Inneres und Üsseres Barrhorn


Publiziert von bulbiferum Pro , 21. Juli 2009 um 22:08.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:20 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Vord. Sänntum - Turtmannhütte - Gässi - P. 3090 - P. 3303 - Inneres Barrhorn - Üsseres Barrhorn - P-3090 - Rest gleich wie Aufstieg
Kartennummer:1308 St. Niklaus

 

Am Samstag beschlossen wir spontan, aufgrund der guten Wetterprognose im Süden, eine Tour im Wallis zu unternehmen. Die Wahl fiel auf das Barrhorn. Es stand schon lange auf unserer Wunschliste. Wir hatten Glück, auf der Turtmannhütte hatte es noch zwei freie Plätze. Das Barrhorn bietet bei normalen Verhältnissen keine Schwierigkeiten. Es auch als angeblich höchster Wandergipfel Europas bezeichnet.

 

Mein letzter Besuch in diesem Gebiet war vor ca. 18 Jahren eine Tour auf das Brunegghorn. Ich hatte das kleine schmucke Turtmannhüttli noch in sehr guter Erinnerung. Inzwischen hat es einen grossen Anbau erhalten. Das hat den Charakter der Hütte massiv verändert. Trotzdem ist es immer noch ein sehr gemütlicher und heimeliger Ort.

 

Die Route führt von der Turtmannhütte hinüber zum Gässi. Wie der Name sagt handelt es sich hier um einen Durchschlupf durch einen Felsriegel hinauf auf die Moräne des Brunegggletschers. Sie ist mit Seilen gesichert. Die Passage ist problemlos zu begehen. Der Fels bietet grosszügige Tritte und Griffe. Bei Vereisung oder Schnee sind die Kabel aber sicher hilfreich. Nun immer auf der Moräne den Steinmännern folgend bis zum Punkt 3090. Von hier kann man entweder direkt auf das Üssere Barrhorn gehen oder zum Punkt 3303 unterhalb des Schölljochs. Die direkte Route auf das Üssere Barrhorn ist nicht markiert und hat auch keine Steinmännchen. Wir haben sie im Abstieg benutzt. Die Route zum Punkt 3303 ist rot/weiss und mit Steinmännchen und weiter bis hinauf auf das Innere und dann zum Üsseren Barrhorn markiert.

 

Als wir am Montag morgen um 6:00 wach in der Koje lagen, beschlossen wir, nicht noch eine Stunde auf das Frühstück zu warten und zogen los. Das Wetter war gut. Das Gässi war bald überwunden und auf der Moräne hatten wir freie Sicht auf das Brunegghorn und auf die beiden Barrhörner. Bald erreichten wir Punkt 3090. Wir entschieden uns Richtung Schölljoch zu gehen. Der Pfad führte nun unter einer Felswand vorbei, die noch vom vergangenen Schlechtwetter mit vielen kleinen Eiszäpfchen verziert war. Jetzt stieg die Route auch sehr steil an, hinauf bis zum Punkt 3303. Es wurde nun wegen des sehr stark aufkommenden Windes sehr kühl. Dort wo gestern Schnee geschmolzen war, hatte es kleine Eisplatten und auch das Geröll war teilweise zusammengefroren. Beim Punkt 3303 bogen wir Richtung Inneres Barrhorn ab. Der Wind aus Südwest nahm immer stärker zu und es wurde deswegen auch immer kälter. Wir verweilten deshalb auch nur kurz auf dem Inneren Barrhorn und querten hinüber zum äusseren Gipfel. Auch diese Querung ist rot/weiss markiert. Im unteren Bereich kurz nach Punkt 3488 führen die Markierungen über Felsen die normalerweise kein Problem darstellen. Heute waren sie aber stark vereist und es war erhöht Vorsicht notwendig. Auf dem Gipfel angekommen war der Wind inzwischen so stark, dass Helene Mühe mit dem Stehen hatte. Sie musste sich beim Gipfelfoto vorsichtshalber am Kreuz festhalten Dafür war die Rundumsicht einfach grossartig. Ich habe trotz der widrigen Verhältnisse versucht, ein paar Fotos für ein Panorama hinzukriegen. Dabei musste ich wegen der Kälte dreimal die Akkus austauschen und auch das Stativ wollte die ganze Zeit mit einer Hand gesichert werden. Mal sehen, ob das dann mit dem Pano etwas wird, so genau habe ich Fotos noch nicht angeschaut.

Abgestiegen sind wir dann bis in die Nähe des Punktes 3488 auf der gleichen Route. Von da dann mehr oder weniger direkt, ein wenig nach Osten ausholend einen Felskessel umgehend, zum Punkt 3090. Hier konnten wir dann endlich Mütze, Handschuhe und Jacke wieder im Rucksack deponieren und gemütlich "höckeln". Bei der Turtmannhütte verweilten wir dann nicht mehr lange, stand uns doch noch die lange Reise nach Basel bevor.

 

Es waren zwei sehr schöne Tage in einem Gebiet, dass Helene noch nicht kannte und auch ich schon lange nicht mehr besucht hatte.

 

Die Turtmannhütte ist offenbar gut besucht und eine rechtzeitige Reservierung ist ratsam. Wir hatten Glück, dass wir noch unterkamen.

 

 


Tourengänger: bulbiferum

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