Allalinhorn 4027m via Hohlaubgrat (Überschreitung)


Publiziert von Lulubusi , 16. April 2010 um 19:22.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 5 Juni 2009
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 550 m
Strecke:Saas Fee, Brittanniahütte 3030m, Allalinhorn 4027m, Mittel Allalin 3454m, Felskinn 2991m, Saas Fee
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Saas Fee Mit Gondel hinauf zum Feslkinn und weiter zur Brittanniahütte.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:mit Metro und Alpin Express von Mittel Allalin via Felskinn nach Saas Fee
Unterkunftmöglichkeiten:genügend vorhand. In der Hochsaison sollte aber abgeklärte werden ob freie Plätze vorhanden sind.
Kartennummer:LK 1:25000 / 1328 "Randa" / 1329 "Saas"

Allinhorn 4027m Überschreittung via Hohlaubgrat (vollständiger ENE-Grat)
 
Tag 1:
Fahrt mit ÖV und Aufstieg zur Brittanniahütte P3030, unserem Nachtlager.
Da wir etwas spät in Saas Fee ankamen, liessen wir uns bis zum Felskinn durch die Gondelahn hoch tragen. Der anschliessende Fussmarsch ist mit Bergschuhen ohne Probleme zu absolvieren.
 
Tag 2:
Um 4:00 Uhr marschierten wir los. Bereits um diese frühe Zeit machte  sich eine ganze Schar daran, den Gipfel zu stürmen. Alles in allem waren es etwa 15 Person. Dem Anschein nach hatten nicht nur wir die grandiose Idee, frühzeitig aufzubrechen um den grössten Menschenmassen zu entgehen.
 
Von der Brittanniahütte geht es über eine kurzen Weg hinunter auf den Hohlaubgletscher. Auf ca. 2950m betritt man den Gletscher.
Die übliche Route führt am rechten Rand des Gletscher hoch und quert später den Gletscher in                   SW Richtung zum Hohlaubgrat hin.
 
Wir querten den Gletscher gleich zu Beginn und bestiegen so bei 3000m / P.3000 den Hohlaubgrat. Zu Beginn steigt man über Schnee und Geröll hoch. Wir trafen noch relativ viel Schnee an, was den Aufstieg in diesem Teil erleichterte. (Steigeisen konnten nicht ausgezogen werden)  Bei weniger Schnee wird es eine mühsame kraxlerei im Geröll sein. Ab 3100m verändert sich der Grat. Schnee und Firn wird vorherrschend. (der Weg führt rechts vom Grad im Firn hoch)
 
Ungefähr bei P.3500 erreicht man eine Firnkuppe. Nach einem kaum merklichen, kleinen Abstieg folgt man dem Firngrat. Die Schlüsselstelle, die Felsbarriere immer im Blick. Ab hier wird der Grad zunehmend steiler und etwas ausgesetzter. Kurz vor dem Felsriegel ist das steilste Gradstück. (nicht besonders schwierig, aber Abrutschen hätte totzdem fatale folgen.)
 
Der Einstieg ist die heikelste Stelle. Die ersten 5-6 Meter würde ich im III Grad ansiedeln. Nach oben hin wird es aber immer leichter. Die ganze Kletterei ist mit Eisenstangen und Bohrhaken sehr gut abgesichert und etwa 30m lang.
 
Hinnweis:
An der Felsbarriere ist Stau vorprogrammiert. Dieser kann etwas entschärft werden!
 
Die Seilschaft vor uns fabrizierte eine nicht unerhebliche Wartezeit. Gefühlsmässig 10-15 Minuten warten. Diese wäre nicht nötig.
Die beiden kletterten den ganzen Felsriegel durch. (Seillänge von 30m) was leider verunmöglichte, dass eine zweite Seilschaft einsteigen konnte.
 
Idealerweise baut der Vorsteiger, ca. in der Hälfte einen Standplatz. Der zweite Steigt nach und so müssen weiter Seilschaften nicht warten, bis der ganze Felsriegel durchklettert ist.
 
Entgegen des Alpinführers, habe ich dies Passage auch nicht als besonders brüchig empfunden.
 
Nach dem Ausstieg führt der Firngrat zum Gipfel P.4027. (wie immer gut besucht)
 
Den Abstieg führt uns über die Normalroute an Menschenmassen die sich noch im Aufstieg befinden vorbei. Zur Station Mittel Allalin P.3457 .
 
Via Metro und Alpin-Expresse, lassen wir uns nach Saas Fee chauffieren und begeben uns auf den Heimweg.
 
Hütte:
  • Gastfreundliches Personal trotz Grossandrang
  • Gutes und genügendes Essen
  • Verhältnismässig breite Betten.
  • 1l Marschtee musste separat bezahlt werden.
  • Essraum relativ kühl
  • Voranmeldung notwendig.
 
Material:
  • Für die Kletterpassage reichen 4 Expresse und ein 30m Einfachseil aus.
  • Ansonsten das üblich Hochtourenmaterial.
 
Fazit:
  • Einfachere aber lohnenswerte Tour
  • Gemäss Alpinführer im Schwierigkeitsgrad ZS (würde es eher in WS+ einstufen)
  • Vor Felsbarriere muss mit Stau gerechnet werden (Mehrzeit einrechnen)
  • Ohne Schnee unterer Teil mühsam, da sehr geröllig.
  • Tolle Kulisse, der umliegenden 4000er
 
 
 
 
 
 
 

Tourengänger: Lulubusi

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