Aus dem Nebel auf's Wilerhorn


Publiziert von TomClancy , 11. August 2009 um 00:08.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum: 9 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Brienzergrat   CH-OW   CH-BE 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1478 m
Abstieg: 475 m
Strecke:Brünigpass - Wilervorsess - Wilerhorn - Tüfegrat - Höch Gumme - Arnifirst - Schönbühl
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW nach Lungern, von dort mit der Zentralbahn auf den cff logo Brünig.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit der Seilbahn Lungern-Schönbühl wieder nach cff logo Lungern.

Das Wilerhorn stand schon länger Zeit auf meiner Wunschliste – heute sollte der Plan Wirklichkeit werden. Von Kindsbeinen an bin ich dank meinen Eltern auf dem Hasliberg in die Ferien gegangen, auf diese Seite des Brünigs hat’s aber nie gereicht. Als Kind hat uns das Toben um’s Ferienhaus und das Erforschen der Umgebung genügt. Als Jugendlicher kamen dann erste Trekking-Ausflüge Richtung Engstligen-Alp dazu, als Erwachsener zog es mich dann etwas weiter weg. Als Vater hatte ich mit dem Nachwuchs wieder genug damit zu tun, die engere Umgebung zu erkunden. Trotzdem hat mich die Seite Richtung Brienzergrat immer gelockt.

 

Am Morgen parkiere ich das Auto in Lungern und lasse mich dann mit der Zentralbahn auf den Brünigpass bringen. Ein Bus spuckt zwei Dutzend Velotouristen (Downhiller) aus, die ihre Velos fassen und dann den Brünig Richtung Lungern hinunter brausen. Ich folge dem Wegweiser Richtung Wilervorsess. Es geht durch den Mischwald angenehm schattig aufwärts. Der Weg ist abwechslungsreich, mal breit und geschottert, mal schmal und erdig, mal wandert man auf einer Alpstrasse dem Weiler entgegen. Der Weg ist wegen der üppigen Vegetation nicht immer leicht zu finden. Dies bessert sich aber sofort, nachdem ich die letzten Hütten hinter mir gelassen habe. In der Ost-Flanke steigt man ziemlich sonnig auf gutem Weg hoch bis man in eine grosse langgezogene Mulde kommt. Am Ende der Mulde sieht man bereits den Gipfel und die dazugehörigen Lawinenverbauungen. Rechts am Horizont sieht man auch den Grat, den es auf dem Weg zum Gipfel noch zu bezwingen gilt. Doch zuerst steigt der Weg steil durch die schattenlose Flanke auf. Am ersten schattigen Fleck mache ich auf ca. 1725m  eine kurze Rast. Etwas wenig höher durchquere ich grosse Heubeerifelder. Dann folgt der tolle Gratweg, der bei guter Sicht wohl fantastische Tiefblicke ermöglichen würde. Ich bin aber froh um den Nebel, der mich von Zeit zu Zeit umwallt, den er bringt etwas Abkühlung. Wenn der Nebel aufreisst, ist es immer wieder spannend, zu sehen, was hinter den Schwaden steckt. Ganz toll ist auf diesem Streckenabschnitt bis zum Gipfel der Reichtum an Pflanzen und an Insekten. Besonders angetan haben es mir die Schwalbenschwanzschmetterlinge: einfach beeindruckend wie sie tollkühn und rastlos herumsausen!

 

Auf dem Gipfel angekommen, geniesse ich mein Mittagessen und die gelegentlichen Tiefblicke auf den Ballenberg und den Brienzersee. Schon bald mache ich mich auf den Weiterweg, da der Wetterbericht für heute Schauer und Gewitter angekündigt hat und ich nach meinem letzten Abenteuer auf dem Schwalmis auf solche Erfahrungen nicht scharf bin.

Der Weg steigt wieder ab bis Tüfengrat (1858m) und anschliessend steigt man wieder bis zum Gibel auf 2040m. Dort kann man sich entscheiden rechts nach Schönbühl oder links Richtung Höch Gumme weiter zu wandern. Ich bin früh dran und das Wetter sieht gut aus, also entscheide ich mich für die zweite Variante. Der Rundweg ist gut ausgebaut. Anspruchsvollere Passagen sind mit Handläufen in Form von Drahtseilen gesichert. Klettern muss man nirgends und ausgesetzt ist es auch nicht. Ziemlich stotzig geht es aufwärts bis zum Höch Gummen. Dort geniesse ich noch einmal eine Pause, bevor ich mich via Arnifirst Richtung Schönbühl begebe. Mit dem Sessellift und der Luftseilbahn gelange ich schnell wieder ins Tal zurück.  


Tourengänger: TomClancy

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