Schesaplana - der höchste Berg des Rätikon


Publiziert von Leopold , 20. August 2009 um 07:15.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum:15 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A   A-V 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:Talstation Lünerseebahn - Böser Tritt Steig - Totalp Hütte - Schesaplanagipfel - gleicher Weg zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto durch das Brandnertal bis zur Talstation der Lünerseebahn.

Angeregt durch Danis Bericht (http://www.hikr.org/tour/post15522.html)
mache ich mich am Samstag auf den Weg zur Schesaplana.
Als ich um ¾ sieben Uhr früh bei der Talstation der Lünerseebahn ankomme, ist der Parkplatz noch recht leer,
denn die erste Gondel fährt nicht vor 8 Uhr. Auch kein Problem, dann steige ich
eben über den Bösen Tritt Steig zum Lünersee auf.
Als ich nach knapp 2 Stunden bei der Totalphütte ankomme, mache ich zunächst
einmal eine Rast und schaue mir den weiteren Aufstieg durch das Fernglas an.
An diesem Punkt beginnt der Alpinwanderweg. Von unten sieht er steil und abweisend
aus. Aus der Nähe betrachtet entspannen sich die Dinge. Weiter geht es – zwar steil, aber nicht allzu schwierig – schliesslich durch das Kaminle in das
Kar unterhalb des Gipfels. Auf der Schulter sieht man schon die Grenztafel
Oesterreich – Schweiz. Vorsorglich habe ich den Reisepass mit dabei, rechne
aber nicht damit, dass da oben jemand eine Kontrolle macht. Knapp unter dem Kamm
ist es etwas schwieriger, steiler, eng, mit Gegenverkehr von absteigenden Wanderern,
und der Weg führt über kleinsplittriges Gestein.
Bei Nässe ist das sicher kein Vergnügen. Von der Grenztafel sind es noch 5 Minuten
bis zum Gipfel. An so einem schönen Tag ist hier natürlich Hochbetrieb. Ein paar
Dutzend Leute schauen nach allen Seiten. Die Sicht ist wirklich wunderbar.
Allerdings fehlt mir die Ruhe, ich mache mich also bald wieder auf den Weg zurück.
Beim Abstieg geniesse ich es, öfter Rast zu machen: sitzen, schauen, eine Kleinigkeit essen und trinken, eventuell ein paar Fotos schiessen, jedenfalls an nichts denken – der perfekte Flowzustand.
Der Weg zur Totalphütte ist heute so beliebt, dass man von einer
Wanderautobahn sprechen kann. Der Vorteil: Es gibt sehr viel zu sehen.
Tapfere Kinder, die ihren Eltern auf den Berg folgen (obwohl sie wahrscheinlich lieber
im Schwimmbad wären), tüchtige Hunde (diesmal alle ohne weisse Weste), die ihren
Frauchen/Herrchen unbeirrt vorauslaufen, einen alpingeographischen Connaisseur,
der den anderen Leuten auf der Totalphütte das Panorama erklärt: „Do hint’n, do schaut’s hea!
Do zwisch’n de zwa Beag san da Piz Linaa und da Oatla!“ Dies alles im besten Wiener Dialekt, was mich
natürlich aufmerksam werden lässt, ... Viele Wanderer, die ich treffe, sind schweissgebadet, haben trotz
der Hitze keine Kopfbedeckung auf. Bei manchen gehen die Schuhe gerade einmal durch.
Als mir im Bösen Tritt Steig dann noch ein Bergläufer entgegenkommt, bin ich endgültig
davon überzeugt, dass Lünersee und Schesaplana sehr populäre Ziele sind, auch wenn
auf den Wegweisern „nur für Geübte“ steht.
Bei der Talstation angekommen, schaue ich mir kurz den Klettergarten und die
Uebungsklettersteige an. Vielleicht ein anderes Mal! Jetzt will ich nur mehr zum Wasser,
mich abkühlen. Am Berg war der Reisepass nicht nötig – an der Grenze dafür (Selber schuld
mit Deinem exotischen Autokennzeichen aus dem Osten von Oesterreich – wer kennt denn schon
Baden bei Wien?), werden nicht nur mein Ausweis genau angesehen, sondern auch Führerschein
und Fahrzeugschein. Bezeichnenderweise auf der österreichischen Seite der Grenze. Bei der Einreise
in meine Wahlheimat Schweiz, werde ich freundlich durchgewunken.
 

Tourengänger: Leopold

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