Silvrettahorn (3244 m)


Publiziert von Shepherd , 12. Juli 2009 um 09:52.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum: 2 September 2007
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1718 m
Abstieg: 1718 m
Strecke:18 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Klosters, Alpentaxi bis Sardasca.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:wie Zufahrt.
Unterkunftmöglichkeiten:...in Klosters, Davos im Ueberfluss. Und natürlich in der schönen Silvrettahütte.

Das Silvrettahorn kann bestiegen werden, ohne die sonst übliche Route über den Gletscher zu nehmen. Eine Einladung an (Berg-)Hunde jeglicher Couleur (natürlich vor allem die mit weisser Weste), die ich auf Dauer nicht ablehnen konnte, zumal es sich um ein fantastisches Bergerlebnis handelt!
 
So bestellte ich für 04.30 Uhr ein Alpentaxi von Klosters nach Sardasca und stieg dann im grellen Lichtkegel einer 21er LED-Stirnlampe bergwärts. Offenbar war das Licht derart durchdringend, dass sich ein im Schlaf gestörtes nur mit der Unterhose (natürlich Feinripp!) bekleidetes Murmeltiermännchen aus der Höhle stürzte, schimpfte wie ein Rohrspatz und mir die Stinkekralle zeigte.


Eine wunderschöne, aber auch etwas in die Beine gehende Bergtour, die aufgrund der weglosen (auch keine Markierungen) Verhältnisse oberhalb 2500 m mehr Zeit in Anspruch nimmt, als man normalerweise voranschlagt. Gesamtaufstieg 1718 Höhenmeter, Distanz 17.6 km, reine Marschzeit gegen zehn Stunden (ich brauchte aus den erwähnten Gründen und wegen kleinen Verhauern deren elf).

Route:

Von Klosters-Monbiel mit Alpentaxi nach Sardasca 1644, Punkt 2111, direkter Weg zur Silvrettahütte 2341 m, Richtung Rote Furka bis 2557, weglos entlang Nordrand Silvrettagletscher (jeweils links um Erhebungen bei Punkten 2656 und 2769), steile Felsrunse zum Gipfelfirn, NW-Grat, Silvrettahorn 3244, Silvrettahütte, alter Saumpfad, Sardasca

 
Hinweise:

Nach dem Verlassen des markierten Bergweges Richtung Rote Furka (Punkt 2557) immer dem Gletscherrand folgen, auch wenn es da etwas auf und ab geht (ich wollte ursprünglich am linken Hang Höhe halten oder gewinnen, was im zunehmend steiler werdenden Gelände aber nicht sinnvoll ist). Vorsicht: Häufiger Steinschlag von der Rotflue.
 
Man traversiert die nordöstliche Zunge des Silvrettagletschers. Dabei darauf achten, dass man dies oberhalb von 2900 m macht, da etwas tiefer grössere langgezogene Spalten zu verzeichnen sind. Mit Hunden muss natürlich verhindert werden, dass diese plötzlich den Gletscher runter schliddern. Merke: Hundekrallen krallen im blanken Eis weniger gut als Steigeisen!

Beim anschliessenden Aufstieg durch die steile schmale Felsrunse die rechte Schulter nehmen (ich folgte bei pickelhart gefrorenen Verhältnissen der Mittellinie, musste diese dann aufgrund zunehmender Vereisung verlassen).

Auf dem Weg zum Gipfel bin ich vorerst zum Nordwestgrat aufgestiegen, teilweise in steilem Gelände (ich verwende keine Superlative wie "steilste", wenn ich steil schreibe, dann ist es aber echt steil). Runter bin ich dann vorerst via Westflanke, die einen etwas zivilisierteren Neigungswinkel aufweist.
 
Sehr zuvorkommende und kompetente vorgängige Beratung durch die Crew der Silvrettahütte - und erst noch willkommene Einladung zu einem belebenden Eisenkrauttee, der mir dann den nötigen Schwung zum Gipfelsturm versetzte... Uebrigens: Ein Besuch in der Silvrettahütte lohnt sich auch dann, wenn man nicht so hoch hinaus will; allein der nahe Gletscherlehrpfad vermittelt einmalige Natureindrücke!



100 weitere Bergtouren mit über 4'000 Fotos siehe auch
www.flickr.com/photos/von-marazzi

Thread über meine Berghunde unter
www.flickr.com/photos/von-marazzi/3086484807/in/set-72157610685320928/
 

Tourengänger: Shepherd

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