Klettern im Unteren Segnesboden (Segnas Sut)


Publiziert von tschiin76 , 2. August 2009 um 22:53.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:28 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: 4+ (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Segnas-Vorabgruppe   CH-GL 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Postauto von Chur nach Flims Mit den Bahnen auf den Cassons
Unterkunftmöglichkeiten:Div. Hotels und B&B's in Flims Segneshütte Segnespasshütte

Unterer Segnesboden - von Anfänger bis Fortgeschritten - für alle ist etwas dabei.

Sonntagabend
Direkt vom Wallis angereist verbringe ich erst mal die Nacht im Ort in einem sympathischen B&B auf einem ehem. Bauernhof, der Tipp kommt von einem Tourenkameraden. Hat sich echt gelohnt, ich habe super geschlafen im heimeligen, mit viel Holz ausgekleideten Minizimmer mit Lavabo und Etagendusche. Was braucht man mehr?

Montag
Erst mal ausschlafen, bei mir heisst das 7 Uhr aufstehen. Ich trödle noch etwas herum, es gibt erst um 8 Zmorge.
Ausgiebig und in aller Ruhe geniesse ich das reichhaltige Angebot und mache mich dann mit Sack und Pack auf Richtung Cassons. Der Bequemlichkeit halber nehme ich die Bahn, heute ist Ausruhtag angesagt, will heissen etwas in den Bergen herumtappen ohne konkretes Ziel oder Zeitdruck.
Leider habe ich die Kamera nicht dabei,  so habe ich kein einziges Foto, dafür aber meine Erinnerungen.

Oben angekommen beobachte ich die Gleitschirmler , wie schön wäre es jetzt, wenn ich mich auch in die Lüfte erheben könnte!

Ich entschliesse mich, gemütlich auf den Segnespass (Pass dil Segnas) zu laufen, unterwegs treffe ich auf ein paar Feriengäste, im Grossen und Ganzen ist der Aufmarsch aber moderat.

Ich nehme den oberen Weg, auf diesem hat man eine wunderbare Sicht über das ganze Schwemmdelta (Plaun Segnas Sura) und das Panorama Richtung Süden.
Dann geht der Weg um eine Felsnase (La Siala, 2459m) herum und sofort bin ich quasi alleine, erst im hinteren Teil  des Tals (Las Palas) kommen wir wieder ein paar Leute entgegen.
Ein eindrücklicher Kessel, links (also im Westen) die unter Unesco Weltnaturerbe stehenden Tschingelhoren mit dem Martinsloch (übrigens offiziell seit letztem Jahr wegen Steinschlag gesperrt) und rechts (Osten) die Schutthalde des Piz Segnas und des Atlas.
Erstaunt bekomme ich die Auskunft, dass das Bergrestaurant nicht mehr weit ist.
Bergrestaurant? Macht der gute Mann Witze?
Nein, auf dem Segnespass gibts tatsächlich ein herziges Beizli mit der Lage entsprechend beschränktem Angebot, aber dieses reicht alleweil, den Durst zu löschen und den kleinen Hunger zu stillen.
Sogar übernachten kann man da, in einem Massenlager.

Aufgestellt werde ich empfangen und ich mache mich erst 3.5h später wieder auf Richtung Tal. Oben eine super Aussicht auf einer etwas luftigen Terrasse, prompter Service und ein wirklich ausgesetztes WC geben genügend Gesprächsstoff. Nicht zu vergessen die Gruppe vom grossen Kanton in Vollmontur.

Gerade rechtzeitig zum Znacht bin ich in der Segneshütte.  Auf dem Hinweg konnte ich schon mal einen ersten Blick auf die Kletterwände werfen. Sieht vielversprechend aus.
Auf der Hütte ist auch nicht viel los, wir haben viel Platz und nachts ein Spektakel, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe.
Um 00:50 gewittert es, was der Himmel hergibt, Blitze im Sekundentakt, Hagel und stürmischer Wind, die ganze Palette. Staunend stehen wir am Fenster. Nach 15min ist alles vorbei.

Dienstag
Nach einem widerum ausgiebigen Zmorge machen wir uns auf Richtung Untere Segensboden. Es ist neblig, dann und wann reisst es auf und der Blick wird frei zu den Tschingelhörnern.

Der Klettergarten ist bequem in 5-10min von der Segneshütte erreichbar.
Er wurde in den letzten Jahren kontinuierlich von einem einheimischen Bergführer ausgebaut und es gibt inzwischen duzende von Routen in der West- wie auch in der Ostwand, so dass man immer entweder im Schatten oder in  der Sonne klettern kann. Den Führer kann man in der Hütte oder in Flims beziehen.

Wir beginnen sachte mit einer einfachen Route, der Kalk ist schon fast trocken und es ist eine wunderbare Reibungskletterei.
Nach 2 Routen gesellt sich noch ein Kletterer zu uns und wir machen enthusiastisch weiter bis 15 Uhr.
Da ist für mich leider Schluss, da ich am nächsten Tag wieder arbeiten muss.
Durch warmen Nebel wandere ich zur Station Naraus und fahre wieder hinunter nach Flims.

Tourengänger: tschiin76, chamuotsch

Galerie


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