Krone (3187 m)


Publiziert von marmotta , 23. August 2009 um 09:58.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Silvretta
Tour Datum:21 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Fluchthorn-Gruppe   CH-GR   A   Augstenberg-Gruppe   Paznaun 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Jamtalhütte - Finanzerstein - Kronenjoch - Krone - Kronenjoch - Heidelberger Hütte - Ischgl
Zufahrt zum Ankunftspunkt:mit Postbus auf die Bielerhöhe (letzer Bus ab Ischgl 16.49 Uhr)
Unterkunftmöglichkeiten:Jamtalhütte DAV (Tel.: 0043/54 43 84 08) Heidelberger Hütte DAV (Tel.: 0043/664 425 30 70)
Kartennummer:LK 1178 Gross Litzner, 1179 Samnaun, 1159 Ischgl

Obwohl die Krone (3187 m) weder zu den Renommiergipfeln der Silvretta zählt, noch deren Besteigung ein besonderer Genuss ist, lohnt sich der Aufstieg auf den Gipfel, ist doch die Aussicht formidabel und der Blick vis-à-vis zum Fluchthorn eindrücklich. Zudem ist dieser 3000er trotz seiner respektablen Höhe ohne Gletscherberührung -und damit auch für Solisten- unschwierig zu erreichen.

Nach einer erholsamen Nacht in der Jamtalhütte und einem stärkenden Zmorge starteten wir aufgrund der für den Nachmittag angekündigten Schauer und Gewitter bereits um 7.45 Uhr bei sehr angenehmen Temperaturen. Auf dem ausgeschilderten und markierten Fernwanderweg E 302 ging es zunächst sanft ansteigend durch das Futschöltal zum sog. Finanzerstein, einer (ehemaligen) Biwakschachtel unter einem riesigen Felsbrocken. Bei P. 2496 zweigt der Weg zum Kronenjoch (2976 m) nach links (Osten) ab, während es geradeaus weiter zum Futschölpass, dem Übergang ins Unterengadin, geht.
 
Steil schlängelt sich nun der Geröllpfad zum Kronenjoch hinauf, durch eine Ödlandschaft, die um diese Jahreszeit, nach Abschmelzen der letzten Schneereste, besonders karg wirkt: Eine braun-graue Schuttwüste, in der es kein Leben zu geben scheint - und doch hat auch diese Mondlandschaft ihren Reiz.

Nach 1:45 h haben wir das Kronenjoch erreicht, darüber baut sich der mit seinen dunklen Felszacken und -türmen tatsächlich an eine Krone erinnernde, gleichnamige Gipfel auf. Das Ganze sieht ziemlich schuttig und brüchig aus, dennoch steige ich über den Kamm, der die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich markiert, zum Südfuss des Berges auf, während sich Andi die Füsse in Richtung Bischofsspitze (3029 m) vertritt.

Über Schutt und Geröll querte ich zur Südwestflanke der Krone hinüber, in der ich auf steilen Schuttbändern und etwas links haltend auf einem Felsgrat zu einem gewaltigen Felsturm unterhalb des Gipfelgrats kraxelte. Von dort auf Felsbändern in leichter Kletterei (I, eine Stelle II-) nach rechts hinüber zu einer Fels-/Geröllrinne und in dieser in wenigen Minuten auf den zackigen Gipfelgrat, auf dem man etwas luftig zum höchsten Punkt mit Steinmann gelangt. Die Aussicht ist wirklich toll, vor allem der Blick hinüber zum Fluchthorn (3398 m) hält, was er versprach. Von wo könnte man besser und näher die Austiegsroute von Süden durch die Weilenmannrinne und den Gipfelturm des Fluchthorns studieren?

Der Abstieg von der Krone gestaltete sich, wie erwartet, genauso mühsam wie der Aufstieg: Immer auf der Suche nach haltbarem Fels suchte ich mir die beste Route nach unten, am besten steigt man alleine oder einzeln ab, da es -auch wenn man, wie ich, weitgehend über die Felsen abklettert- völlig unmöglich ist, keine Gesteinsbrocken zu lösen. Betritt man die Geröllflanke des Berges, hat man das Gefühl, als sei der ganze Berg in Bewegung!

Am Kronenjoch traf ich -mit leichter Staublunge- wieder auf meinen Begleiter und gemeinsam setzten wir den Weg über Moränenhänge entlang den Resten des Vadret da Fenga hinunter ins Innere Fimbatal (Val Fenga) fort. Da ich aufgrund eines Materialdefekts ohne meine Stöcke auskommen musste, war für mich der Gang über das Gemisch aus Eis und hartem Moränenschutt etwas wacklig, allgemein ist der blau-weiss markierte Weg jedoch völlig unproblematisch. 

Über die Heidelberger Hütte (meines Wissens die einzige DAV-Hütte auf Schweizer Boden), die nach ca. 2 h (ab dem Kronenjoch) erreicht war, ging es -nach erneuter Überquerung der Grenze (CH-A)- noch auf der Fahrstrasse durch das laaange Fimbatal (wieso ist eigentlich noch kein geschäftstüchtiger Tourismusmensch auf die Idee gekommen, Leih-Bikes oder sonstige fahrbare Untersätze an der Heidelberger Hütte zur Verfügung zu stellen?) nach Ischgl, Hochburg des Après-Ski und winterliches Pendant zur Ballermann-Partymeile auf Mallorca. Im Sommer gleicht die Partyzone eher einer Geisterstadt...

Völlig überraschend hielt das Wetter -trotz Bildung grosser Quellwolken- den ganzen Nachmittag und bescherte uns in den letzten 2 Stunden gar noch drückende Hitze.

Tour mit Andi


Tourengänger: marmotta

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»