Piz Lischana 3105m


Publiziert von bulbiferum Pro , 9. August 2009 um 14:44.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:29 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Lischana Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2400 m
Strecke:26 Km San Jon - Lischanahütte - Piz Lischana - Fuorcla da Rims - Lai da Rims - Uinaschlucht - Sur En
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von cff logo Ftan nach cff logo San Jon
Zufahrt zum Ankunftspunkt:von cff logo Sur En zurück nach cff logo Ftan
Unterkunftmöglichkeiten:Lischanahütte

Der Piz Lischana stand schon lange auf unserer Wunschliste und nun da wir in Ftan in den Ferien waren, sollte er endlich erfüllt werden. Weil wir uns auch unbedingt die Uinaschlucht ansehen wollten, teilten wir die Tour auf zwei Tage auf. 
Am Dienstag fuhren wir gegen Mittag von Ftan mit dem Bus nach Scuol und wollten in den Bus nach San Jon (S-charl) umsteigen. Der Andrang war aber riesig. Der Bus war, als er ankam schon zu dreiviertel voll und ca. 40 Personen wollten noch einsteigen. Der Buschauffeur kündigte sofort einen Ersatzbus an, trotzdem wollte ein grosser Teil der Leute unbedingt in diesen Bus. Die Szene war unbeschreiblich entwürdigend. Familienväter fuhren gnadenlos ihre Ellbogen aus, ältere Personen wurden von der Türe weggestossen, Touristen drängelten von hinten nach und vorne der Chauffeur der immer wieder verzweifelt auf den Ersatzbus aufmerksam machte aber vom Pöbel (sorry für den Ausdruck aber mir fällt nichts anderes ein) ignoriert wurde. Nach kurzer Zeit fuhr der Bus proppenvoll weg und der  Spuk war zum Glück vorbei. 15 Min. später kam der Ersatzbus und wir genossen die Fahrt in einem halbleeren Gefährt.
Von der Haltestelle San Jon ist der Weg hinauf zur Lischanahütte gut markiert und ist nicht zu verfehlen. Er ist schön angelegt und führt zuerst durch lichten Wald, dann zwischen Legföhren hindurch und zuletzt über offenes Gelände. Wir schwitzten, obwohl wir langsam gingen, sehr stark. Die Luft war vom kräftigen nächtlichen Gewitter noch sehr feucht und es war sehr heiss.
Eine Übernachtung auf der Lischanahütte kann ich sehr empfehlen. Der Hüttenwart und seine Mitarbeiter sind sehr freundlich. Das Essen ist sehr gut. Ich habe inzwischen schon viele Hütten kennen gelernt. Die Lischanahütte gehört zur Spitzengruppe. Mein Magen fühlte sich auch nach dem reichlichen Essen wohl. Das ist auf SAC Hütten nicht die Regel, reagiert er doch auf Konservierungsstoffe, die in den Fertigprodukten enthalten sind immer allergisch. Das spricht sehr für die Küche dieser Hütte.
Ich bin immer am Rätseln, was wohl in den Riesenrucksäcken einiger Berggänger alles mitgeschleppt wird. Ein Teil des Geheimnisses wurde gelüftet, als ich eine holländische Familie (Vater, Mutter, Sohn, 2 x Tochter) im Waschraum mit riesigen akkubetrieben Zahnbürsten sah. Die Dinger hatten die Grösse einer Thomy Senftube extra.
Am nächsten Morgen verliessen wir eine Stunde vor dem Frühstück die Hütte. In den Hängen auf der linken Seite des markierten Pfades tummelten sich viele Steinböcke. Ca. 500m nördlich der Fuorcla da Rims biegen nicht zu übersehende Pfadspuren zum Piz Lischana ab. Sie führen meist östlich des Grates deutlich und unschwierig zum Gipfelaufbau des Lischana. Das letzte kurze Stück auf den Gipfel ist dann steiler und ein wenig ausgesetzter. Bald standen wir auf dem Gipfel und genossen die prächtige Aussicht. Wir verweilten über eine Stunde an diesem wunderbaren Ort. Als wir uns schlussendlich aufmachten, trafen dann weitere freundliche Berggänger ein. Mit fast allen hielt ich einen kurzen Schwatz. Ich geniesse diese Treffen mit fremdem Menschen, den kurzen Gedankenaustausch.
Bei der Fuorcla da Rims bogen wir dann Richtung Uina ab und wanderten über das blumenreiche coupierte Gelände zum Lai da Rims hinab. Ein Paar, das wir auf dem Gipfel getroffen hatten und uns inzwischen überholt hatte badete im See. Super Idee dachten wir uns, und suchten uns einen diskreten Platz am Ufer, der vom Pfad oben nicht einsehbar war. Es brauchte schon ein wenig Überwindung , um ins kalte Wasser zu steigen, aber es war herrlich erfrischend. Schliesslich mussten wir aber weiter, der Weg nach Sur En war noch weit. Vom Lai da Rims geht es nordöstlich weiter, man passiert ein weiteres kleines Seelein und dann fällt der Weg steil zur Alp Sursaas hinunter. Beim Punkt E825575/N182654 hat es eine kleine Quelle am Weg. Hier füllte ich meine Wasservorräte auf. Unten bei der Alp Sursaas auf dem Weg der von Sur En durch die Uinaschlucht zur Sesvennahütte geht trafen wir dann auf Karawanen von Wanderern und Mountainbiker. Offenbar handelt es sich um eine beliebte Route.
Die Uinaschlucht ist sehr eindrücklich. Die Route wurde über weite Strecken in den Fels gehauen. Nach der Uina folgt dann der lange sehr lange Hatscher durch das Val d'Uina nach Sur En. Der grösste Teil des Weges verläuft auf einer breiten Schotter Alpstrasse. Bei der grossen Hitze die inzwischen herrschte nicht unbedingt ein Vergnügen. In Sur En hatten wir dann Glück. Gleich nach unserer Ankunft traf ausserhalb des Fahrplan ein nigelnagel neues Postauto auf seiner ersten Fahrt ein. Eine Gruppe Chauffeure sammelte mit dem neuen Gefährt erste Erfahrungen in den engen Kurven. Das war notwendig, weil es einen längeren Radstand hatte und die Kurven deswegen anders angefahren werden mussten. Sie haben alle bereits wartenden Passagiere die nach Scuol wollten mitgenommen. So kamen wir unverhofft sehr schnell zurück nach Scuol.

Tour mit Helene
 

Tourengänger: bulbiferum

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Kommentare (2)


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nadirazur hat gesagt: Diese Gegend ...
Gesendet am 9. August 2009 um 20:49
... , liebe Markus und Helene, kenne ich überhaupt nicht! Aber durch den so schön und gut geschriebenen Bericht und die Fotos hätte ich Lust darauf, dieses (weitere) paradiesische Gebiet kennenzulernen ... da habt ihr ja eine Weltstour gemacht! Bravo!

Liebs Grüessli, Noemi

bulbiferum Pro hat gesagt: RE:Diese Gegend ...
Gesendet am 10. August 2009 um 12:40
Liebe Noemi
Es freut mich sehr, dass dir mein Bericht ein unbekanntes Gebiet näher bringt. Ich selbst habe mit dem Unterwallis und dem Alpstein auch zwei grosse schwarze Flecken auf der Karte.

Liebe Grüsse, Markus

P.S. Ich habe noch 4 weitere Berichte über das Unterengadin im Entwurfstatus ;-)


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