Wegmarkierungen mal anders wahrgenommen


Publiziert von Henrik , 22. Juli 2009 um 14:37.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 9 August 2006
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Strecke:Glaurs Agglos
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV

Halten wir uns doch mal diese Zahlen vor Augen: das Strassennetz der Schweiz umfasst etwa 55 000 km. Der Ausbaustandard ist europäisch betrachtet sehr hoch und der Unterhalt dazu auch im Vergleich mit andern Nationen immer noch feudal, abgesehen von Baustellen, die uns hin und wieder ärgern!

Sind wir zu Fuss oder mit dem Bike unterwegs, freut uns, ein gut signalisiertes Wander-Wegnetz von 60 000 km  beanspruchen zu dürfen – doch wir ärgern uns, wenn die Markierungen, besonders im Vor- und Alpenraum verblichen, ausgewaschen, überwuchert oder weggespült wurden. Schlimmer noch, wenn diese von Vandalen entweder mutwillig abgerissen oder umgedreht werden! Ganz im Gegensatz zu den befahrbaren Strassen, ist der Unterhalt des Schweizerischen Wanderwegnetzes eine Sisyphusarbeit  - dazu kommt, dass diese Arbeit nur dank freiwilliger/ehrenamtlicher Tätigkeit überhaupt möglich ist. Die Wanderwegs-Markierungen fallen ins Aufgabengebiet der kantonalen Sektionen des SAW (Schweizerischer Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege – heute auch Swisshiking). Während der Kanton Glarus z. B. etwas mehr als 800 km Wegnetz zu betreuen hat, sind das in Graubünden über 11 000 km!

Ausser den unmittelbaren Zustiegswegen zu den SAC-Hütten, sind die  Kantonalsektionen des SAW für sämtliche Markierungen zuständig, also auch hoch oben in den Bergen – die Markierungsfarben sind entweder auf Rhomben oder Richtungsanzeigern angebracht und es darf davon ausgegangen werden, dass diese hinreichend bekannt sind, welche Farbe für welche Wanderungsebene zuzuordnen ist. Meine erste Begegnung überhaupt mit einem Team, das eben diese Markierungsarbeiten ausführt, hatte ich vergangenen Mittwoch, 9. August 2006. Dem vorausgegangen ist ein Briefwechsel zwischen dem SAC / SAW und mir. Bereits ein paar Tage später erhielt ich von den Glarner Wanderwegen ein Anfrage, ob ich Lust hätte, an einer Begehung teilzunehmen? Als ich in Enneda aus dem Zug stieg, begann es gerade heftig zu regnen. Begrüsst wurde ich von Ruedi Blumer (Glarner Wanderwege)  und Felix, als Dienstgefährt stand am Bahnhof der Suzuki Jimmy von Felix, der als Vertreter des Tourismusbüros waltet. Wetterkapriolen sind kein Hindernis – es wird bei jedem Wetter im Sommer markiert, selbstredend ist sonnige Witterung am Besten, dann kann unbedenklich gemalt werden. Für Tätigkeiten wie Richtungsanzeiger und Rhomben (Alu) anbringen, Schilder auswechseln, stört der Regen lediglich dem Arbeitenden!

„Auch nach der Einführung der Norm am 1. Februar 2006 wird die bisherige Signalisation der Wanderwege in grossen Teilen erhalten bleiben. Sie wird gewissermassen einem «sanften Face-Lifting» unterzogen und um einige neue Signalisations-Elemente erweitert“ – das steht im Leitbild des SAW. Das hat zur Folge, dass beschriftete Tafeln, die zum Teil geradezu antiquarisch daherkommen, „ihr“ Dasein ausgehaucht haben, und erstattet werden mit Piktogrammen. Wohl wissend, dass das nicht alle freut. In einer Zeit, in der aber bestes Kartenmaterial zur Verfügung steht und auch zunehmend (noch eher vereinzelt) GPS zur Anwendung gelangt, findet auch hier eine Wandlung statt.

Wir haben zusammen am Mittwoch zwei Wanderwege auf den neuesten Signalisationsstand gebracht: um Ennenda. Gelb hiess die Tagesfarbe und unterwegs kam es immer wieder zu kleinen Gesprächen mit Anwohnern, ob an deren Hausmauern oder am Speicher ein gelber Rhombus angebracht werden dürfte – mit einem Nein war nicht zu rechnen!

Ich hab mich für den kommenden Mittwoch bei Ruedi schon angemeldet – denn ich bin anderswo froh, wenn ich auf eine gute WW-Markierung bauen kann. Der Erlebniswert wird dadurch gesteigert – ich bin gerne in der Schweiz unterwegs, auch zu Fuss.

Tourengänger: Henrik

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Kommentare (1)


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Seeger Pro hat gesagt: Du hast dem SPAM...
Gesendet am 27. Juli 2009 um 17:57
...nun endgültig die Stirn geboten!!! Gratuliere zum Super Bericht. That's life - thats silverquäki.
Dein
Andreas


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