Piz Sesvenna 3204 m - Die Tücke liegt im Detail


Publiziert von basodino Pro , 14. August 2009 um 12:34.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:13 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Sesvenna-Gruppe   CH-GR   I   Lischana Gruppe 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1450 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bis Scuol im Unterengadin, mit dem Bus nach Sur En an der Straße und durch die Schlucht zum Schlinigpass und zur Hütte (ca. 4-5 Std.).
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Von S-charl mit dem Bus nach Scuol.
Unterkunftmöglichkeiten:Sesvennahütte (2256 m), 3 Gasthäuser in S-charl.
Kartennummer:1219 S-charl

Der Piz Sesvenna ist sicherlich einer der schönsten Aussichtsberge im Unterengadin mit Blick vom Ortler über die Bernina, Wildspitze bis zum Silvretta. Allein unsere Tourbeschreibung war nicht so ganz exakt und daher dieser Bericht.
Man geht mit Vorteil von der bereits in Südtirol liegenden Sesvennahütte (2256 m) über einen guten Weg bis hinauf in die Sesvennascharte (2819 m). Dahinter geht es inzwischen gut 100 m querend links hinab (man merkt auch hier den Gletscherschwund deutlich) bis man am Fuße dessen landet, was einstmals ein beeindruckender Gletscher gewesen sein mag. Der Anstieg von links nach rechts und nachher beliebig zur Scharte links vom Gipfel ist weder schwierig noch gefährlich (Spalten breiter als 30 cm gibt es kaum). Steigeisen braucht man aber Mitte August schon, da teilweise keine Schneeauflage mehr vorhanden ist und speziell der erste Aufschwung schon bis zu 25 Grad steil ist. 
Am Grat angekommen beginnt das Problem. In der Beschreibung stand "leichte Blockkletterei". Das diese teilweise sehr ausgesetzt ist und folgt man den rot-weißen Zeichen (rot-weiß ist der Hohn, blau wäre mehr als angebracht) auch mindestens eine Stelle II+ beinhaltet, wurde leider nicht erwähnt. Man braucht schon noch eine gute halbe Stunde für das bisschen Grat und ist recht froh, wenn man oben und auch wieder unten ist. Das Ausweichen in die Flanken ist zwar teilweise möglich, im Sommer aufgrund des brüchigen Geländes aber eindeutig nicht angezeigt. 
Der Abstieg führte uns dann wieder zurück an den Fuss des Gletschers und schließlich durch ein langes, aber unheimlich malerisches Tal bis hinab nach S-charl. Man bedenke, dass der letzte Bus um 17.15 Uhr fährt. 

Leider habe ich den Kommentar von Ivo zu spät gesehen. Alle waren auf dem Gletscher angeseilt. Ob das wirklich nötig ist, scheint mir eher unwahrscheinlich, ich möchte allerdings niemanden zum Leichtsinn anstiften. 

Danke für die Erklärung, warum rot und nicht blau. Schade, dass es hier keine Vereinheitlichung gibt. 

Tourengänger: basodino

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Kommentare (3)


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bulbiferum Pro hat gesagt:
Gesendet am 14. August 2009 um 12:43
Hallo Basodino
Die rotweissen Markierungen auf dem Blockgrat gehören zur Route die von Süden (Italien) heraufkommt. Sie ist weiss-rot und nicht weiss-rot-weiss markiert. Vielleicht kennt man in Italien ein anderes System als in der Schweizblau und blau gibt es vielleicht gar nicht.

Viele Grüsse, Markus

hawkeye hat gesagt: rot oder blau
Gesendet am 14. August 2009 um 18:08
Genau so ist es.
Die Unterscheidung mit weiss-rot-weisser bzw. weiss-blau-weisser Markierung gibt es nur in der Schweiz und teilweise in Vorarlberg.

Anderswo in den Alpen gibt es Markierungen und deren Farbe kann auch mal anders sein, ganz zu schweigen von einer daraus erkenntlichen Schwierigkeit des Weges.

Ivo66 Pro hat gesagt: Gletscher
Gesendet am 14. August 2009 um 16:18
Ciao Basodino

Vielen Dank für die gute Routenbeschreibung. Ich plane die Tour für kommende Woche (bin dann im Unterengadin in den Ferien). Du beschreibst den Gletscher als ziemlich harmlos. Ist Anseilen erforderlich oder nicht? Bist Du angeseilt gewesen oder nicht? Ich werde die Besteigung nur via Gletscher an die Hand nehmen, wenn dies ohne Anseilen verantwortbar ist.

Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

Herzlichen Dank im voraus.

Gruss Ivo


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