Mittaghorn (3143m) via Klettersteig NW-Grat


Publiziert von gero Pro , 28. Juli 2009 um 22:32. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:25 Juli 2009
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 10:30
Aufstieg: 1725 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Saas Grund - Saas Fee - Mast 4 - Klettersteig (NW-Grat) - Mittaghorn - Abstieg Saas Almagell (Zermeiggern)
Kartennummer:Nr. 284 - Mischabel

Viel hat sich in meiner zweiten Heimat, dem Wallis und dort besonders Saas Fee, geändert, seit ich als Jugendlicher vor ca. 35 Jahren mehrfach in den Sommerferien dort war. Ein bißchen Wehmut macht sich breit: das Dorf ist fast zur Kleinstadt mutiert, ein riesiges Parkhaus kanalisiert den Autoverkehr, die Metro Alpin schaufelt auch im Hochsommer Skifahrer bis zum Mittelallalin hinauf, obwohl die Null-Grad-Grenze oberhalb von 4000m liegt - und das Zeitalter der Klettersteige hat Einzug gehalten. Des einen Freud - des andern Leid!

Nichtsdestotrotz starten Bergkameradin Ursula und ich am 25. Juli um ca. 6 Uhr bei "Unter den Bodmen" (1593m), dem oberen Ortsende von Saas Grund, um den versicherten NW-Grat auf das Mittaghorn hinaufzukraxeln. Wir wandern zunächst einen der beschilderten Wege hinauf nach Saas Fee; direkt am Ortsrand beginnt die lange, im wesentlichen horizontale Querung des Plattjen-Westhanges Richtung Süden, fast bis zur Talstation der Felskinn-Seilbahn. Von dort folgt man der Beschilderung "Maste 4" - dies ist der oberste Mast der langen Seilbahn hinauf nach Morenia (2550m, erste Sektion der Metro Alpin). Man steigt steil, aber problemlos den markierten Wanderweg durch die Westflanke des Mittaghorns auf und läßt, vor allem weiter oben, sämtliche Abzweigungen unbeachtet.

Kurz bevor man Morenia erreicht, zweigt dann an einem Wegweiser der Weiterweg in Richtung NW-Grat des Mittaghorns ab. Schon seit Saas Fee sieht man hoch oben am Grat bei etwa 2690m einen Fahnenmast, der den Beginn des Klettersteiges markiert. Kurz zuvor hat man bereits einige Dutzend Meter zu klettern (Fixseil). Wir stiegen von diesem Fahnenmast ("Gemsrigg") noch ein ganzes Stück ungesichert (da leicht) weiter, erst später legten wir den Klettergurt an, als sich einige wirkliche Kletterstellen abzeichneten und das Drahtseil dann im übrigen nahezu ohne Unterbrechung bis zum Gipfel hinaufleitet. Der Steig ist allerdings nirgends wirklich anspruchsvoll; man passiert immer wieder einige mit Klammern und Stiften entschärfte Passagen, die gelegentlich an Platten sogar vorübergehend ausgesetzt sind, oder überwindet mit Hau und Ruck diese oder jene kurze Kletterstelle.

Es ist nicht notwendig, den Verlauf im Detail zu schildern; am benachbarten Egginer sieht man sehr deutlich, wie hoch man ist bzw. wie weit es noch bis zum Gipfel sein dürfte. Diesen erreicht man nach Überwindung eines letzten kurzen Absatzes: urplötzlich steht man vor dem mächtigen Gipfelkreuz auf dem Mittaghorn (3143m).

Wir hatten an diesem Tag wirklich einmalig ungetrübte Verhältnisse: die tolle Aussicht wird durch die Fotos gut dokumentiert, denke ich. Trotz gelegentlich recht kühler Böen blieben wir relativ lange im Windschatten einiger großer Felsblöcke sitzen, bevor wir uns an den Abstieg machten. Unmittelbar am Gipfel weist ein Schild den Abstiegsweg durch die Ostflanke des Berges hinab Richtung Britanniahütte und Plattjen. Recht schnell geht es den steilen Bergsteig abwärts, bis man auf den Verbindungsweg Plattjen - Britanniahütte trifft. Wir folgten ihm in Richtung Britanniahütte für etwa 1Std., denn wir wollten den Steilabstieg nach Zermeiggern kennenlernen. Nachdem der Weg knapp 100Hm ansteigt und dann wieder etwas abfällt, hat man die Wegabzweigung erreicht, wo der Pfad hinabführt ins Tal (dieser Abzweig ist unübersehbar, allerdings nicht markiert oder beschildert).

Der Abstieg ist tatsächlich steil und im unteren Teil sogar stellenweise etwas ausgesetzt, aber im Prinzip bei entsprechender Trittsicherheit gut begehbar. Immer wieder hat man tolle Tiefblicke in den Talgrund, aber auch das Panorama der Weißmiesgruppe und die Sicht ins Mattmarkgebiet sind eindrucksvoll.

Auf 1740m erreicht man schließlich den Parkplatz bei Zermeiggern und damit den Endpunkt dieser Rundtour.


Tourengänger: Ursula, gero

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