Hochtour Gross Spannort


Publiziert von aspiral , 3. Juli 2009 um 19:22.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:27 Juni 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Aufstieg: 1300 m
Unterkunftmöglichkeiten:Kröntenhütte Spannorthütte

Stau beim Auf- und Abstieg, dafür jedoch entgegen aller Prognosen strahlender Sonnenschein: von der Kröntenhütte aus ging’s auf den Gross Spannort.

Schon beim Einsteigen in den Zug am Samstag schüttete es in Strömen und so wurde es für das ganze  Wochenende vorhergesagt. Echte Optimisten packen jedoch genau dann Sonnenbrille und -creme ein! Also liessen wir uns davon nicht beirren und fuhren mit dem Zug bis Erstfeld. Von dort weiter mit dem Alpentaxi hoch nach Mettlen und über den Wanderweg rauf zur Kröntenhütte (ca. 3h).

Aufstieg zum GlattfirnUm fünf Uhr am nächsten Morgen ging es bei sternklarem Himmel los - da hatten die Wetterfrösche offenbar auf der falschen Sprosse gesessen. Über den weiss-blau-weiss markierten Weg rechterhand am Obersee vorbei den Grat hinauf. Bei Punkt (E 685754 N 183615) zweigte der Weg und es ging links mit leichten Kraxelpassagen weiter auf den Glattfirn. Der Glattfirn selbst ist recht flach und die Spaltenzonen können leicht umgangen werden. In mehr oder weniger direkten Linie ging es auf den imposanten Gross Spannort zu, welcher steil aus dem Firn ragt.

GlattfirnKurz vorm Einstieg in den Felsen stösst die Route von der Spannorthütte dazu. Und so kommt es zum Stau am Aufstieg: 86 Schlafplätze der Kröntenhütte + 40 Schlafplätze der Spannorthütte = im schlechtesten Fall 126 auf dem Gipfel. Und das bedeutet selbst bei weniger Tourengängern lange Wartezeiten beim Auf- und Abstieg über die Normalroute.

Der Einstieg in den Fels selbst ist nahe dem Spannortjoch (Punkt N46 46.998 E8 31.351). Die Kletterei auf den Gipfel ist so im II. Grad. Gesichert werden kann nur stellenweise und das Gestein ist recht brüchig. Als wir aufstiegen, wollte eine Gruppe im Couloir neben uns überholen. Dabei löste der Vorsteiger einen Steinschlag aus, der nur knapp seine Kameraden - fast alle ohne Helm - verfehlte. Daher empfehle ich dringend einen Helm! Lieber einmal zuviel als einmal zuwenig aufgesetzt…

Die Kletterei ging in Abwechslung mit leichten Steigpassagen 300 Meter weiter bis auf den Gipfel (3.198m). Vom Gipfelkreuz aus Richtung Spannorthütte hatten wir einen fantastischen Tiefblick die fast senkrechte Wand hinunter und auf die umgebenden Gipfel.

Westwand Gross SpannortDer Abstieg dauerte wieder etwas länger, jedoch auch das war irgendwann geschafft. Durch das Spannortjoch stiegen wir unterhalb der Westwand zur Spannorthütte ab, wobei wir einige Hundert Höhenmeter durch ein Altschneefeld abfahren konnten. Weiter in’s Tal bis zur Talstation der Fürenalpbahn und von dort mit dem kostenlosen (!) Bus an den Bahnhof Engelberg.

Fazit
Insgesamt eine schöne Tour bei gutem Wetter, die nur durch die lange Warterei beim Auf- und Abstieg getrübt wurde. Empfehlenswert ist die Tour sicher unter der Woche - und mit Helm!

Artikel ebenfalls veröffentlicht unter www.outdoorblog.ch


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