Elbrus von Norden


Publiziert von Meeraal , 9. Juli 2009 um 11:19.

Region: Welt » Russland » Kaukasus
Tour Datum:26 Juni 2005
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: RUS 
Zeitbedarf: 7 Tage
Aufstieg: 3300 m
Abstieg: 3300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Pjatigorsk über Kisslovodsk in Richtung Elbrus bis Dschily-Su. Da es keine genauen Karten gibt ist ein einheimischer Begleiter, der sich auskennt notwendig. Anfahrt führt über Sumpf-und Schotterpiste, vor allem im Frühjahr oft schlammig, daher Geländefahrzeug unbedingt notwendig. Russen machen diese Stecke auch gelegentlich zu Fuß und benötigen dafür etwa eine Woche.
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Intourist in Pjatigorsk, eigenes Zelt, evtl. Biwakschachtel auf ca. 3740m
Kartennummer:---

Da der Elbrus fast nur von Süden bestiegen wird, ist der Norden fast menschenleer und noch recht unberührt von Massentourismus. Dafür muss aber auch alles Gepäck selbst getragen werden. Zusammen mit dem Essen dürfte der Rucksack am Anfang ein Gewicht von etwa 25 Kilo haben, je nach Gewicht der Ausrüstung. Unterwegs kann man einigen Hirten begegnen, und bei ihnen Ayran kaufen, es gibt einige kohlensäurehaltige Mineralquellen. Übernachtungsmöglichkeiten und Zeltplätze gibt es in Dschily-Su (2300m), dann auf 3100m, 3400m,  3750m (dort auch Biwakschachtel) und in den Lenzfelsen auf 4650 und 4800m. Auf dem Gletscher kann es gelegentlich versteckte Spalten geben, daher ist Anseilen Pflicht. Besondere Schwierigkeiten oder Kletterstellen gibt es sonst nicht, gelegentlich können bei empfindlichen Menschen oder zu schnellem Aufstieg Symptome der Höhenkrankheit auftreten. 
Wenn man die nötigen Verbindungen und Beziehungen hat, und die Hürden der russischen Bürokratie selbst meistern kann, könnte man die Tour selber organisieren, sonst gibt es meines Wissens in der gesamten westlichen Welt nur einen einzigen Veranstalter, der diese Tour regelmäßig durchführt. Der Ostgipfel (5621m) ist von Norden einfacher zu erreichen als der Westgipfel.
Der Reiz der Tour liegt vor allem in der Abgeschiedenheit der Natur und in der Tatsache, dass man sich den Berg ohne Zuhilfenahme von Seilbahnen und ähnlichen technischen Hilfsmitteln selbst erarbeitet, worauf man mit Recht stolz sein darf.


http://www.hikr.org/user/Meeraal/

Tourengänger: Meeraal

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Kommentare (4)


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Bergfrosch hat gesagt: Gratulation
Gesendet am 9. Juli 2009 um 12:06
Hi Meeraal,

gratuliere zur erfolgreichen Besteigung abseits der Normalaufstiege!! Wie ich sehe warst du im juni 05 da, ich war genau 2 Monate später am Berg, auf der Südseite. Allerdings auch alles "by fair means" also Komplettaufstieg vom Tal mit voller Ausrüstung, da ich es auch etwas schade finde an einem so tollen Berg die Hauptstrecke per Seilbahn hinter sich zu bringen. Weiter so!

Grüße,

Bergfrosch.

Meeraal hat gesagt: RE:Gratulation
Gesendet am 9. Juli 2009 um 16:10
Hallo Bergfrosch,

Danke für den guten Kommentar. Ich mache um Seilbahnen grundsätzlich einen großen Bogen, bzw. meide Berge, bei denen eine Benutzung solcher Aufstiegshilfen unumgänglich ist. Wenn jemand körperlich nicht so fit ist, oder die Seilbahn in seine Bergphilosophie passt, ist es jedoch für mich okay, wenn er sie benutzt.

Viele Grüße,

Meeraal

Bergfrosch hat gesagt: RE:Gratulation
Gesendet am 9. Juli 2009 um 17:08
Klar, die körperliche Fitness ist natürlich eine Voraussetzung. Zugegebenermaßen ist die Aufstiegsstecke entlang der Seilbahnen am Elbrus auch nicht sonderlich schön. Was mich an dem Berg aber am meisten enttäuscht hat war, wie viele "Bergsteiger" vom Basislager mit der Pistenraupe auf 4600m fahren, dort ihre Kippen und Taschentücher auf den Gletscher schmeißen und dann die letzten 1000m eines 5600m Berges besteigen

Meeraal hat gesagt: RE:Gratulation
Gesendet am 9. Juli 2009 um 20:42
Bleibt die Frage, wie lange es dauert, bis die ersten Leute auf die Idee kommen, mit dem Hubschrauber auf den Gipfel zu fliegen, dort kurz aussteigen und hinterher behaupten, sie hätten den Elbrus bestiegen... aber gut, ich will hier keine Diskussion über das Pro und Contra von mechanischen oder motorisierten Aufstiegshilfen lostreten. Ist jedem sein eigenes Bier, wie er das handhaben will. Die Vermüllung der Berge mit Kippen und ähnlichem Zeug ist leider überall ein Problem. Ich habe schon von Leuten gehört, die auf dem Gipfel des Elbrus ihre Kippen geraucht haben, was ich übrigends für ein gefährliches Spiel halte: Durch das eingeatmete Kohlenmonoxid der Zigarette simuliert man damit dem eigenen Körper dort oben schnell einen 7000er!
Im Altai ist das Problem ähnlich: Dort lässt jeder seine leeren Gaskartuschen und Konservendosen liegen. Damit sie schneller verrosten werden sie lediglich ausgebrannt. Trotzdem dauert es Jahre oder gar Jahrzehnte bis eine Konservendose dort verrostet ist. Wir waren so ziemlich die Einzigen, die ihre Konservenbüchsen mit Steinen plattgehauen und wieder nach unten getragen haben.


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