Mönch und andere 4000er-Versuche


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 12. Juli 2009 um 11:48.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:12 Juni 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 8 Tage
Unterkunftmöglichkeiten:Mit dem Camper ist es in Grindelwald und Lauterbrunnen schwer, in Isenfluh ist es am gebührenpflichtigen P ohne Probleme möglich. Ansonsten gibt es überall Campingplätze.

Nach unserer gemütlichen Anreise ins Berner Oberland haben wir am Nachmittag in ca. 3h noch das Kleine Scheidegg bestiegen und die Aussicht auf die Nordwand des Eigers genossen. Der Weg ist auch gut mit dem Mountainbike machbar und erspart einem den langen Abstieg.

Wir wollten das gute Wetter nutzen und sind mit der ersten Bahn auf das Jungfraujoch gefahren. Durch den Sphinxstollen erreicht man den Jungfraufirn über den man Richtung Mönchsjochhütte geht. Man verlässt die Ratrakspur und steigt zum Süddporn hinauf. Über Platten und steilen Firn errreicht man den P.3887. Von hier über den schmalen Grat über zwei kurze Felsstufen (max. II) und zuletzt steil (45°, Stangen) im Firn auf den Vorgipfel. Von hier über den sehr schmalen Grat bzw. über die Gratflanke zum Gipfel. (ca. 2h) Abstieg über den selben Weg in ca. 1h. Wir sind die gesamte Route Seilfrei gegangen, die Tour verläuft fast immer am Grat sodass man praktisch alles am Sprungseil gehen müsste!

Leider ist das Wetter in den nächsten Tagen nicht so schön, daher besuchen wir Grindelwald bzw. fahren weiter nach Lauterbrunnen das uns deutlich besser gefällt als Grindelwald. In Lauterbrunnen schauen wir uns die Wasserfälle an und besuchen auch die berühmtenn Trümmelbachfälle. Einen Foulder über den Wasserfallweg bekommt man beim Info-Büro. Das dauert ca. einen halben Tag. Und wer so wie wir Glück hat kann auch einen Basejumper beobachten!

Nachdem sich das Wetter gebessert hat sind wir wieder zum Jungfraujoch hinaufgefahren und hatten vor die Fiescherhörner und die Jungfrau zu besteigen. Der Weg über das Ewigschneefäld musste von uns gespurt werden. Den Versuch in den Fieschersattel aufzusteigen mussten wir allerdings schon vor der Randkluft abbrechen da akute Lawinengefahr herrschte. Durch die waren Temp vor einer Woche ist die Schneedecke sehr tief geworden. In den letzten zwei Tagen waren die nächte kalt, es ist aber nur die oberste Schicht gefroren. Beim Gehen ist man nicht eingebrochen, dh. tragender Harschdeckel. Doch schon bei geringster Störung (zB Pickeleisatz) sind Harschschollen mit bis zu 100(!!)m Breite gebrochen (Wumm(Setzungs-)-Geräusche). Deshalb haben wir eilig den Rückzug angetreten. Auch beim Wiederaufstieg zur Hütte war dies zu beobachten, allerdings aufgrund des flachen Geländes nicht gefährlich. Im steilen Gelände werden die Schollen aber nur die ein Puzzleteil gehalten und kann jederzeit abgleiten. Beim Aufstieg haben wir noch das einfache Walcherhorn bestiegen.

Die Nacht auf der Mönchsjochhütte war angenehm und um 4h starteten wir zur Jungfrau. Auch hier mussten wir wegen dem selben Problem kurz vor dem Riss umdrehen. Auch eine andere Seilschaft tat es uns gleich. Um 6h waren wir wieder in der Bergstation. Diese ist auch in der Nacht zugänglich und man kann sich ins warme setzten. Ca. 10 min nach Sonnenaufgang ging in der Querung in den Rottalsattel ein Schneebrett ab, dies bestätigte unsere Entscheidung und wir waren froh dass kleine andere Seilschaft in der Tour war.

Ich möchte hiermit auch mein herzlichstes Beileid an die Hinterbliebenen von Cyrill, Tanja und Daniel aussprechen.

Am Nachmittag stiegen fuhren wir noch mit der Seilbahn von Isenfluh hinauf und stiegen zum Sulsseewli hinauf. Eine wirklich tolle Wanderung die mit dem Sagen-Foulder noch bereichert werden kann. Die Abfahrt mit den Monster-Trottis macht dann auch Spaß.

Bei der Heimreise haben wir noch das Verkehrsmuseum in Luzern besucht.

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering


Tourengänger: Matthias Pilz

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