Tschep, Punkt 2943


Publiziert von maegg , 12. Juli 2009 um 14:35.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:11 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1750 m
Abstieg: 1750 m
Strecke:Fidaz - Barghis - Val Lavadignas - Alp Mirutta
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Chur - Flims - Fidaz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Chur - Flims - Fidaz
Kartennummer:1: 25'000 1195 Reichenau /1175 Vättis

Ziel war eine Tagestour mit Minimalgepäck auf den Ringelspitz  ab dem höchstmöglichen, mit Auto erreichbaren Ausgangspunkt, Fidaz 1200m.
(ÖV findet um diese Tagezeit hier leider nicht statt)
Der Wetterbericht versprach trockenes, wolkiges Wetter. So bin ich früh losgefahren und bin um halb sieben in Fidaz gestartet. Die ersten 300 Hm mit dem Bike bis Barghis, weiter zu Fuss auf Alpwegen ins Val Lavadignas. Von dort aus wollte ich den Tschep ersteigen und über das Tschepband zum Ringelspitz.

Das Wetter war zwar freundlich, das Gelände aber nass und Nebel vereitelte eine Sicht auf die Flanken des Tschep. Keine idealen Voraussetzungen für eine Grastour als Alleingänger. Weil ich nun mal hier war, wollte ich wenigstens rekognoszieren.

Ich liess die Gelegenheit, ab Alp Lavadignas-Miez zum Tschep hinaufzusteigen, verstreichen und bosselte auf dem Weg hinauf zur Alp Mirutta an einem Plan B. Vieleicht könnte ich den Fil da Mirutta erreichen...
Vieleicht...
Missmutig pausierend an die Hütte gelehnt, drückt plötzlich die Sonne durch und gibt den Blick in die Abbrüche des Tschep frei. Direkt vor mir scheint eine gangbare Möglichkeit zu sein. Eine Stunde wollte ich auf einen Versuch verwenden, ziehe den Helm an und steige.

Die Route erweist sich als eine ca.600 m hohe Block- Geröll- und Kieshalde. Sie ist scheusslich anstrengend, aber zielführend.
Sie muss ziemlich steinschlägig sein, obwohl ich auf meinem Aufstieg keinen einzigen Stein rollen sah, noch hörte, ausser den selber losgetretenen. 
Nach 90 Minuten war ich oben und schichtete schnell einen Steinmann, um im Nebel den Einstieg zum Abstieg wieder sicher zu finden. Keine 300 m entfernt stiess ich auf den Steinmann von Punkt 2943. Ich bin praktisch die Direttissima gegangen.

Der Nebel, einsetzender Schneegraupel, die üppigen Schneezungen auf dem Tschepband und die fehlenden Steigeisen bewegen mich jedoch zur Umkehr. Schade, aber toll die "Abfahrt" auf Kies und Geröll. Der halbe Hang scheint mich nach unten begleiten zu wollen. In 30 Minuten bin ich wieder an der Hütte und gehe talaus.

Ist meine Bewertung T5 richtig? Die Route ist weder gross ausgesetzt, noch weist sie Steilgras auf. Sie ist zwar kraftzehrend doch ich finde sie gerade im Abstieg bei Nässe  sicherer als Gras, ja geradezu bequem. Sie wird aber steinschlägig sein, dem Geröll nach.

Tourengänger: maegg

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