Piz Ivraina (2886 m.ü.M.)


Publiziert von engadiner , 11. Juli 2009 um 05:19.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum: 9 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Macun-Nuna-Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Ova Spin - Ivraina - Murteras d'Ivraina - Piz Ivraina - gleiche Strecke zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto ab Zernez Richtung Ofenpass/Müstair bis Ova Spin
Kartennummer:1218 Zernez

Schöne Tour an der Grenze des Schweizerischen Nationalparks und absolut abseits der grossen Menschenmassen!

Wir steigen in Zernez frühmorgens ins Postauto und lassen uns bequem bis zur Haltestelle Ova Spin (1886 m.ü.M.) chauffieren. Von da geht ein breites Strässchen nordwärts in den Wald hinein und wird dann bald einmal ziemlich steil. Schon zu Beginn wird hier die Pumpe ordentlich aktiviert...! Der Weg führt kontinuierlich hinauf, bis er in Ivraina eine herrliche Lichtung mit zwei Alphütten erreicht. Die Sonne bescheint die schöne Wiese bereits und das zahlreiche Weide-Vieh lässt es sich hier oben gut gehen.
Wir überqueren die Lichtung bis zur zweiten Alphütte und steuern da die rechts schräg gegenüberliegende, hohe Lärche an. Hier beginnt ein kleiner, unscheinbarer Pfad, welcher gegen rechts in den Wald hineinführt. (Diesen zu finden erspart einem ziemlich mühsames Hindurchzwängen durch die zahlreichen, sehr dicht stehenden Legföhren!) Stetig geht's hinauf, bis wir die Waldgrenze allmählich passieren. Die Wegspur traversiert weiter oben die Flanke ein wenig und erreicht schliesslich ein kleines Tälchen mit einem Bächlein, welches von rechts herunterzieht.
Wir überqueren das Tälchen bei Pt. 2203 und verlassen dann den Pfad gegen rechts, um auf der Grashalde von Murteras d'Ivraina in gerader Falllinie, immer auf der linken Seite des Tälchens bleibend, 350 Höhenmeter zu gewinnen. In der Grashalde lacht uns eine bemerkenswerte Flora an: wir steigen über ganze Felder von Edelweissen hinan und müssen richtig aufpassen, die so zahlreich vorhandenen, symbolträchtigen Blumen nicht zu zertrampeln. Als wir ein Momentchen innehalten, bemerken wir unter uns im Tälchen zwei friedlich äsende, kapitale Kronenhirsche. Herrlich!
Kurz unterhalb von Pt. 2574, einem leicht vorgelagerten "Hügel", überqueren wir das Tälchen wieder und gelangen zwischen zwei Felsen hindurch auf eine breite Geröll-/Kieshalde, welche relativ steil gegen rechts hinaufzieht. Auf dem recht feinen Kies rutschen wir bei jedem Schritt einen halben Schritt retour, was den Aufstieg recht beschwerlich macht. Ein paar Gämsen schauen uns von oberhalb zu und hüpfen dann, wohl innerlich über unseren "Chrampf" lachend, vergnügt davon.
Bei Pt. 2835 erreichen wir einen etwas vorgelagerten Hügel und damit die Grenze des Schweizerischen Nationalparks, welche deutlich sichtbar mit gelben Strichen markiert ist. Diesen folgen wir, auf dem Grat ein paar Felsen leicht ausweichend, bis vor uns der grosse Steinmann mit der rosa Gipfelbuch-Gamelle auftaucht. Wir überwinden die letzten paar Meter auf grobem Schotter und erreichen schliesslich auf einer ca. 1 m dicken "Schneedüne" den Gipfel des Piz Ivraina (2886 m.ü.M.)
Das Gipfelbuch stammt aus dem Jahre 1998 und ist erst zu ca. 1/3 beschrieben, vorwiegend in Romanisch. Wunderbar! Unser Eintrag (natürlich auch in Romanisch!) ist der erste im 2009!
Nach einer Weile entschliessen wir uns, noch ein Stück auf dem Grat weiterzugehen und uns den ca. 50 m höheren Ostgipfel etwas genauer anzuschauen. Wir klettern ein Stück hoch, müssen dann aber kurz unterhalb des Gipfels umkehren. Die Kletterei (II+) erscheint uns zu heikel.
Wir kehren also wieder zum Hauptgipfel um und widmen uns da gemütlich der mitgebrachten Marenda. Beinahe 1h geniessen wir die wunderbare Ruhe und die Aussicht, bevor wir uns auf den Abstieg machen.
Diesen bewältigen wir dann auf der Aufstiegsroute, wobei wir auf dem rutschigen Kies/Geröll und den teilweise vorhandenen Schneefeldern einen Heiden-Spass an der "Surferei" haben!

Während des ganzen Tages sind wir keiner Menschenseele begegnet! Die herrliche Ruhe, die vielen Wildtiere und die schöne Aussicht in der unberührten Natur machen diese Tour zu einer sehr lohnenswerten Unternehmung!

Tourengänger: engadiner

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»