BIFERTENSTOCK 3419m (Versuch), KISTENSTÖCKLI 2748m


Publiziert von Wolfenstein Pro , 8. Juli 2009 um 23:32.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 4 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   Bifertengruppe 
Zeitbedarf: 22:00
Aufstieg: 1330 m
Abstieg: 1330 m
Strecke:Alp Quader - Bifertenhütte - Bänderweg - Kistenstöckli
Zufahrt zum Ausgangspunkt:nach Brigels in der Surselva und auf geteertem Fahrweg hoch zur Alp Quader
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Bifertenhütte, 24 Plätze - Telefon: 081 941 23 36 (Natel: 079 409 16 28)

     
 

Nach arbeitsreichem Tag und langer Anfahrt, erreichten wir die Alp Quader (1906m) ob Brigels erst um 20:00 Uhr. Der abendliche Himmel war wolkenverhangen und so machten wir uns einigermaßen zügig auf den ausgetretenen Wanderweg zur Bifertenhütte. Anfangs wird der obere Sessellift stetig ansteigend gequert. Von Pt. 2156 bis zur Rubi Sura (2172m) ist es ungefähr noch mal so weit, allerdings jetzt beinahe eben. In der zweiten Hälfte des Hüttenzustieges nimmt die Steigung wieder zu und man begibt sich langsam auf zunehmend felsiges Terrain. Sogar das eine oder andere Schneefeld will überquert werden.
Bei Pt. 2451 war es dann soweit: Der Himmel öffnete in der Abenddämmerung noch seine Schleusen und bedachte uns mit einem kleinen Wolkenbruch, so dass wir ziemlich durchnässt kurz nach halb zehn in der Bifertenhütte (2482m) einfielen. Die hilfsbereite Hüttenhilfswartin - wie sie sich selbst bezeichnet - erwies sich jedoch als überaus verständnisvoll und hat uns als Schlafgemach sogleich das untere Stockwerk zugewiesen, weil es hier wärmer sei. Außerdem durften wir die nassen Hosen nach dem Genuss einer feinen Nudelsuppe den Rest der Nacht zum Trocknen überm Herd aufhängen.

So konnten wir Tags darauf ausgeruht und in trockenen Sachen den Weg zunächst Richtung Limmerenpass (2612m) unter die Füße nehmen. Ohne Eile losgestiefelt, war der Pass eine halbe Stunde später erreicht. Als nächstes erklimmt man den einigermaßen steilen, schuttigen Bergrücken auf seiner südlichen Seite. Die Orientierung wird durch Spuren und vereinzelte Steinmänner erleichtert. Trotzdem muss man aufpassen, dass man nicht zu weit aufsteigt und sich möglichst weit links halten. Ein markanter einzelner Felszacken zeigt die Stelle, wo das erste Band beginnt.

Dieses bereitet bis zum Durchbruch bei Pt. 3064 keinerlei Probleme, von einem einigermaßen sicherten Tritt abgesehen. Ab hier liegt dann allerdings immer mehr Restschnee im Band. Der macht eine kurze Stelle sogar recht ungemütlich, da abschüssig und der ganzen Breite nach verschneit. Zumal der Schnee keine gute Trittunterlage bietet, da er sehr weich ist und zum Abrutschen tendiert. Mit etwas Mut und behutsamem Pickeleinsatz werden die paar Meter durchschritten. Wenig später lag der erste Kessel hinter uns und das zweite, deutlich ausgesetztere Band zeigte sich. Auch das ursprüngliche Ziel, der mächtige Bifertenstock (3419m) kann man von hier aus sehr schön sehen.



Gleich die ersten Meter im weiteren Verlauf fordern Konzentration, denn hier verjüngt sich der Pfad bis auf einen guten Schuhbreit. Kurz dahinter nehmen die Schneeflächen dann doch bedenklich zu. Wir folgen dem Bänderweg weiter immer möglichst weit oben an der brüchigen Schneekante. Wo sich dann das Band deutlich absenkt und zugleich die Seitenneigung zunimmt, wird die Sache prekär. Als auch noch Nebelschwaden vom Kessel heraufziehen und stellenweise die Sicht nehmen, beschließen wir umzukehren. Vielleicht wäre es mit Steigeiseneinsatz möglich gewesen, sich Schritt für Schritt vorzuarbeiten, aber in diesem Moment war das Risiko für uns alles in allem einfach ein Quäntchen zu hoch. Schade drum; vermutlich hätten wir 2 Wochen später solche Überlegungen nicht anstellen brauchen.

Etwas frustriert und später dann auch selbstzweiflerisch (hätten wir's nicht doch versuchen sollen...) marschieren wir den selben Weg zurück zum Limmerenpass. Dort treffen wir uns mit Schnapsi und holen den Trostpreis ab, das niedliche Kistenstöckli (2748m). Der Gipfelaufbau bietet eine leichte, fast durchgängig mit Ketten und Seilen gesicherte Blockkletterei. Oben angekommen findet man sich auf einem annähernd ebenen großflächigen Plateau wieder, das, mit reichlich Steinmännern verziert, einen sehenswerten Rundumblick gewährt.

Nach kurzem Verweilen geht's wieder hinunter zur Bifertenhütte, wo erst einmal ausgiebig gevespert wird. Um einem erneuten Regenguss möglichst zu entgehen, nehmen wir den Abstieg zurück zur Alp Quader runter aber doch bald in Angriff.
Eines ist sicher: Diese Tour werden wir auf jeden Fall bald nochmals angehen; dann hoffentlich inkl. Gipfelglück.

 
 
     
 
reine Aufstiegszeit: 4:30
Entfernung ungefähr (ebenenprojiziert): 18,6 km
Wetterverhältnisse: 1. Tag: Regen
2. Tag: erst schön, dann zunehmend neblig/bewölkt
Gipfelbuch: --
Hilfsmittel: Stöcke, Regenschutz (einmal mehr...), Pickel
Sonstiges: im Brunnen bei Rubi Sura hat der Senn eine Kühlbox mit Getränken à 5 Franken bereit gestellt ;)
 
 

Tourengänger: Wolfenstein, schnapsi, Imseng

Galerie


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Kommentare (2)


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Anna hat gesagt:
Gesendet am 9. Juli 2009 um 00:01
Wirklich Klasse dieses Layout für den Bericht!
LG Anna

PS: Falls nützlich, gibt es noch 3 Formaten für die Fotos, m,n,k mit verschiedenen Grossen
ZB: www.hikr.org/files/145348k.jpg (620x465px)
www.hikr.org/files/145348n.jpg (280x210px)
www.hikr.org/files/145348m.jpg (400x300px)

Wolfenstein Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. Juli 2009 um 00:40
Hey Anna.
Freut mich, wenn es gefällt.

Wusste nicht, dass alle Bilder automatisch in 3 weiteren Größen skaliert bereitgestellt werden. Vielen Dank für den Tip! ;)

Lieben Gruß
Wolfi



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