wir zum ersten Mal freien Blick auf das schöne (zumindest wenn man oberhalb ist) Nebelmeer. Unten grau, oben blau, zum perfekten Herbsttag fehlten nur noch die gefärbten Wälder. Wir folgten weiter dem Bergweg zur Kapelle auf dem Klimsen (T3), sind aber auf ca. 1660m rechts abgezweigt (alter Bründlenweg). Diesen Weg verliessen wir bald und sind steil im Geröll direkt auf den Chastelendossen (1883m) gestiegen. Bei Nebel würde ich diese Variante nicht empfehlen, da die Orientierung dann ziemlich schwierig wird.
Weiter ging es von diesem ersten Pilatusgipfel auf den so genannten „alten Tomlishornweg“. Alterserscheinungen hat dieser Weg allerdings nicht, er ist noch in gutem Zustand und wo nötig mit Seilen gesichert. Trittsicher und schwindelfrei sollte man für eine Begehung aber schon sein (T4).

Nach dem Erreichen des Grates haben wir einen kurzen Abstecher aufs Tommlishorn (2128m) gemacht. Somit hat mein Kollege endlich sein Ziel erreicht, er war nun mal zu Fuss auf dem höchsten Punkt des Pilatus!Da es dort oben von Touristen nur so wimmelte, sind wir nach einer kleineren Fotosession weiter zum Gemsmättli gewandert (T3). Dort genossen wir bei warmem Sonnenschein das Panorama und unser Mittagessen.

Gestärkt liefen wir nun weiter, direkt auf den imposanten Bug des Widderfeldes zu. Von dort nach links immer schön dem Felsen entlang, jetzt waren wir definitiv abseits des Touristenstroms. Der Weg führt über einen eindrücklichen Steinbogen zum Stollen, der auf die Südflanke des Widderfeldes führt. Die Querung unterhalb der mächtigen Wand des Widderfelds weisst einige ziemlich sandig-rutschige Stellen auf, Wanderstöcke sind von Vorteil. Vom Ausgang des Stollenlochs folgt man einfach den blauen Markierungen immer bergauf (T4). Später stösst noch ein rot markierter Weg von unten dazu, und man kann dann bei einigen Stellen wählen, welchen Markierungen man folgen möchte. Eventuell ist die rote Route ein wenig anspruchsvoller. Die einzige Kletterpassage (II) ist mit einem Seil gesichert, allzu viel Vertrauen würde ich diesem aber nicht mehr schenken, da es in der Mitte am durchscheuern ist. Ein paar Meter westlich des Gipfels kommt man auf den Grat und stösst auf den normalen Wanderweg aufs Widderfeld (2076m). Der Ein-/Ausstieg der Routen durch die Südflanke ist übrigens mit einem Steinhaufen markiert.

Auf dem Widderfeld genossen wir nochmals das herrliche Panorama und das Nebelmeer, das sich nun doch langsam aufzulösen begann. Über den Normalweg stiegen wir wieder ab und liefen zurück zum Gemsmättli. Von dort querten wir weglos in den Nordhang und peilten die nicht zu übersehenden Stein-Markierung an. Diese steht etwa auf der Grenze Ob-/Nidwalden und ist mit einem gelben Pfeil versehen. Wir folgten nun weiter diesen gelben Markierungen und z.T. auch Wegspuren die Nordabbrüche des Widderfeldes hinab (T5). Nach dieser felsigen Passage folgten wir der markanten Grassrippe, bis wir auf den alten Bründlenweg stiessen (ca. auf 1700m). Dieser führte uns über das Stränzenloch durch idyllische Wälder und Wiesen zur Bründlenhütte (1518m). Weiter zum Pt 1434, wo man auf einen Wegweiser stösst. Wir bogen rechts ab und wanderten nun wieder auf offiziellem Bergweg hinab ins Eigenthal (T3). Eigentlich wollten wir unseren Durst noch in der Alpwirtschaft „Unterlauelen“ stillen, doch hatte diese Betriebsferien. Aber zum Glück lief beim Brunnen vor dem Haus etwas Wasser, so mussten wir den Weg zurück zum Parkplatz nicht durstig unter die Füsse nehmen.


Tourengänger: Tobi

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