Hauseggerpfeiler


Publiziert von Martina , 11. Oktober 2006 um 22:58.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Hochschwabgruppe
Tour Datum: 2 September 2006
Klettern Schwierigkeit: VI (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Zufahrt zum Ausgangspunkt:S6 bis Kapfenberg, weiter nach Seewiesen, im Ort links zu Parkplatz abbiegen Zustieg zur Voitsthalerhütte ca. 2h, direkt zum Einstieg ca. 1,5h

Auf Tour mit Alex
Freitag abend steigen wir zur Voisthalerhütte auf. Die Hütte ist bummvoll, viele haben auf dieses sonnige Wochenende gewartet...
 
Am nächsten Morgen verlassen wir gegen 8 Uhr die Hütte, schnell geht es hinunter auf den Seeboden um den Einstieg zum Hauseggerpfeiler zu erreichen. Das Schlechtwetter der letzten Tage hat auch in der ursprünglich geplanten Südwand seine Spuren hinterlassen und es befindet sich teilweise Schnee in der Wand, so entscheiden wir uns für die trockene Höllmauer. Bald ist auch der Einstieg erreicht, wenn auch durch einen Umweg durch 2m hohe Blumen und ähnliche Gewächse...
 
Am Einstieg angekommen platzieren wir unser Rucksäcke, begrüßen andere Kletterer und diese Gelegenheit nutzt mein Rucksack und macht sich bald davon... immer schneller werdend purzelt er uns davon und verschwindet in einem Nirvana, aus Schrofen, Steilhang und Dickicht. Unter Auferbietung aller Kräfte klettert Alex hinab und kann ihn nach längerem Suchen schließlich sichten. Ich untersuche inzwischen wieder den Heuboden – nichts zu sehen von dem widerspenstigen Rucksack...
 
Alex findet ihn schließlich und wir gehen wieder zum Einstieg. Viele Seilschaften sind inzwischen in diversen Routen unterwegs. Jetzt können auch wir starten – denken wir... Als ich den Rucksack öffne, das Seil ist weg, der Pulli ist weg, die Jacke ist weg....
 
Also noch mal hinunter, diesmal entdecke ich meine Jacke. Dieser Spur folgen wir und Alex kann schließlich auch das verlorene Seil sichten. Nochmal hinauf, das andere Seil holen, abseilen an Baum und Alex birgt nun das Seil und meinen Pulli. Auf unseren Irrwegen kann ich auch meine verlorene Sonnenbrille wiederfinden...
 
3 Stunden sind vergangen, wir sind ziemlich k.o. und beschließen im Zenit der Sonne endlich unsere Kletterei zu starten, mittlerweile ist es 12 Uhr. Die ersten Steine von oben grüssen auch schon.
 
Bald geht es in die steile Rampe hoch, flott kommen wir voran, bis uns schlimmer Steinschlag wieder erschaudern lässt. Schnell geht es durch den ersten Geröllkessel hinauf, wieder poltern Felsbrocken herunter. Weiter durch einen steilen, kurze Kamin und eine schöne steile Kletterei erreichen wir den Stand unter der Schlüssel SL. Meine Nerven liegen schon ziemlich blank, aber Alex meistert auch diese anstrengende SL rasch! Danach folgt eine meiner Meinung nach unterbewertete SL im 5er Gelände, 4 BH. Steil, ausgesetzt und teilweise abdrängend geht es hinauf. Später erfahren wir von anderen Kletterern, dass ein Griffausbruch diese SL auf 6- verschärft hat. Danach kurz 4er Gelände bis zu einem Absatzköpfl und steil weiter zu einer riesigen Schuppe, BH sehr weit oben, und anschließend nach links und sehr ausgesetzt zu Stand. Vom Stand weg steil in einer kleinen Verschneidung hoch, kurzes 3er Gelände, dann wieder steil und kraftraubend zu Stand. Von dort kurz gerade hoch und ich bin dann eher rechts zu einer Rostgurke, am Grat selbst ist es dann leichter. Stand. Dann weiter den Grat und über schrofige Wiesen zu letztem Stand. Von dort schrofig, grasig und steil bis zur Hochfläche. Dann haben wir den Wanderweg gesucht und schließlich gefunden. Pünktlich um ½ 8 waren wir dann auf der Voisthalerhütte, nach schnellem Spaghettiverzehr sind wir auch schon im Mondschein zur Fölzalm gerannt.
 
Insgesamt ein abenteuerliches Wochenende und eine empfehlenswerte, anspruchsvolle Tour.

Tourengänger: Martina

Galerie


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