Hoher Dachstein (2995m)


Publiziert von Tef Pro , 12. August 2009 um 21:13.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Dachsteingebirge
Tour Datum: 6 August 2009
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-OÖ   A-ST 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 400 m
Strecke:Talstation Südwandbahn (1680m) - Dachstein Südwandhütte (1871m) - Oberen Schwadering - Hunerscharte (2685m) - Dachsteinwarte (2740m) - Ostschulteranstieg - Hoher Dachstein (2995m) - Randkluftsteig
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Ramsau ausgeschildert hoch zur Talstation. Unbedingt die Tickets der Gondelbahn aufheben, sonst bezahlt man später beim runterfahrn mit dem Auto nochmal Maut.
Kartennummer:Kompass Nr. 20

Einen vergewaltigten Berg könnte man ihn auch nennen. Hier ist für "jeden" etwas geboten, es gibt nix, was es nicht gibt: Sommerskilauf, Langlauf, gläserne Aussichtsplattformen, extreme Klettersteige, eine (künstlich am Leben erhaltene) Eventeishöhle, mehrere Restaurants etc.
Und sowas kommt an, eine riesige Schlange unten an der Seilbahn, eine Prozession über den Gletscher zur Dachsteinwarte und Stau am Randkluftsteig.
Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage, was wir hier wollen. Dafür gibt es durchaus noch Gründe: da sind zuerst die recht einsamen und auch landschaftlich schönen Zustiege, sei es durch die Südwand oder von Norden über die Gletscher, dann hat die Gletscherwelt absteits der Pisten ihre Reize und zuletzt bietet die Ostschulter einen wunderschönen Gipfelanstieg. Nicht zu verachten ist die Prominenz von über 2000 Meter.  Also durchaus Gründe, um einmal hiergewesen zu sein.
Helena und ich starteten von der Talstation der Südwandbahn (1680m). Rechts davon führt ein Weg leicht ansteigend in einem Linksbogen zur wunderschön glegenen Dachstein Südwandhütte (1871m). Die Südwände des Dachsteins sind von hier wirklich sehr imposant.
Bei der Hütte schwenkt der Weg nach rechts und folgt einem grasigen Buckel steil empor, später queren wir nach rechts an einer Felswand in einen weiten Kessel hinein, den Oberen Schwadering.
Wir queren auf die rechte Seite und gewinnen dann in zahlreichen Serpentinen an Höhe. Nach einem Schneefeld kommen wir in den felsigen Bereich. Ab hier ist der Weg nun versichert, doch sind wegen des schneereichen Winters einige Verankerungen herausgerissen. Zuerst geht es unschwieirg über eine Felsrippe empor, bevor es etwas nach rechts geht. Am Fuße einer Felswand geht es dann etwas bröselig nach links zu einer Scharte und hoch zu einem kleinen Absatz.
Hier geht es nach links ab zum Extremklettersteig "Sky-Walk". Wir wenden uns nach rechts und erklimmen eine zwar steile Felsrampe, die aber mit Trittbügeln übersät ist und außer Kraft nicht viel Können erfordert.Unvermittelt stehen wir plötzlich an der Hunerscharte.
Der Weg geht nun nach links hoch zur Bergsation/ Restaurant (2685m). Hier warteten wir auf Pilar und Paco, die mit der Gondel hochkamen.
Zusammen gingen wir dann von der Bergstation auf präparierten Weg über den Gletscher in nordwestlicher Richtung Richtung Dachsteinwarte (2740m). Dabei umgeht man den Felskopf der Hohen Dirndl.
Von der Dachsteinwarte (wo Pilar und Paco auf uns warten) geht es sowohl für den Weg über die Ostschulter als auch den Randkluftsteig weiter in nordwestlicher Richtung, bis man auf dem Gletscher direkt an die Ostschulter rankommt.
Man hat hier am Einstieg auf den ersten 20 Metern die Seile bewußt wieder abmontiert, so daß fast alle weiter zum Randkluftsteig weitergehen.
Auf die Ostschulter klettert man die ersten Meter in festem Fels hoch (II trotz einzelner Stifte). Danach wird es einfacher. Wunderschön geht es nun meist direkt am Grat empor, der Fels ist hier sehr griffig. Trittstifte helfen über eine schräge Platte hinüber zu einer kleinen Einschartung.
Ein überraschend einfach begehbares Band quert nun nach rechts in die Gipfelwand. Wunderschön ist der Blick hinab auf den Gletscher, der durchaus recht große Spalten aufweist, die aber dieses Jahr noch gut zugeschneit sind. Es geht gar wieder etwas abwärts, bis von rechts der Randkluftsteig hochkommt.
Die beiden Steige treffen so weit unten zusammen, daß für den alleinigen Randkluftsteig bis zur Randkluft nur noch 10 Meter bleiben.
Nun geht es nach oben. Hier ist nun viel los, immer wieder kommt es zu Staus und zu Steinschlag, so daß wir froh um unsere Helme sind. Durchwegs steil geht es gut versichert über Felsen nach oben zum großen Gipfelkreuz (das so groß ist, daß es über die 3000er Marke reicht).
Nach Süden ist die Sicht etwas eingeschränkt, doch nordwärts blicken wir über den Gletscher ins Salzkammergut.Wer Zeit hat, sollte auch wieder die Genußtour über die Ostschulter machen, weil ja der Randkluftsteig nach 10 Meter am Gletscher endet. Momentan kommt man ohne Probleme rüber.
Danach geht es zuers steil bergab über den zugeschneiten Gletscher, später quert man wieder rechts hinüber zur Dachsteinwarte.

Noch kurz zu den Schwieirgkeiten:

da es meist versichert ist, fragt man sich, ob man ein Klettersteigset braucht? Ich denke, wer im T4-T6 Gelände gehen kann, der braucht auch hier keines. Wir haben es nicht vermißt.

Desweiteren kommt man von der Bergstation zur Dachsteinwarte, soweit man auf dem ausgewiesenem Weg bleibt, problemlos. Dies gilt auch für den Weiterweg bis zur Ostschulter.

Der Aufstieg bis zur Randkluft
hingegen kann u.U. unpassierbar werden, wenn die Randkluft zu groß wird, desweiteren gibt es auch Spalten, so daß eine Gletscherausrüstung nicht schadet.

Helm
sollte wegen des Andranges Pflicht sein.


Tourengänger: Tef

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