Seekarlspitze, 2261


Publiziert von windi , 20. August 2009 um 19:40.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rofangebirge und Brandenberger Alpen
Tour Datum:19 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1170 m
Strecke:10 km zu Fuß
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zufahrt von Süden über Achensee, von Norden über Achenpaß. 1 km vor dem Ortskern von Steinberg links abbiegen, im Talgrund der Steinberger Ache parken (920). Im Tal der Grundache 5,5 km mit Mountainbike/Fahrrad bis zur Jagdhütte (1150)
Kartennummer:Alpenvereinskarte Rofan, 1:25000

Die Rofan-Nordseite ist ein einsames, noch ziemlich naturbelassenes Gebiet. Offenbar werden die Wanderer vom langen Anmarsch abgeschreckt und die Mountainbiker steigen nicht auf Berge. Mit Rad und Bergstiefeln ist es optimal! Überhaupt ist die Tour meiner Meinung nach eine der schönsten in den nördlichen Kalkalpen.
Nach 5,5 abwechslungsreichen Radkilometern immer am Bach entlang zweigt an der Jagdhütte (1150) in der Nähe der Schmalzklausenalm eine Forststraße nach links ab, die man noch ein Stückchen bis zur nächsten Wegteilung hinauffahren kann. Hier Rad abstellen. Nach rechts geht die Forststraße ins Mahrental ab, die schon nach einer ersten Almhütte in einen Wiesenweg übergeht.
Ein Pfad führt an der verfallenden Mahrentalalm vorbei und umgeht einen kurzen Latschen- und Waldriegel links. Am Ende des schönen, einsamen Talkessels fällt am Fuß des ersten Felsriegels ein teils begrünter Schuttkegel auf. An deren rechtem oberen Ende beginnt auf der latschenbewachsenen Rippe ein steiler, wohl zumeist von Gämsen genutzter Pfad. Nach der ersten Steilstufe quert man im Gras nach rechts, wobei sich der Pfad verliert, und umgeht die zweite Steilstufe am rechten Rand in steilem, aber ungefährlichem, nur locker mit Latschen bestandenem Wiesen- und Schottergelände. Wenn es wieder flacher wird, ist der obere Talkessel (Breitlahner) erreicht, der in weitem Bogen von rechts nach links gequert wird. Unten kommt man in grasigem Gelände gut voran, weiter oben wird es schottrig, aber bei überlegter Routenwahl hält sich der Schotter-Frust in Grenzen. Ziel ist der begrünte Vorsprung direkt links unterhalb des Hochiss-Gipfels, prädestiniert für eine Rast in extremer Position, mit Blick auf wilde Kalkstein-Verwerfungen in der Hochiss-Nordwand. 
Im Gras steigt man ca. 70 HM nach O hinab, um an geeigneter Stelle (nicht zu weit oben, dort lockerer Schotter!) das Schotter-Kar unterhalb des Spieljochs in Richtung der Seekarlspitze mit ihrem steilen grasigen Murmeltierhang zu queren. Der weglose Anstieg führt durch die auffällige Rinne mit rötlichem, mergeligem Gestein, in der im Frühjahr noch lange Zeit Schnee liegt. 
Der Gipfel ist schön einsam (Edelweisse!), weil der Wanderweg unterhalb vorbeiführt, und bietet extreme Einblicke in die Rofanwände, weil er dem Rofankamm etwas nördlich vorgelagert ist. 
Im Abstieg folgt man dem Wanderweg bis kurz vor der Grubascharte und dann dem Bettlersteig, einem (trotz offizieller Sperrung) immer noch oft begangenen, kühn angelegten, kurzweiligen Steig (Achtung auf Steinschlag und losen Schotter!). 
Wer nachschauen möchte, ob die Hirschlacke genug Badewasser enthält, kann am unteren Auslauf des Bettlersteigs in den Nordhängen unterhalb der Schotterzone zum “Halsl” genannten kleinen Joch hinüberqueren. Dahinter liegt die hübsche Hirschlacke, die im Frühsommer meist noch gut gefüllt und noch nicht von Kühen heimgesucht ist. An den Steinen an ihrem Südufer läßt sich dann wunderbar baden. An der Marchalm nebenan gibt´s Trinkwasser.
Für den Abstieg muß man wieder zurück übers Halsl und weiter zur Ampmoosalm, wo Wiesenbuckel, Tümpel, Bäche, flache Seen und natürlich der Blick auf die Rofan-Nordwände nochmal zur Rast einladen, bevor der Abstieg ins schöne  Eselkar beginnt. Erst bei HM1270 kommt die erste Forststraße in Sicht. Hier kann man links über die Brücke den Abkürzungsweg Richtung Steinberg nehmen. Es sind dann nur noch ein paar hundert Meter Schotterstraße bis zum Radl. Die Abfahrt im Grundachental ist wunderbar und erfrischend, insbesondere dann, wenn man noch ein Bad in einer der Bachgumpen nimmt.

Hinweis: Wegen der Weglosigkeit darf im Aufstieg kein Nebel sein. Beste Zeit: Juni bis September. Im Mai liegt auf dem nordseitigen Plateau noch zuviel Schnee. Im Oktober hat es keine Sonne mehr.




Tourengänger: windi

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Kommentare (1)


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83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 3. September 2011 um 18:34
Klasse Tour, die ich heute (etwas abgewandelt) nachgegangen bin. Danke für den Tipp!
Übrigens: Seit der "Fünf-Gipfel-Klettersteig" existiert, gibt es auch auf der Seekarlspitze keine Ruhe mehr, im Gegenteil! Es waren an die 50 (!) Personen oben, überall wuselte es... furchtbar! Behalte die Tour am besten so einsam in Erinnerung, wie du sie noch erleben durftest. Beste Grüße von mir!


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