Chammhalden und Girenspitz 2448 m


Publiziert von alpstein Pro , 17. August 2009 um 07:10.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:16 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AR   CH-SG   CH-AI 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Schwägalp/Dreihütten- Chammhalden - Hüenerbergsattel - Blau Schnee - Girensattel - Girenspitz - Tierwis - Schwägalp

Nach 3 Tagen Bergabstinenz haben wir uns angesichts des schönen Wetters kurzfristig entschieden nochmals in den Alpstein zu fahren, um eine Tour zu machen, die uns schon länger im Kopf herumgeisterte. Wir waren zwar schon aus allen Richtungen auf dem Säntis, aber die Route über die Chammhalden haben wir uns lange Zeit nicht zugetraut. Nach ausführlichem Studium der Tourenberichte, insbesondere der sehr detaillierten Routenbeschreibung von ossi und seinen zusätzlichen Tipps –vielen herzlichen Dank- wollten wir es heute wagen.

 

Dass heute auf der Schwägalp das bekannte Schwägalpschwingen stattfindet ist mir unterwegs durch ein Plakat in den Sinn gekommen. Nicht damit gerechnet haben wir aber damit, dass sich schon morgens um 7.00 Uhr wahre Menschenmassen an der Schwägalp aufhalten würden, um wohl die besten Plätze im Rund zu erhalten. So wurden wir auf einen Wiesenparkplatz beinahe bei den Siebenhütten (1318 m) durchgereicht, was uns aber nicht unrecht war, da wir so schon am Beginn der Aufstiegsroute waren.

 

Bis zum Hüenerbergsattel (2325 m) erwarteten uns 1007 Höhenmeter. Diese sind von Beginn an in recht steilem Gelände zu bewältigen, wie die Fotos zeigen. Wir waren froh über die trockenen Verhältnisse, da es zum Teil doch recht steil und abschüssig daneben zu und her ging. Froh waren wir auch über zwei andere Tourengänger, die uns voraus waren und offensichtlich gute Ortskenntnisse hatten. Orange Markierungen sind reichlich vorhanden, die einem meist vertikal über Grashänge und felsige Rinnen,  wobei man die Hände häufig zum Abstützen braucht, im Schwierigkeitsgrad T4 zum „Großen Band“ bringen, dass sich diagonal durch die Nordflanke der nördlichen Alpsteinkette zieht. Eindrücklich beim gesamten Aufstieg, der Tiefblick zu den Siebenhütten und auf die Schwägalp. Jubelovationen vom Schwingen drangen bis zu uns herauf.

 

An der Markierung auf dem "Gross Band" folgt man dem rechten Pfeil aufwärts und kommt sogleich an die Gedenktafel. Hier beginnt die T5-Passage. Nach mehreren einfachen Querungen kommt dann eine der „luftigen Art“. Aufgrund der guten Griffe und Tritte hatte ich sie rasch hinter mich gebracht. Esther behagte diese Stelle nicht so recht, sie war hier an der Grenze des für sie Machbaren angelangt. Dies hing  weniger mit den technischen Schwierigkeiten, als der relativen Ausgesetztheit zusammen. Aber sie biss sich durch und über die folgende Rinne erreichten wir flacheres Gelände und standen nach  2 Std. 30 Min am Hüenerbergsattel (2325 m).

 

Es folgte der Abstieg zum Weg Schäfler-Säntis, dann der Aufstieg über den Blauschnee zum Girensattel und hoch zum Girenspitz. Aber der Gipfel war heute im Gegensatz zu sonst völlig nebensächlich. Dennoch genossen wir die herrliche Aussicht. Über die Tierwis (2085 m) ging es dann mit musikalischer Begleitung aus dem Festzelt abwärts. Froh waren wir auch, dass wir die Schwägalp noch vor den fast 10.000 Festbesuchern verlassen konnten.

 

Fazit: Durch die Tourenberichte auf Hikr.org waren wir gut auf die Tour vorbereitet. Die T-Skala ist mir lieb lieber, als die Bewertung im SAC-Führer, in der die Route mit L bewertet wird. Eine L-Bewertung kann doch eine erhebliche Bandbreite von Schwierigkeiten bedeuten, ist doch die aus meiner Sicht ganz leichte Ageteplatte ebenfalls mit L eingestuft. Ich meine, dass die Chammhalden da ein ganz anderes Kaliber ist.

Edit 19.07.2014: Im Bereich der "luftigen Querung" ist ein Stück Fels herausgebrochen und die Passage nach meinem Empfinden dadurch etwas heikler geworden, sh. Foto
 


Tourengänger: alpstein, Esther58

Galerie


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Kommentare (4)


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marmotta hat gesagt: Schön...
Gesendet am 17. August 2009 um 07:45
hat es endlich geklappt mit der Chammhalden - gratuliere! Dank Deines Berichts ist die Route nun auch (bildlich) ausführlich dokumentiert, so dass ich es vielleicht bald auch einmal wagen werde. Wie man sieht, gibt es auch für "alte Alpsteinhasen" noch einiges Neues zu entdecken! :-)

Herzliche Grüsse

Michael

alpstein Pro hat gesagt: RE:Schön...
Gesendet am 17. August 2009 um 17:29
Hallo Michael,

danke für Dein Feedback. Ich kann Dir die Route nur empfehlen. In Kombination mit dem Nasenlöchersteig für den Abstieg bleibt man sogar am Wochenende vom übrigen Trubel am Säntis völlig unbehelligt.

Grüße
Hanspeter

ossi hat gesagt: Was lange gärt, wird endlich...
Gesendet am 17. August 2009 um 14:31
gut. Gratuliere, jetzt habt Ihr ein Projekt weniger (dafür etwa drei Neue?).

alpstein Pro hat gesagt: RE:Was lange gärt, wird endlich...
Gesendet am 17. August 2009 um 17:26
Mit Deinen Instruktionen konnte es ja nicht schief gehen. Varianten gäbe es auch noch, wobei der Direktaufstieg vom Hüenerbergsattel zur Girenspitz wohl eher Leuten Deiner Klasse vorbehalten ist.

Herzlichen Dank und Grüße
Hanspeter


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